Prolog 🌹

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Das Leben spielt nicht immer mit denselben fairen Regeln für jeden hier und auch ich musste diese Erfahrung machen. Wir alle haben Momente der Freude, in denen wir uns nichts sehnlicher wünschen, als das sie nie vorübergehen. Tage, an denen wir vor Lebensfreude nur so sprühen und alles wieder einen Sinn ergibt. Wir kennen aber auch zu gut die Momente der Schwäche, der Angst und der Unberechenbarkeit dem gegenüber, was wir nicht kontrollieren können. Manchmal können sich Dinge über Nacht ändern. Man wacht nicht mehr als der Mensch auf, als der man sich am Abend zuvor ins Bett gelegt hat. Man fragt sich oft, womit man das verdient hat. Was habe ich falsch gemacht? Warum all das gerade mir passierte? Wofür war das die Strafe? Ich meine, natürlich ist kein Mensch perfekt, ich selbst mit eingeschlossen, aber habe ich das wirklich verdient? Es wurde mir oft gesagt, dass Gott es den Menschen auflastet, die es tragen können, aber kann ich das wirklich alles tragen? Woher kann Gott im Voraus wissen, dass ich im Stande sein werde all das auszuhalten? Und ist nicht auch der stärkste Mensch irgendwann am Ende seiner Kräfte?
Auf der anderen Seite darf man Dinge erleben, für die man unendlich dankbar ist, die einem so viel Kraft und Mut schenken, dass es wieder ausreicht, sich nicht hängen zu lassen! Man hat für kurze Zeit den Gedanken, dass einem ja vielleicht doch nicht alles aus der Bahn läuft und jetzt wieder alles gut werden wird. Irgendwann muss sich die Zeit, in der man gelitten hat, in der man einen kostbaren Teil seiner Lebenszeit verloren hat doch auch wieder auszahlen. Auszahlen, in etwas, das einem wieder neue Kraft gibt, Kraft, um für sich selbst weiter zu kämpfen. Egal mit was der Mensch zu kämpfen hat, ist schwierig, angsteinflößend und scheint manchmal fast unmöglich zu sein.
Stell dir vor, du bist von einem Tag auf den anderen nicht mehr du selbst und es gibt nichts was du hättest tun können, um es aufzuhalten. Du bist auf die Ärzte angewiesen, die eigentlich hier sind um zu helfen und doch taten sie es in meinem Fall nicht. Mein Leben wurde total auf den Kopf gestellt und es gibt Menschen, die ihr wahres Gesicht erst zeigen, wenn die perfekte Fassade eines Menschen zerfällt. Wer wird zu dir stehen, wenn es hart auf hart kommt? Wenn das Leben nicht mehr nur aus Spaß besteht, sondern zu einem Kampf gegen deinen eigenen Körper wird, der niemals ruht? Wer wird dich weiterhin für das akzeptieren und lieben, was dich ausmacht, auch wenn sich viele Dinge geändert haben?

Ende gut, alles gut?
Wo bleibt denn der Märchenprinz im echten Leben? Jemand, der seinen Partner so akzeptiert wie er ist, ohne etwas am anderen aussetzen oder ändern zu wollen. In schweren Zeiten wirklich füreinander da zu sein und den anderen zu verstehen, auch wenn man niemals nachvollziehen kann, was der andere am eigenen Körper durchmacht.
"Ich bin für dich da."
Um zu verstehen, was diese Worte wirklich bedeutet, muss man erstmal selbst in eine Situation kommen, in der sich wirklich alles in seinem Leben verändert. Bist du wirklich für mich da, oder sind es nur leere Worte, um dein Gewissen zu beruhigen? Worte, um dir selbst nie Vorwürfe machen zu müssen, dass du alles versucht hast, aber am Ende hat es einfach nicht mehr funktioniert, weil ich mich zu sehr verändert habe? Für jemanden da zu sein, bedeutet nicht nur jemandem gute Besserung zu wünschen und vorzugeben, dass man den anderen versteht.
Das Leben ist einfach, solange man in das Gesamtbild passt. Ein Haus steht auch nur stabil, wenn alle Bauteile perfekt aufeinander passen. Genauso ist es im Leben und in unserer Gesellschaft doch auch, oder nicht? Alles passt, solange du fehlerfrei bist, aber sobald ein Teil von dir nicht mehr zum Bauplan passt, fällt alles in sich zusammen. An dieser Stelle erkennt man erst, wer die Menschen um einen herum wirklich sind. Es gibt Dinge im Leben, die man akzeptieren muss, auch wenn es schwer fällt. Man muss sie annehmen und darum kämpfen über Wasser zu bleiben, auch wenn der  Druck zunehmend  größer wird und man ihm kaum noch Stand halten kann - aufgeben und ertrinken sollte keine Option sein! Letztendlich sind es nicht andere Menschen, die dir auf die Beine helfen, sondern nur du selbst. Die Menschen um dich werden immer versuchen eine Stütze für dich darzustellen, aber aufstehen kannst nur du alleine.
Leider wird uns allen oft erst zu spät bewusst, was wirklich zählt im Leben. Es ist für die meisten so selbstverständlich jeden Tag gesund aufzuwachen, ohne Schmerzen und das größte Problem ist nur die Müdigkeit, die man überwinden muss. Man regt sich über Kleinigkeiten auf, die eigentlich überhaupt nicht wichtig sind. Man realisiert erst wie gut es einem ging, wenn die Sonne nicht mehr jeden Tag für einen scheint.
Ins Kino gehen? Konzerte besuchen? Zur Arbeit gehen, einkaufen gehen, oder sich mit Freunden treffen? Sport machen, das Badezimmer putzen, Auto fahren oder einfach nur ein Buch lesen..
All diese Dinge sind selbstverständlich und gehören bei jedem Menschen mehr oder weniger dazu, um den Alltag zu bewältigen. All diese Dinge sind Bestandteil des Lebens. Was ist das für ein Leben in dem diese Dinge schon zu einer Herausforderung werden? Es ist mein Leben und mein Körper, der mich krank macht und er hört niemals damit auf. Falls viele vielleicht denken, dass Menschen, die krank sind immer den Mitleidsbonus bekommen, muss ich euch leider enttäuschen. Im Gegenteil muss man sich immer fragen wie viel man noch ertragen muss, bis einem endlich geholfen wird. Es gibt keinen Schalter, den man einfach umlegen kann, um alles still zu legen. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung und Schwäche hält den Körper nicht davon ab, weiter zu machen. Man fragt sich oft, warum es einem nicht einfach gut gehen kann, auf der anderen Seite geht es auch immer noch schlimmer, aber das ist keine große Aufmunterung in diesen Momenten. Man macht plötzlich nur noch kleine Schritte und erfreut sich an den winzigen Dingen im Leben. Die Erwartungen und Ziele, die man sich für sein Leben gestellt hat schrumpfen an jedem Tag, an dem man wieder bemerkt wie schlecht es einem eigentlich geht.

Was mit mir los ist? Das scheint keiner so Recht zu wissen. Ich hätte selbst nicht gedacht, dass es so schwer sein kann, einem Menschen zu helfen, in einer Welt in der wir doch so weit fortgeschritten in unserer Entwicklung sind.
Meine Diagnose: unbekannt.

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