Kapitel 1

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{ Fifth Harmony - Work from home }

»Also die Mathestunden habe ich in den letzten zwei Wochen wirklich nicht vermisst«, seufzte Cass als wir den Klassenraum nach den ersten beiden Stunden verließen.

»Wer auch immer entschieden hat, dass wir montags bereits früh am Morgen mit Mathe gequält werden sollen, sollte gefoltert und mit Integralrechnungen gequält werden«, gab jetzt auch noch Dena ihren Senf dazu.

Auch ich war jetzt schon genervt, obwohl ich Mathe eigentlich gut verstand, ganz im Gegenteil zu meinen zwei besten Freundinnen. Allerdings waren meine Nerven schon seit heute morgen zum Reißen gespannt. Und das lag nicht nur am Stundenplan.

Nach meinem Zusammenstoß mit dem Jungen am Bahnhof waren nicht nur meine Klamotten, sondern auch meine Laune zerstört.

Natürlich bemerkte ich die Blicke im Zug, die mich beinahe zerlöcherten. Dieses Mal jedoch nicht vor Anerkennung, sondern vor Hohn und Spott.

Zu allem Übel pöbelte mich dann auch noch irgendein ekelhafter Typ an und fragte nach meiner Handynummer. So schlimm konnte ich also doch nicht aussehen. Jedoch schien er nicht wirklich auf saubere Kleidung und gestylte Haare zu achten.

Es wunderte mich, dass er überhaupt wusste was ein Handy war, so wie er aussah.

Nachdem ich ihm dann einen vernichtenden Blick zugeworfen hatte, er darauf jedoch nicht reagiert hatte und ich, so wie ich aussah, vor allen anderen keine Szene machen wollte, verzog ich mich für den Rest der Zugfahrt in das kleine, stinkende Klo.

Dies bereute ich jedoch auch relativ schnell, denn der penetrante Geruch von menschlichen Ausscheidungen setzte sich schnell auf meiner Kleidung fest und sorgte dafür, dass ich selbst roch, wie eine menschliche Toilette

Und hätte mich irgendjemand gefragt, was das für ein brauner Fleck an meiner hellblauen Hose war, wäre ich wohlmöglich vollkommen ausgerastet.

Und da ich, wie die meisten, keinen Spind in der Schule besaß und sich dort somit auch keine Ersatzklamotten befanden, musste ich den ganzen Tag in meinen dreckigen und stinkenden Klamotten durch die Gänge stolzieren.

»Hat irgendjemand aufgepasst, wann wir die erste Matheprüfung schreiben ?«, fragte Cass in die Runde, doch auch Dena schüttelte nur den Kopf.

»Am 15. Dezember«, murmelte ich nur und hielt meine Augen geradeaus gerichtet. Wieso war ich von uns dreien immer diejenige, die in der Stunde aufpasste ?

»Na toll, das ist ja sogar noch einen Tag vor meinem Geburtstag«, seufzte Dena frustriert auf, jedoch erhellte sich ihr Gesicht sofort wieder und sie sah Cass und mich abwechselnd an.

»Wie wäre es, wenn wir dieses Jahr im Lakehouse von meinen Eltern feiern ? Ich meine, ich werde 17 und außerdem benutzen sie das 'verstaubte Ding' ja sowieso nicht. Für die beiden muss immer alles einen eigenen Pool und allerlei SchnickSchnack haben, sonst ist es in ihren Augen nichts wert. Ich bin froh, dass ich sie noch davon abhalten konnte, es zu verkaufen.«

Denas Eltern waren nicht unbedingt das, was man unter am Boden gebliebenen und sorgvollen Eltern verstand. Seit die Firma von Denas Vater, Persen Industry, solchen Erfolg hatte, konnten sich die Persens kaum noch vor Geldscheinen retten.

Hidden - Show me your real face Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt