Du bist was besonderes✅

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Am nächsten Morgen wache ich ohne Harrys Arm um mich auf. Er sitzt vor dem Sofa, den Rücken zu mir gedreht und tippt auf seinem Laptop herum. Er öffnet Dateien, liest und schließt sie wieder. Da er konzentriert zu sein scheint und ich mich noch daran erinnern kann, dass etwas von Computerdatein auf einem der Zettel stand, lasse ich ihn machen. Mit Sicherheit hat auch er irgendeine Routine, die er jeden Morgen abarbeitet und ich möchte ich dabei nicht stören.

Das nächste mal als ich die Augen öffne bin ich alleine im Raum, doch dieses Mal nicht mehr im Wohnzimmer auf der Couch. Ich setze mich auf und schaue mich in dem kleinen Zimmer um. Die Wände sind dunkelrot gestrichen und an der einzige weißen Wand hängen dutzende Fotos. In dem Regal gegenüber des großen Bettes in dem ich liege, stehen Kameras und Bücher. Als ich meinen Blick weiter schweifen lasse, bleibt er an Harry hängen, der im Türrahmen gelehnt steht.

"Guten Morgen.", lächle ich ihn an und mit ein ebenfalls breiten Lächeln kommt er auf mich zu und setzt sich an den Rand des Bettes. "Ich wollte dir etwas zu Essen machen, aber du Frühstückst nicht?", teilt er mir mit und es hört sich mehr nach einer Frage an. "Nein, Tu ich nicht. Trotzdem danke.", ich sehe auf die Bettdecke und fahre die Muster auf dem Stoff nach.

"Wir hätten schon vor zwei Stunden in der Uni sein müssen.", er kratzt sich am Kopf und grinst mich entschuldigend an. "Wieso hast du mich dann nicht aufgeweckt?", ich atme hörbar aus und lasse mich soweit nach hinten fallen, bis ich wieder in den Kissen liege. "Du sahst müde aus und dann wollte ich dich weiter schlafen lassen. Tut mir Leid ich wollte nicht, dass-.", ich unterbreche ihn, indem ich nach seiner Hand greife und ihn mit einem Ruck zu mir ziehe, sodass er halb auf mich fällt. Sein Kopf liegt auf meinem Bauch, jeweils ein Arm an jeder Seite meiner Schultern und seine Beine hängen noch immer über die Bettkante.

Gedankenverloren fahre ich durch seine Haare, die sich noch leicht nass anfühlen. Vermutlich war er vorhin noch duschen. Ich Frage mich, ob er vorhin alles in seinem Buch nachgelesen hat oder doch noch irgendetwas weiß aber ich traue mich nicht nachzufragen. Mit einer Hand greift er nach meiner und drückt auf jeden meiner Knöchel einen Kuss, bevor er seine Hand, zusammen mit meiner an seiner Brust liegen lässt und dort hält.

"Frag.", sagt er schließlich, doch es klingt keinesfalls genervt. "Und hör auf mit dem Stirnrunzeln. Da ist ein Spiegel, ich sehe jeden deiner Gesichtszüge.", lacht er amüsiert und wieder einmal male ich mir aus, wie es wäre jeden Tag neben Harry aufzuwachen und dieses Lachen zu hören.

"Hast du vorhin deine Zettel wieder abgearbeitet und gelesen?", Frage ich dann. Ich spüre wie er mit seinem Kopf auf meinem Bauch nickt und den Griff um meine Hand leicht verstärkt.

"Ich habe jede Kleinigkeit die ich bis jetzt über dich weiß und aufgeschrieben hab gelesen und versuche sie mir zu merken.", genauso wie gestern, als wir darüber gesprochen haben, nimmt seine Stimme wieder diesen ungewohnten Ton an.

"Und ich werde jede einzelne folgende seite mit kleinen Dingen über dich voll schreiben. Sei es nur, dass du kein Frühstück magst.", bei diesen Worten lächle ich zu ihm hinunter und ich bin mir sicher dass er mich auch dieses Mal im Spiegel beobachtet.

"Du bist was besonderes weist du das?", Frage ich ihn dann und wie erwartet bekomme ich erst keine Antwort. Was antwortet man darauf auch? Er dreht seinen Kopf so, dass er jetzt umständlich zu mir nach oben sieht und ich sehe, dass er sich rasiert hat.

Ich lege meine freier Hand auf seinen Kiefer und streiche hinunter über die weiche Haut, fahre mit meinem Daumen über seine Lippen und spüre ihn dagegen lächeln. Leicht küsst er meinen Daumen und bringt die Schmetterlinge in meinem Bauch damit zum toben.

Die stimmen in meinem Kopf rufen mir zu, ich solle ihn küssen. Ich soll es einfach tun doch ich kann nicht. Es wär nicht richtig. Immerhin kennt er mich ja eigentlich nicht? Das alles ist so kompliziert und ich kneife meine Augen zusammen um wieder normal denken zu können.

Irgendwann ist Harry auf meinem Bauch eingeschlafen, hält meine Hand jedoch noch immer in seiner. Mit jedem seiner Atemzüge streiche ich gleichzeitig über seinen Kopf. Noch immer interessiert es mich, woher seine Narben denn stammen doch ich bin mir sicher, dass er mir auch das noch erzählen wird, genauso wie er mjr das mit seinem Gedächtnis erzählt hat. Er braucht einfach Zeit, genauso wie ich.

Vorsichtig löse ich meine Hand aus seinem Griff und schiebe ihn von mir. Ich decke ihn zu und streiche ein weiteres mal über seine Wange. Er sieht So friedlich aus wenn er schläft und dieses mal hat er auch nicht diese angestrengte Falte zwischen seinen Augen brauen und sieht vollkommen entspannt aus.

Da ich noch immer meine Klamotten von gestern Anhabe und auch nichts anderes dabei habe, beschließe ich zu mir nach Hause zu gehen während Harry noch schläft, um zu duschen und mich umzuziehen.

Ich ziehe mir meine Jacke über und suche in der Küche nach einem Zettel.

"Bin kurz bei mir zu Hause. Ich bringe was zu Essen mit wenn ich wieder komme.

Meg xx"

Schreibe ich darauf, nachdem ich auf einer Ablage eine Packung Post it's gefunden habe. Ich lege den Zettel auf die Ablage, hoffe dass er ihn sieht wenn er aufwacht.

Leise ziehe ich die Türe hinter mir zu und gehe die knarrende Treppe nach unten. Den ganzen Weg über bis nach Hause verlässt das Lächeln nicht Mein Gesicht und in diesem Moment kann ich sagen, dass ich wirklich Glücklich bin.

Paranormal | H.S. Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt