Schutz! 2/2

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Zeitsprung: Nächster Tag

Ich stand im Bad und machte meine Haare zurecht. Es dauerte mal wieder ne ganze Weile. Meine Haare wollten heute einfach nicht. Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal zufrieden war, ging ich wieder in mein Zimmer und schnappte mir mein Hansy und meinen Geldbeutel. "Viel Spaß.", wünschte mir Nina und ich lächelte nur. Mik holte mich ab und er hatte mir geschrieben, dass er draußen warten würde, also ging ich runter und tatsächlich. Er stand dort lässig an die Wand gelehnt. "Und wie war dein Tag bis jetzt?", wollte er wissen, nach dem wie uns begrüßt hatten. "Ganz gut. Welchen Film gucken wir eigentlich?", fragte ich und sah ihn neugierig an. "Mal schauen. Also es läuft grad ein Spiderman-Film, aber auch ein Horrorfilm. Mir ist es eigentlich relativ egal, aber bitte keinen Romantikkitsch.", lachte er und seine Hand berührte zufällig meine. "Aber Romantikkitsch ist doch immer so spannend.", meinte ich sarkastisch und musste auch lachen. "Total.", brachte er hervor, während er immer noch lachte. Sein Lachen war wirklich wunderschön. Ganz beiläufig griff ich nach seiner Hand. Er sah mich erst verwundert an, doch ließ nicht los. Ich weiß nicht, aber irgendwie bekam ich immer mehr das Gefühl, dass uns jemand beobachtete.

Am Kino suchten wir uns einen Film aus und setzten uns in die letzte Reihe. Immer noch hatte ich das Gefühl, dass uns jemand beobachtete. Ich sah mich um, aber ich erkannte niemanden. Der film fing an und ich sah gespannt auf die Leinwand. Im Laufe des Films legte ich meinen Kopf auf seine Schulter und er legte einen Arm um mich. Der Film war total gut. Ja okay, wir hatten uns ja auch für Spiderman entschieden. Als der Film zu Ende war, verließen wir den Saal und ich musste mich erstmal strecken. Ich sah mich kurz um und entdeckte den Grund, warum ich mich beobachtet fühlte. Mein Ex lehnte an der gegenübeliegenden Wand und beobachtete uns. Ich sah schnell zu Mik. "Ist was?", wollte er leise wissen. "Mik? Küss mich bitte.", bat ich leise. Er sah mich erst verwundert an, doch dann legte er seine Lippen auf meine. Sofort hatte ich das Gefühl, dass ich sicher war, doch natürlich war das nicht wahr. Als er sich von mir löste, lächelte er. Ich wendete den Blick ab und sah, dass mein Ex auf uns zu kam. "Hey Kostas, kann ich kurz mit dir reden?", fragte er freundlich. "Nein danke, kein Bedarf.", sagte ich und zog Mik mit mir. "Ey, wir hatten das noch nicht geklärt.", knurrte er und packte mich an der Schulter. "Doch das hatten wir, Elias. Du hast mich lange genug gequält und jetzt verschwinde.", fauchte ich und griff nach Miks Hand. "Ist das dein Neuer?", wollte Elias bissig wissen. "Das geht dich einen Scheißdreck an.", knurrte ich und sah dann zu Mik, "Lass uns gehen." Er nickte und wir verließen das Gebäude. Ich schaute hinter uns und sah, dass Elias uns folgte. Mik zog mich in ein Gebäude und führte mich durch die Gänge. Irgendwann blieb er stehen und er sah mich an: "Wer war das gerade?", wollte er wissen und sah mich besorgt an. "Mein Ex! Ich will ihn nicht mehr sehen, nach dem was er mir jahrelang angetan hat.", erklärte ich und sah zur Seite. "Was hat er dir denn angetan?", hakte Mik nach und zog mich runter, so dass wir auf dem Boden saßen. "Na ja eigentlich rede ich nicht gerne darüber, aber du solltest es vielleicht wissen.", meinte ich und lächelte zerknirscht. "Wenn du meinst, dann schieß los.", forderte er mich auf. "Er hat mich jahrelang benutzt. Ich war sein Fußabtreter. Ich war wie eine Art Sklave für ihn. Wenn ich nicht das getan habe, was er wollte hat er mich geschlagen oder vergewaltigt. Es war schlimm. Ich hab es niemandem erzählt. Ich hab mir einfach einen neuen Job gesucht und ihm einen Brief hinterlassen, dass es vorbei ist. Ich wollte weg aus Hamburg. Aber er hat mich gefunden.", am Ende liefen mir Tränen über die Wangen und ich schluchzte leise. "Wie kann jemand so brutal sein?", fragte Mik leise und zog mich in seine Arme. Ich reagierte nicht und weinte einfach. "Kostas?", hauchte er sanft. "Ja?", flüsterte ich und sah ihm in seine wunderschönen braunen Augen. "Es ist vielleicht der falsche Moment, aber ich glaube, dass ich mich in dich verliebt habe.", erklärte er verlegen. Ich war erst völlig geschockt, doch dann legte ich ohne zu zögern meine Lippen auf seine. "Da seid ihr ja. Kostas, ich bin noch nicht fertig mit dir.", riss uns plötzlich die Stimme von Elias auseinander. Wir standen auf und Mik stellte sich vor mich. Elias kam näher und stand jetzt direkt vor Mik: "Würdest du mich kurz mit Kostas allein lassen?", fragte er höflich, doch in seiner Stimme schwang ein fieser Unterton mit. "Ich denke gar nicht dran.", knurrte Mik und griff nach meiner Hand. Elias hob die Hand und holte aus. Kurz bevor er Miks Gesicht traf, packte ich sein Handgelenk: "Wag es ja nicht meinen Freund auch nur einmal anzufassen.", fauchte ich wütend. Es reichte doch, wenn er mir wehtat. "Dann komm mit mir zurück nach Hamburg, dann passiert deinem kleinen Freund auch nichts.", drohte Elias und in seinen Augen funkelte die pure Boshaftigkeit. Geschockt sah ich ihn an. Mik zog mich an sich und legte seine Lippen an mein Ohr: "Bitte bleib bei mir. Ich hab dich doch gerade erst gefunden.", hauchte er ganz leise und küsste dann eine sehr empfindliche Stelle hinter meinem Ohr. Ich drehte seinen Kopf, so dass er mir in die Augen schauen konnte: "Ich verlass dich nicht.", schwor ich ihm. "Niemals?", fragte er und lächelte. "Niemals.", versprach ich und legte meine Lippen wieder auf seine. Er verschränkte seine Hände in meinem Nacken, während ich meine an seine Hüfte legte. Wir blendeten Elias völlig aus und ich strich mit meiner Zunge über seine Lippen. Ich zog ihn noch enger an mich und wir vertieften den Kuss. Nach einer Weile mussten wir uns voneinander lösen und sahen uns in die Augen. Mik lächelte und hauchte mir einen kurz Kuss auf die Wange: "Du bist so unfassbar schön.", flüsterte er, "Ich werd alles tun, damit dir nie wieder jemand weh tut." Ich zog ihn an mich und vergrub mein Gesicht in seiner Halsbeuge. "Ihr werdet noch sehen, was ihr davon habt!", schrie Elias und verschwand. Mik lachte leise. "Wo sind wir hier überhaupt?", fragte ich plötzlich, denn ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. "In einem Wohngebäude. Den Gang runter wohnt ein Kumpel von mir. Ich übernachte dort öfter, aber nicht heute.", meinte Mik und zog mich wieder mit sich. "Warum nicht?", wollte ich wissen. "Na ganz einfach, weil ich dort eigentlich nur mit den Typen und Weibern hingehe, die ich einfach nur flachlegen will. Der Vorteil ist dabei, dass ich morgens ziemlich schnell abhauen kann. Jetzt sag nicht, dass das fies ist. Das weiß ich selbst, aber so bin ich nun mal.", erklärte schulterzuckend. "Hattest du schon mal eine ernsthafte Beziehung?", hakte ich nach. "Ja, zwei bis jetzt. Der erste Typ hat mir sechs Mal mit meiner ehemaligen besten Freundin betrogen und der andere Typ hat mich wie Dreck behandeln und mich geschlagen, wenn ich nicht gespurt habe. Seit dem meine letzte Beziehung in die Brüche gegangen ist, hatte ich ziemlich viele Dates und man merkt eigentlich ziemlich schnell, ob man mit der Person etwas ernstes aufbauen möchte oder nicht. Bis jetzt warst du der erste mit dem ich es wirklich versuchen will.", erzählte er und strich sich verlegen durch die Haare. "Ernsthaft? Warum ausgerechnet ich?", fragte ich neugierig. "Ich weiß es nicht. Als ich dich vorgestern auf der Party geküsst habe, war das eigentlich nur, weil ich wissen wollte, ob deine Lippe wirklich so weich sind, wie sie aussehen. Der Kuss hat in mir ein ungewohnt vertrautes Gefühl ausgelöst. Deine braunen Augen haben mich einfach fasziniert. Das ich den anderen nicht erzählt habe, was wir im Nebenraum gemacht haben, war nur ein Vorwand um dich noch einmal küssen zu dürfen. Seit dem kann ich an nichts anderes denken. Du hast es innerhalb eines Kusses geschafft mich völlig um den Verstand zu bringen.", erklärte er und sah mich mit seinen großen Teddyaugen an. "Okay, aber eine Frage hab ich da noch.", meinte ich leise. "Die wäre?", forderte er mich zum reden auf. "Von welcher Wette hat Mo geredet? Ich hab gehört wie ihr darüber geredet habt.", sagte ich und musterte ihn. "Na ja, das ist ne ziemlich fiese Wette. Ich hab mit Jonas gewettet, dass ich innerhalb von 6 Monaten mehr Typen flachlege, als er Weiber und bis jetzt war ich gut dabei, doch dann kamst du und ich war verloren. Die Wette geht noch 3 Monate und er war nur knapp hinter mir.", erzählte er und wurde knallrot. "Das klingt nach einer ziemlich dummen Wette.", stellte ich fest. "Stimmt schon.", gab er zu und lachte. "Warum hast du mich denn nicht einfach flachgelegt? Ich mein, du möchtest die Wette doch bestimmt gewinnen oder?", wollte ich wissen. "Eigetnlich ja, aber du bist zu wertvoll. Du hast schon Recht, eigentlich hätte ich versucht, dich auf der Party einfach flachzulegen, aber nach dem Kuss wusste ich, dass ich dich nicht einfach benutzen kann. Du bist mehr als ein Mittel zum Zweck.", meinte er und lächelte wieder. "Warte und woher soll ich wissen, dass du es ernst meinst?", fragte ich und musterte ihn erwartungsvoll. "Ganz einfach, ich habe noch nie einen meiner Freunde betrogen, egal wie mies sie mich behandelt haben. Wenn man in einer Beziehung ist, dann sollte man auch treu sein können, wenn man das nicht kann, dann sollte man auch keine Beziehung führen. Also Kostas, willst du mit mir zusammen sein?", wollte er wissen und kaute wieder nevös auf seiner Unterlippe. Ich dachte kurz nach, aber mal ehrlich, was sprach denn dagegen. "Ja.", sagte ich leise. Kaum hatte ich das gesagt, lagen seine Lippen wieder auf meinen.

Wir kamen bei der Wohnung an, in der ich mit Nina zur Zeit noch wohnte und ich schloss die Tür auf. "Hey Kostas, du hast Besuch!", rief meine Cousine aus dem Wohnzimmer. Ich schickte Mik leise in mein Zimmer und ging dann zu meinem Besuch. "Was will der hier?", fragte ich, als ich ins Wohnzimmer trat und Elias entdeckte. "Er wollte mit dir reden.", meinte Nina und stand auf. "Ich aber nicht mit ihm. Außerdem wartet Mik in meinem Zimmer.", sagte ich gereizt. "Ich glaub, ich lass euch mal lieber allein.", meinte meine Cousine und verschwand. "Was willst du noch?", wollte ich wütend wissen. Elias stand auf und kam näher. Er drückte mich an die Wand und sah mir in die Augen: "Ich will dich!", hauchte er und drückte seine Lippen auf meine. Ich versuchte ihn wegzudrücken, doch es klappte nicht. Ein Räuspern unterbrach ihn und er ließ von mir ab. "Könntest du mir vielleicht verraten, woher du dir das Recht rausnimmst, meinen Freund zu küssen?", wollte Mik wissen und klang ziemlich sauer. "Dein Freund? Das ich nicht lache. Kostas braucht nen richtigen Kerl und nicht so nen Lappen, wie dich.", lachte Elias dreckig. Er hatte mich immer noch fest an die Wand gedrückt. "Ich wusste gar nicht, dass echte Kerle die Person, die sie lieben, misshandeln und vergewaltigen.", warf mik ihm vor. "Na und wenn schon. Er hat es nicht besser verdient. Er ist ein Versager. Glaub mir, ich tu dir einen Gefallen, wenn ich ihn wieder mitnehme.", erklärte Elias gehässig. "Du wirst meinen Freund nirgendswo mit hinnehmen.", meinte Mik gereizt und zog ihn von mir weg. Mik zog mich in seine Arme und drückte mich fest an sich. "Verschwinde sofort oder ich ruf die Polizei.", forderte Mik knurrend. Elias schnaubte abfällig und verschwand dann tatsächlich. Mik gab mir einen Kuss auf den Kopf und zog mich in mein Zimmer. Wir legten uns auf mein kleines Bett und ich kuschelte mich eng an ihn. Irgendwann zog ich einfach mein Pullover aus, weil es sonst zu warm geworden wäre. "War er das?", fragte Mik entsetzt und strich über meine blauen Flecken und meine Narben. "Ja.", gab ich leicht verlegen zu. "Wie kann man jemandem sowas nur antun?", fragte er leise und mehr zu sich selbst. Auch er zog sein T-Shirt aus und ich betrachtete seinen Körper. Er hatte gut ausgeprägte Bauchmuskeln und nur mit Boxershorts bekleidet wirkte er eher, wie ein Pornostar. "Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du verdammt heiß aussiehst?", wollte ich wissen und biss mir leicht auf die Unterlippe. "Du bist der Erste, der mir das sagt.", gab er zu und legte sich wieder zu mir. "Ernsthaft? Waren alle anderen blind oder was?", ich konnte nicht fassen, dass ihm das noch nie jemand gesagt hatte. Ich kuschelte mich wieder an ihn und schloss die Augen. Ich spürte noch, wie er die Arme um mich schloss und mich eng an sich zog, bevor ich einschlief.

"Hey Kostas, wach auf!", riss mich die sanfte Stimme von Mik aus meinem Traum. Panisch riss ich mich von ihm los und sah mich um. Ich fing bitterlich an zu weinen. "Was ist los? Was hast du geträumt?", fragte er und zog mich einfach wieder an sich. Ich weinte unaufhörlich und er strich mir sanft über den Rücken. "Ich hab geträumt, dass Elias dir was antut, dass er dich misshandelt und vergewaltigt und das alles vor meinen Augen. Ich war machtlos und hatte solche Angst. Versprich mir, dass du immer auf dich aufpasst.", bat ich ihn und vergrub mein Gesicht an seiner Schulter. "Versprochen. Mir passiert schon nichts. Und dir auch nicht mehr. Ich bin bei dir.", flüsterte er beruhigend und gab mir einen Kuss aufs Haar. Ich nickte: "Ich liebe dich." "Ich dich auch.", hauchte er liebevoll und ich schloss wieder die Augen. In seinem Arm fühlte ich mich sicher. Ich war mir sicher, dass er der Richtige war. Er war mein Schutzschild.


So das hier ist der zweite und letzte Part! Und btw ich hab seit gestern Sommerferien!

Kostory - OneShotsammlung #Wattys2017Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt