„Ich hatte nie groß darüber nachgedacht, wie ich sterben würde... Aber anstelle von jemandem zu sterben, den man liebt, scheint mir ein guter Weg zu sein, um zu gehen..."
Und wenn ihr Jäger immer näher auf sie zukäme, so würde sie sich nicht bewegen. Sie würde ihm geradewegs in die Augen schauen und lächeln. Ihren Tod würde sie mit offenen Armen begrüßen, während dieser sie in eine Welt hinab ziehe, erfüllt von wunderbaren Träumen und Liebe. Eine Welt, die gleichzeitig ihren Untergang verkörpert.
Seit ich in einer schwülen Mittsommernacht die Twilight-Filme sah, ist Bella Swan genau das für mich gewesen. Ein hilfloses, töricht naives und auf vielen Ebenen ungeschicktes Mädchen. In guter Regelmäßigkeit sorgte sie im Publikum für Fremdschämen.
Ich habe vollstes Verständnis für die Menschen, die sowohl die Filme, als auch die Bücher auf denen sie basieren verabscheuen. Um ehrlich zu sein ist die Handlung, im Gegensatz zur wunderbaren Cinematographie des ersten Films, kompletter Müll. Die Liebe zwischen Bella und Edward ist genauso toxisch, wie die Beziehung zwischen ihr und Jacob fad und dumm ist. Vampire sind in dieser Welt ebenfalls nicht die ausgefallensten Geschöpfe, da sie nur durch ihre einzigartigen Kräfte annähernd interessant werden.
Doch hat mich das alles davon abgehalten, die Saga aller zwei Jahre zu schauen und in ihrer unsinnigen Romanze und Nostalgie zu schwelgen? Die Antwort lautet nein.
Twilight ist ein ironisches Meisterwerk mit Kultstatus und verdient meines Erachtens nach jedes bisschen an Aufmerksamkeit. An dieser Stelle ist es egal, ob die Aufmerksamkeit nun gut oder schlecht gemeint ist. (Der "Immer noch eine bessere Liebesgeschichte als Twilight"-Witz wird eben auch schon alt.) Und aus diesem Grund sitze ich heute, acht Jahre nachdem ich die Filme das erste Mal sah, allein auf dem Sofa, bereit den Film zu schauen. Normalerweise leisten mir ein paar meiner Freundinnen und Freunde bei dieser Reise der Nostalgie Gesellschaft, doch leider hatte heute niemand Zeit für mich. Es kann schon sein, dass ich ein wenig enttäuscht über diesen Umstand war, aber keinesfalls traurig. Auf der anderen Seite sah ich es positiv: Endlich konnte ich die Filme anschauen, ohne andauernd pausieren zu müssen, weil wieder irgend jemand aufs Klo muss.
Mit Süßigkeiten und Knabbereien ausgestattet setzte ich mich in Jogginghosen vor den Flachbildfernseher, der bei meiner Familie im Wohnzimmer stand. Die CD, welche ich mir netterweise von einer Freundin ausleihen durfte, reflektierte das Licht der kleinen Lampe in der Ecke des Wohnzimmers.
„Und los geht's..." sagte ich zu mir und legte die CD in das Laufwerk ein. Mit einem zufriedenen Grunzen ließ ich mich zurück auf die Couch fallen und startete den Film.
Wie immer beginnt der Film mit Bellas Monolog, während das Reh von einer ‚unbekannten' Kreatur geschlachtet wird. (Natürlich ist dieses unbekannte Wesen ein Vampir.) Die Szene ändert sich und wir sehen Bella mit ihrer Mutter in ihrem Zuhause in Phoenix.
Während ich den Film schaue, beginnt etwas Merkwürdiges. Es war, als würde der Bildschirm immer näher auf mich zukommen, obwohl er das offensichtlich nicht tun konnte. In meinem Kopf fühlte es sich an, als ob jemand mit einem Mixer alles verzerrte, doch meine Augen beteuerten mir, dass alles in Ordnung sei. Wie in Trance merkte ich, dass sich meine Tiefenwahrnehmung verabschiedete. Als dann auch noch der Fernseher anfing sich vor meinen Augen zu verzerren und umher zu wackeln, war ich endgültig nicht mehr in der Lage zu sagen, wie weit ich eigentlich von ihm entfernt saß. Mit meinem letzten Überlebenswillen suchte ich die Fernbedienung, um die schwindelerregenden Klänge des Fernseher auszuschalten. Langsam versuchte ich aufzustehen und fasste mir an den Kopf, in der Hoffnung, dass das Bohren in meinem Schädel dadurch gestoppt würde.
„Scheiße!", fluchte ich und schimpfte weiter vor mich hin. Was zur Hölle passiert hier gerade?! Ich vergaß den Film, der noch immer im Hintergrund lief und suchte mein Handy. In diesem Moment wünschte ich mir, dass ich es immer und überall dabei hätte, doch Fehlanzeige. Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt es auf meinem Nachttisch.
Sehr langsam und mit einer Hand an allen Möbeln die ich zu fassen bekam, damit ich nicht umfalle, torkelte ich durch den Raum. Mein Ziel war mein Zimmer. Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen ist, doch nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich die Tür zum Flur. Inzwischen konnte ich rein gar nichts mehr sehen und mein ganzer Körper begann unkontrolliert zu zittern. Was geht hier nur vor sich? Hatte ich einen Anfall? Mein Geist schien jedoch super zu funktionieren und ging alle möglichen Endungen dieser Situation durch. Dummerweise endete jede Einzelne mit meinem Tod... ob nun früher oder später spielte keine Rolle.
Mein Kopf fühlte sich inzwischen an, als ob er sich von meinem Körper löste und verselbstständigte. Plötzlich kippte alles um mich herum, direkt danach hörte ich ein lautes Knacken und verlor gänzlich das Bewusstsein.
~•~•~•~
~ Hallo ihr Lieben, ich hoffe, dass euch der erste Teil dieser etwas anderen Fanfiction gefallen hat! Das englische, unveröffentlichte Original stammt von JojOni-tan . Ich durfte es nun übersetzen und veröffentlichen. An der Stelle ein großes Dankeschön dafür! Wir lesen uns beim nächsten Mal! LG Jasi ~
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.