Castiel kämpft 1 Jahr nach dem erweiterten Selbstmord seines besten Freundes immer noch mit der schrecklichen Ungewissheit und der Frage „Warum?"
Es kursieren Gerüchte das er wohl in dem einem Jahr der Verzweiflung und Schmerzen eine Tournee mit se...
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Brandon Lee als Castiel
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Prolog
Castiel
Ich riss die Augen auf. So wurde ich aus dem Schlaf gezerrt.
Es passierte nicht wie gewohnt, das ich schlaftrunkend ganz langsam zu mir fand zu diesem Morgen voll mit täglichen Banalitäten. Wie sonst auch.
Ich riss die Augen auf und war wach. Nicht verschlafen und maulig weil mein Tag begann. Ich war wach.
Ich wusste das etwas passiert war. Ich war wach.
Ich wusste das was nicht in Ordnung war, ich hatte mit einer kleinen Kleinigkeit gerechnet. Eine Dringlichkeit die keine war, nicht für mich. Etwas Doofes, Banales, etwas was ich mit meinem Charisma hätte wieder hinbiegen können. Mit meinem wilden Aussehen und meiner wortgewandtheit.
Aber dem war nicht so, nichts war an diesem Morgen wie gewohnt. Irgendwie war alles scheiße. Alles hatte seinen Glanz verloren, obwohl draußen friedlich die ersten Vögel zwitscherten an diesem warmen Frühlingsmorgen. Seichte Sonnenkegel die durch meine dunklen und billigen Gardinen scheinten. EigentlichganzfriedlichdieserMorgen, dachte ich. Eigentlichfühlteichmichnichtkrank, dachte ich. EigentlichwardochallesbeimAlten, dachte ich. Ich würde gleich aufstehen und einen Cornflakes futternden Alexus in unserer kleinen Küche erwarten, der Kreuzworträtsel rätselte und energisch und impulsiv kaute und mich dann anfunkelte mit seiner zu großen Brille. Die Brille trug Alexusselten, dachte ich. Erwarkurzsichtig, dachte ich.
Stöhnend stieß ich mich aus meinem Bett. Ich war nicht so müde wie immer und ich brauchte auch keine kleine Ewigkeit um mich aus meiner sitzenden passiven Haltung der Welt draußen außerhalb meines dunklen Zimmers gegenüber zu lösen. Ich brauche für alles nicht zu lange, wie sonst auch. Kein langes ins Badezimmer schlurren und schlurrend meine Zähne putzen, duschen, meine morgendliche Playlist hören, unter der Dusche Luftgitarre spielen wie ein irrer Gitarrengott. Lange dastehen und das warm weiche Wasser auf meiner blassen Haut spüren und zu oft durchatmen das es mich selbst nervte.
Irgendwas war nicht in Ordnung Castiel, irgendwas stimmt doch nicht. Sagte ich mir selbst in meinen Gedanken als ich zu lange vor dem beschlagenen Spiegel stand und trüb meine feuerroten schulterlangen Haare hinter der beschlagenen Fassade von verdampften Wasser erkannte und genau hinsah.
Was war nicht in Ordnung?
Mit meiner dunklen Boxershorts bekleidet näherte ich mich der Küche in der Alexus hätte sitzen sollen und essen und rätseln sollen und hätte das Radio zu leise hinter sich laufen lassen und trotzdem noch gleichzeitig bei der ganzen Alexus-Hektik mit dem Kopf zu der Radiomusik wippen sollen. Wie sonst auch.
Aber die Küche war leer und in der kleinen Wohnung lag eine dumpfe erstickende Schicht Stille wie ich sie nie kannte in unserer alternative mancave.
Ich schluckte, mein Herz pochte pochte und pochte mir fest und schmerzenden gegen die Brust. Ich machte große Augen bei der großen Wucht die mein Herz von sich gab, ichwarnichtpanisch, dachte ich. Ich hatte ein mulmiges brennendes Gefühl im Magen und bewegte mich nicht von der Stelle, ich war mitdem Boden verwachsen dachte ich.
Nach weiterer völliger Stille übernahm ich mich endlich in Alexus Zimmer zu gehen, ich rechnete mit etwas Schlimmen. Aber sein in blau getauchter Raum war leer. Er roch wie immer, zu gut für das Zimmer eines jungen Mannes Anfang 20. Aber es roch nicht verdächtig, ganz normal. Etwas wie das Meer, Räucherstäbchen und Duftkerzen. Und es war sauber, zu sauber.
Ich musste schmunzeln, als sich die Dialoge in meinem Kopf abspielten und schreckte im selben Moment zurück. Diese Dialoge in meinem Kopf waren anders. Es war als würde ich Alexus sein Leben vor meinem inneren Auge in Schnelldurchlauf an mir vorbeiziehend wahrnehmen.
Ich schüttelte den Kopf um dies zu beenden und es klappte. Mir war schlecht und ich musste einige Male tief einatmen um wieder zu einer konstanten Atmung zu gelangen.
Ich betrat Alexus Zimmer, langsam und wachsam um nicht mehr solcher Bilder in meinem Kopf Revue passieren zu lassen, ganz unwillkürlich. Es war beängstigend und zugleich sein Raum.
Mir fiel nichts seltsames auf, überall standen Bücher unzählige Bücher. Ein großer runder skandinavischer Teppich schmückte seinen Raum. Pflanzen, Lavalampen. Platten, Plattenspieler, Bilder an den Wänden, Laptop, Klamotten zählte ich in meinem Kopf auf. Ich zählte unzähliges auf, alles schien mir normal nur das er nicht da war.
Ich musste mich setzen, mir war immer noch ganz schlecht, ich setze mich auf sein quietschendes Holzbett und hörte plötzlich ein Summen in Richtung Plattenspieler. Der fast neben seinem Bett stand. Ich stellte ihn nicht lauter nein, ich strengte mich an hinzuhören was Alexus gespielt hatte.
Es war Chamber of Reflection von Mac DeMarco, er hatte eine Platte von Mac aufgelegt. Das tat er selten. Nichtsungewöhnliches, dachte ich und horchte.