Die Regentropfen vielen.
Es war kalt und stürmisch.
Man hörte fast nichts anderes außer dem Regen.
Warum hatte ich auch nichts zu essen in meinen Kühlschrank? Genervt bog ich in die nächste Straße ein. Die Einkäufe waren vermutlich schon komplett durchnässt.
Nur noch zwei Straßen und ich wäre zuhause. Ich überquerte die nächste Straße, als plötzlich alles um mich herum hell wurde.
Woher kommt dieses Licht?
Ich spürt irgendetwas, starken Druck an meiner Seite ausüben. Doch so schnell wie dieses Licht auch erschienen war, verschwand es auch wieder. „Was zur Hölle?", dachte ich mir und setzte meinen Weg nachhause fort.
Zuhause ankommen, legte ich die Tiefkühlpizza in den Offen, zog meine nasse Kleidung aus und ging duschen. Erst der Geruch von verbrannter Pizza ließ mich aus meiner Fantasiewelt entkommen. Schnell sprang ich aus der Dusche, umwickelte meinen Körper mit einem Handtuch und sprintete zum Offen. Leider war ich zu spät. Die Pizza war verbrannt. Genervt seufzte ich auf. „ Was nun?", fragte ich in die Leere.
Im Hintergrund hörte man noch immer den Regen im gleichmäßigen Takt auf die Erde treffen. Allerdings war er nicht er mehr ganz so stark. Dazu hatte mein Nachbar wieder seinen Fernseher so laut, dass man diesen zum Teil durch meine Wohnung hallen hören konnte. Ich entschloss mich dann doch ohne etwas zu essen hinzulegen. Seit der Sache mit dem Licht eben, hatte ich eh keinen so großen Hunger mehr, warum auch immer.
Ich legte mich in mein Bett und schloss meine Auge, doch irgendwie konnte ich nicht schlafen. So blieb ich mehrere Stunden wach liegen und dachte über nichts nach. Nachzudenken würde mich eh nur traurig machen und momentan hatte ich keine Zeit für Sentimentalitäten. Um 6 klingelte schließlich mein Wecker. „Wann hatte ich den denn gestellt ?"
So bewegten ich mich aus meinem Bett, zog mich an und machte mich fertig. Ich schminkte mich nicht, da ich es einfach weder beherrsche, noch es mag wenn irgendwas in meinen Gesicht klebt. Ich machte mich also auf dem Weg zur Arbeit.
Ich arbeitete in einem Callcenter, da ich einfach auf die schnelle keinen besseren Job fand. Es war aber ein besonderes Callcenter. Wir kümmerten uns um alle möglichen Notsituation, wie zum Beispiel, wenn jemand deiner geliebten verstorben war und man Trost brauchte. Früher haben Menschen ehrenamtlich hier gearbeitet, aber mittlerweile hat niemand mehr Zeit für so etwas. Gleichzeitig stiegen aber dazu die Selbstmordzahlen an, weswegen jetzt dieser Job bezahlt wird. Jeden Tag aufs neue setze ich mich also mit diversen Menschen auseinander, welche mir von ihrem Leid oder sonstiges erzählen. So schlimm, wie es sich aber anhört ist es nicht. Man darf nur sowas nicht an sich ranlassen. Zudem besteht für uns Mitarbeiter ein Schweigepflicht. Nicht um die Privatsphäre der Menschen zu schützen, sondern vielmehr um nicht die Aktivitäten von jenem Unternehmen auszuplaudern. Eben dieses zeichnet jeden Anruf aus und versucht diese auszuwerten. Sei es für Werbung oder Staatsangelegenheiten.
Mir soll es egal sein. Es ist doch nicht mein Problem, wenn andere Leute nicht schweigen können. In dieser Welt interessiert es nun mal niemand wie du dich fühlst, oder ob du stirbst. Das Individuum ist egal. Viel wichtiger ist der Staat, wie auch dessen Ansehen in der Welt. Ein weiterer Grund für eben solche Callcentren zu bestehen.
Melli aus der 6. Einheit hat sogar mal einen Staatsverräter am Telefon gehabt. Er hatte den Fehler begannen nachzudenken. Nun hatte er Angst den Auftrag durchzuführen. Jedoch war ihm klar, dass er so oder so sterben würde. Sein Auftrag war in eine Schule zu rennen und so viele zu töten wie er könne. Ebenfalls trug er einen Bombengurt . Melli hatte diese Info garnicht weiter geben müssen. Noch bevor sie aufgelegt hatte, wurde in den Nachrichten von einen verhinderten Attentat geredet. So wie ich das gehört haben soll, ist der Typ sogar noch am Telefon abgekratzt. Anscheinend hatte ihn ein Soldat niedergeschossen, was natürlich den Bombengurt ausgelöst hat. Allerdings befand sich der Typ zu dem Zeitpunkt nur in einer verlassen Gegend oder so ähnlich. Viel wurde darüber nicht berichtet. Nur das eben der Attentat verhindert wurde. Melli bekam danach Urlaub. Sie kehrt allerdings nie zurück. Es ist das beste für alle Beteiligten nicht zu hinterfragen, wo sie ist und warum sie einfach so verschwand. Würde man dies nämlich tun, verstieße man so gegen die Schweigepflicht und landete in einer Zelle und tauchte ebenfalls nie wieder auf.
Die meisten Menschen verängstigte diese Vorstellung genug um nichts zu sagen , oder sie interessierte es einfach nicht. Ich war eher die Art von Person, die es einfach nicht interessierte. Acht Stunden würde ich jetzt arbeiten und mir das Geheule von irgendwelchen Fremden anhören.
Der nächste Anruf.
Ich hob ab und eine tiefe männliche Stimme ertönte: „ Hey... ehem bist du nicht die aus der 9. Einheit, welche im 13. Block von Newstons wohnt ?". Stille... bis ich schließlich antwortete: „ Ja, wie kann ich ihnen helfen ?". Zu hinterfragen, wie er an die Info gekommen wäre, würde nur Probleme machen. Ich hörte am andern Ende ein erleichtertes kurzes lachen. Seine Stimme war sehr angenehm. Sie war zwar tief und wirkte so, sehr dominant , aber war sie auch sehr weich und schon fast melodisch.
„Darf ich sie kennen lernen ?"
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Wake up
Teen FictionManche Träume sind so real, dass man sich nicht sicher ist, ob sie doch echt waren. Manche Albträume sind so grausam, dass sie uns auch noch bis in die reale Welt verfolgen. Was passiert also wenn man Traumwelt und reale Welt nicht mehr unterscheide...
