Kapitel 37 - Hausverteilung

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"Und das soll ich jetzt wieder machen, ja? Wieso denn immer ich?", meinte er gespielt frustriert, nachdem ich ihm meine Idee vorgestellt hatte.
"Du bist der Einzige, den ich einweihen konnte und der meine Absicht dahinter versteht!" Er schien zu überlegen.
"Na gut, ich frag ihn. Aber es war deine Idee!" Er lehnte an der Küchenzeile mit seinem Kaffee und schaute nachdenklich nach draußen.
"Danke!", jubelte ich aufgeregt. Doch Julian hob warnend einen Finger in die Luft.
"Wenn ich frage, dann kommst du auch mit", meinte er und sah mich dann wieder an.
"Wieso soll ich mit zu Jens kommen?", fragte ich etwas verwirrt.
"Ich meine nicht Jens. Du kommst auch mit, wenn Mira mitkommt. Ansonsten frag ich nicht!" Ich starrte ihn an und brauchte einen Moment, bis ich das verstanden hatte.
"Du willst, dass ich auch mitfahre?", fragte ich leise.
"Ja!"
"Und wenn ich keinen Urlaub bekommen?"
"Du kriegst das schon hin."
"Na gut." Ich strahlte ihn an und er schüttelte nur lachend den Kopf.
"So und jetzt raus hier, ich will schlafen!", grinste er dann.
"Du hast doch deinen Kaffee", lachte ich.
"Ist egal."
"Okay. Dann sehen wir uns morgen?"
"Ja. Bene nimmt euch mit zur Mannschaftsbesprechung?"
"Da gehe ich ganz stark von aus", vermutete ich. Ich ging in den Flur und zog mir Schuhe und Jacke an. Dann winkte ich und öffnete die Tür.
"Verlauf dich nicht", grinste er mit einem Zwinkern.
"Nach Hause finde ich den Weg noch gerade so ohne Navi", lachte ich und ging nach draußen.
"Bis morgen", rief er mir hinterher.

Er stand noch da, als ich von der Auffahrt lief und um die nächste Ecke verschwand.

Bei Mira angekommen, löcherte sie mich natürlich sofort mit lauter Fragen.
"Und warum genau bist du jetzt so überstürzt zu Julian aufgebrochen?"
"Ich wollte einfach zu ihm", log ich. Naja gut, es war eigentlich nicht mal gelogen.
"Und hat er sich gefreut, dass du gekommen bist?", hakte sie weiter nach.
"Er hat noch geschlafen. Ich hab ihn geweckt."
"Autsch!"
"Autsch!"

Der Tag verging schrecklich langsam. Irgendwann war ich so gefrustet, dass ich mich in mein Zimmer aufs Bett setzte und einfach nur Musik hörte. Mira ging mir schrecklich auf die Nerven, weil sie merkte, dass bei der Sache von heute morgen irgendwas im Busch war. Daher war ich unglaublich froh, als sie von Benedikt angerufen wurde und stundenlang mit ihm telefonierte. 
Ich ging so früh wie sonst nie ins Bett und hoffte einfach nur, möglichst schnell einzuschlafen. 

Am nächsten Morgen musste ich arbeiten. Also stand ich um 6 Uhr auf und machte mich für die Arbeit fertig. Es war überraschend viel los heute, sodass ich beinahe nicht dazu gekommen wäre, meine Chefin abzupassen. Aber kurz vor Feierabend, war wenig los, sodass ich zu ihr ging.
"Was kann ich für dich tun, Liebes?", fragte sie herzlich. Sie war ein so unglaublich netter Mensch!
"Ein Freund hat mich auf eine kleine Reise eingeladen. Ich hab ja ab Montag eh Urlaub, aber mir fehlen noch drei bis vier Tage. Wäre das irgendwie möglich, dass ich meinen Urlaub etwas verlängere?" Ich sah sie etwas ängstlich an. 
"Lass mich kurz nachschauen, Kind", lächelte sie und lief nach hinten. Ich blieb wo ich war und betete innerlich. 
"Luna und Max haben da auch Urlaub..." Scheiße! Verflucht! Ich wollte doch so unbedingt mitkommen... "Aber so kurz nach Weihnachten ist immer nicht so viel los, also schaffen wir das hier schon. Fahr ruhig weg mit deinem Freund", lächelte sie und zwinkerte mir zu. 
"Wirklich?", fragte ich überwältigt. "Oh, vielen vielen Dank!"

Die restliche Zeit strahlte ich nur noch. Noch einmal arbeiten, dann war Wochenende und dann hatte ich Urlaub! Und zwar ein Urlaub mit Julian!
Kaum war ich aus dem Laden raus, wählte ich seine Nummer und rief an.
"Draxler?"
"Hey, Jule, ich bin's!", begrüßte ich ihn.
"Hanna, hi! Was hat sie gesagt?", fragte er gleich.
"Ich hab Urlaub!", jubelte ich dann und freute mich kurz mit ihm zusammen. Dann legte ich wieder auf und musste mich beeilen, um noch pünktlich nach Hause zu kommen, weil Bene Mira und mich abholen wollte. 

Eine Dreiviertelstunde später saß die ganze Mannschaft vor dem Trainer. 
"Also, wie ihr alle wisst, geht es in drei Tagen nach Spanien ins Trainingslager. Weil wir das ganze vorverlegt haben und ich damit einige Urlaube gesprengt habe, werde ich diesmal ein paar Ausnahmen zulassen, aber das bedeutet nicht, dass ihr nicht jeden Tag gefordert werdet! Aber heute werden erst einmal die Hausverteilungen offiziell bekannt gegeben." Jens holte eine Liste hervor und begann alle Namen vor zu lesen. Bei Haus 4 horchte ich auf.
"In Haus 4 sind... Julian, Leon, Max, Bene, Mira und Hanna."

Als ich die Blicke von Bene und Mira sah, die sich anstarrten, musste ich laut lachen. Julian hielt mir grinsend eine Hand hin und ich gab ihm ein High-Five. 
"Ist das euer Ernst?", kreischte Mira leise. 
"Jap, Julian hat das organisiert", erklärte ich stolz.
"Es war Hannas Idee!", fügte er sofort hinzu und lächelte mich an. 
"Oh mein Gott!" Mira flippte total aus, bis Bene sie in den Arm nahm und sie sich langsam beruhigte. 
"Ich hoffe, die beiden werden nicht zu anstrengend", flüsterte Max, der gerade dazugekommen war. Julian, Leon und ich nickten im Chor und beobachteten die zwei lächelnd.

wanted stranger (Julian Draxler FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt