Begegnung

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Also das ist meine neue Geschichte. Wie ihr sicher schon bemerkt hat, geht es um Marc Márquez. Die Geschichte spielt in der Saison 2019, also vor Marcs Verletzung und beginnt beim Aragón GP. Die Rennergebnisse sind so beibehalten worden, wobei das eh kaum eine Rolle spielt. Also viel Spaß beim Lesen.

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Meine Finger zitterten. Ich spürte, wie meine Hände schwitzig wurden und meine Knie weich. Ich konnte meine Nervosität nicht verbergen. Mein Körper schien mir nicht mehr zu gehorchen und ich konnte spüren wie die Emotionen in mir hochstiegen.

Am liebsten wäre ich einfach weggelaufen. Ich wusste aber auch, dass das nichts bringen würde. Es war einfach keine Option. Ich hatte einen Job, den ich erledigen musste. Das hier war mein großer Traum und den konnte ich mir nicht durch meine Psyche vermasseln. Das durfte einfach nicht passieren.

Ich holte einmal tief Luft und trat dann durch die Tür. Nervös hielt ich Ausschau. Heute würde ich ihn zum ersten Mal wiedersehen. Es waren seitdem sechs Jahre vergangen. Dort hatten wir uns zum letzten Mal gesehen. Das würde sich heute ändern. Eigentlich dachte ich, dass ich nicht so nervös sein würde. Da war ich wohl falsch gelegen.

Er war immer noch in meinem Kopf. Es war wohl kaum ein Tag in diesen sechs Jahren vergangen an dem ich nicht an ihn gedacht habe. Natürlich hatte ich es auch nicht lassen können mich über ihn zu informieren. Ich wusste was er tat und es wirkte nicht so als hätte er sich groß verändert.

In meinem Kopf spielten sich alle möglichen Gedanken ab. Ich konnte nicht einschätzen was passieren würde. Vielleicht wäre es mir leichter gefallen, wenn wir uns groß gestritten hätten oder wenn es Probleme gegeben hätte. Das war aber nicht der Fall. Im Gegenteil.

Es gab natürlich Momente, in denen wir uns gestritten haben, aber wir konnten uns sowieso nicht lange böse sein. Es gab einen anderen Grund, warum ich heute so nervös war. Immerhin war ich der Grund, warum wir sechs Jahre lang keinen Kontakt mehr hatten. Daran war allein ich schuld.

Ich hatte keine Ahnung wie er reagieren würde. Ob er wohl immer noch sauer wäre nach all den Jahren. Es gab Momente, in denen sein spanisches Blut dann doch mit ihm durchging. Meistens verbarg er allerdings seine Gefühle. Die meisten würden wohl nicht erwarten, dass er innerlich brodelte, weil er äußerlich so ruhig blieb als wäre alles in bester Ordnung.

Ich habe es trotzdem immer erkannt, wenn er sauer war. Seine Tonlage änderte sich dann immer. Seine Stimme wurde einfach einen Hauch höher. Auch der Tonfall war ein anderer. Er hörte sich immer noch ruhig und gelassen an, aber er hatte doch diesen gewissen Unterton, welchen er nicht verbergen konnte. Wenn er es tatsächlich schaffen sollte, dass alles zu verbergen, dann verriet ihn doch immer eines. Seine Augenbrauen. Immer wenn er sauer war, zog er sie nach oben, wenn er sprach.

Genau genommen tat er das immer, wenn er emotional aufgewühlt war. Es war auch nur ein kleiner Unterschied und doch war er mir immer aufgefallen. Es waren diese kleinen Besonderheiten, die sich so in mein Gedächtnis gebrannt haben, dass ich sie auch heute noch, über sechs Jahre später, wusste.

Er war für mich immer noch kein Fremder. Selbst jetzt hatte ich das Gefühl ihn in- und auswendig zu kennen. Keine Ahnung ob er immer noch diese Person sein würde, aber für mich war er es. Es gab wahrscheinlich keinen Menschen auf diesem Planeten, der so viel von mir wusste wie er. Das war eigentlich komisch, weil man doch erwarten würde, dass ich auch in anderen Beziehungen so offen war. Trotzdem gab es Dinge, die ich einzig und allein ihm erzählt hatte und es gab noch so viele mehr, die ich ihn gar nicht erst erzählen musste. Er wusste sie einfach.

Obwohl ich ihn so gut kannte und ganz genau wusste wer er war, hatte ich doch keine Ahnung was gleich passieren würde. Vielleicht wäre er traurig, vielleicht wäre er wütend und vielleicht würde er sich auf freuen mich zu sehen. Ehrlich gesagt war alles wahrscheinlich.

Last DanceTahanan ng mga kuwento. Tumuklas ngayon