Der Entschluss

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Mein Blick wandert nervös von der Treppe und wieder zu Jeff.

Soll ich ihm helfen oder es doch sein lassen..?

Ich kann mich kaum richtig konzentrieren und sehe immer wieder hin und her, bis aber letztendlich ein Entschluss für mich fest steht.
Ohne auch nur eine weitere Sekunde zu zögern mache ich kehrt und eile zu Jeff, der mein Vorgehen ganz genau beobachtet hatte.
Keiner von uns sagt etwas, während ich ihn vorsichtig stütze und ihm aufhelfe.

Ich bringe Jeff zu seiner alten Hütte, welche tief im Wald liegt.
Also gehe ich im Grunde genommen gerade wieder zurück zu einem Serienmörder, super Plan, Alicia!
Als wir bei ihm Zuhause ankommen helfe ich ihm noch bis zur Couch, auf die er sich sachte drauf legt und kurz leise zischt, als er mit seiner verwundeten Schulter an die Couch kommt.
Nun herrscht einen Moment lang eine unangenehme Stille. Außerdem weiß ich jetzt nicht, was genau ich tun soll, bis auf einmal Jeff die Stille bricht.

"Der Verbandskasten ist in der Küche in dem oberen Schrank gleich rechts", knurrt er unter zusammengebissenen Zähnen vor lauter Schmerzen.

Ich nicke nur stumm und schleiche in nicht hörbaren Schritten in die Küche, in der ich auch einen kleinen roten Verbandskasten vorfinde und ihn im Wohnzimmer dann wieder vor Jeff ablege.
Naja, wenigstens kann ich ihm jetzt ja helfen.
Vorsichtig mache ich den kleinen Kasten auf und hole einen Verband heraus. Ich komme ihm näher und mache den 'Verband' , der aus meinem zerrissenen Shirt besteht und auch schon mit Blut getränkt ist, mit einem Ruck ab, was ihn kurz vor Schmerz zischen lässt und ich einen Todesblick von ihm geschenkt bekomme. Diesen kann ich aber gekonnt ignorieren und lege den Stofffetzen zur Seite, um nun den richtigen Verband anzulegen.

"Lass, ich kann das alleine" , knurrt er jedoch und ich gebe ihm widerwillig den Verband, welchen er mir grob aus der Hand reißt.
Ich erhebe mich wieder und beobachte ihn. Irgendwie schafft er es auch sich selbst den Verband umzulegen und sitzt nun wieder still da.
'Irgendetwas muss ich doch wenigstens für ihn machen'
Ich seufze einmal laut hörbar und verschränke die Arme vor der Brust. Ich kann doch nicht einfach nichts tun!

"Ich hol dir mal ein Glas Wasser", komme ich nun zu dem Entschluss.

Ungläubig blickt er mich einen Moment lang an, ehe er wieder seinen Blick von mir wendet.

"Nein, nicht nötig", gibt er kurz und knapp von sich.

Doch trotz seiner klaren Ansage stolziere ich in Richtung Küche, ein klein bisschen kenne ich mich hier auch schon aus. Ich durchsuche alle Schränke, manche sind auch verschlossen, jedoch interessiert es mich gerade nicht besonders, was sich darin befindet.
In einem unteren Schrank finde ich dann ein einigermaßen sauberes Glas und fülle es mit Leitungswasser, da ich auch weit und breit keine Flasche Wasser gefunden habe.
Mein Weg führt erneut zu Jeff ins Wohnzimmer, in dem ich ihm nun das Glas Wasser reiche.
Er seufzt einmal genervt auf und macht noch keinerlei Anstalten, das Glas entgegen zu nehmen.

"Ich hab dir doch eben gesagt, dass ich das nicht will", erwidert er auf meine Geste.

Ohne jedoch eine Antwort zu geben, halte ich ihm das Glas immer noch hin und schaue ihn erwartungsvoll an.
Nach ein paar Sekunden gibt er dann auch auf, verdreht die Augen und stieß einen Seufzer aus.
Jeff nimmt das Glas, stellt es aber vorerst nur an die Seite der Couch.
Immerhin hat er es schonmal entgegengenommen!
Zögernd bleibe ich nun noch einige schweigsame Momente und denke nach, wo genau ich nun die Nacht verbringen könnte.
Unbewusst starre ich währenddessen die ganze Zeit Jeff an, bis mich dann aber wieder unter Kontrolle habe und leise das Zimmer verlasse.
So leise wie es geht schleiche ich in Richtung Tür, denn meiner Meinung nach kann er mich im Gegensatz, dass ich ihm geholfen habe, auch wieder freilassen!
Als ich aber gerade die Türklinke runterdrücke, bemerke ich erst jetzt, dass Jeff zu meiner großen Verwunderung anscheinend die Tür verschlossen hat!
Das kann doch nicht wahr sein! Warum habe ich auch immer nur so ein Pech?!
Innerlich fluchend und um mich nicht getäuscht zu haben, mache ich einen erneuten Versuch, die Tür zu öffnen, als ich auf einmal Jeff aus dem Wohnzimmer etwas sagen höre.

"Versuch es erst gar nicht", warnt er mich und ich denke noch einige Sekunden darüber nach, was er mir gesagt hat und lasse mich dann erschöpft an der Tür runter sinken.

Weil ich so viel mitgemacht habe, schlief ich relativ schnell ein und bekam nichts mehr mit.

Als ich am Morgen aufwache, sitze ich immer noch in der Gleichen Position an der Tür, wie ich eingeschlafen bin.
Alles ist ruhig, man hört nur die paar Vögel im Wald zwitschern. Die haben es gut, die können hinfliegen wo es ihnen gerade passt und ich werde hier in dieser alten Hütte festgehalten.
Vorsichtig stehe ich auf und bewege mich ins Wohnzimmer, in dem ich immer noch Jeff vermute. Ich betrete leise das Zimmer und sehe Jeff, der aufgerichtet auf der Couch sitzt. Ich zucke jedoch leicht zusammen, da Jeff mich sofort mustert als ich ins Wohnzimmer kam.

Heartbeat (Jeff the Killer Lovestory)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt