Chapter 28

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Niall

„Also, wir hatten geplant, dass die jetzige Tour erstmal verschoben wird. Ihr habt schon genug Stress untereinander.“ Natalia schaute uns alle an. „Wir mussten eh schon zwei Konzerte absagen, wir haben gedacht, dass wir den Fans, die Tickets bestellt hatten, die Konzertkarten jedoch schon zuschicken, also eine zweite, welche ihnen einen festen Sitzplatz sichert, für den nächsten Termin.“

Nate redete weiter. „Es wer zu aufwendig gewesen das Geld zurückzuschicken.“ Meinte er. Ich sah Liam aus den Augenwinkeln. Er nickte. „Wir wollen jetzt auch erst einmal, dass Louis und Harry und auch ihr…“ Nate schaute mich, Liam und Zayn an. „…Zur Ruhe kommt.“

Mein Blick schweifte zu Louis. Seine rechte Hand lag auf dem Tisch, die andere unter dem Tisch, er musste wahrscheinlich mit Eleanor Händchenhalten, denn ihre rechte Hand war ebenfalls unter dem Tisch versteckt.

Mein Magen zog sich zusammen.

Es war falsch was hier passierte.

Mein Blick schweifte zu Harry. Er machte mir etwas Angst. Sein Blick war immer noch gesenkt, doch ich konnte an seinen herausstehenden Wangenknochen erkennen, dass er die Zähne zusammenbiss. Seine Finger krallten sich in seine Beine. Sein Atem ging laut, unregelmäßig und aggressiv.

Er unterdrückte etwas.

Wut.

Ich seufzte.

„Werden wir trotzdem das neue Album aufnehmen und Werbeaktionen annehmen?“ Fragte Zayn in die Runde. „Ja. Wir werden das neue Album aufnehmen, und ja wir werden Werbeaktionen annehmen, wir werden auch Musikvideos aufnehmen, aber Konzerte sind zu viel in dieser Zeit.“ Sagte Simon.

Es wurde wieder still.

„Noch irgendwas?“ Fragte ich schnell bevor wir alle aufstanden um zu gehen. „Ja.“ Sagte Simon. Alle Blicke waren auf ihn gerichtet.

„Da wir uns auch für euer Wohlbefinden interessieren, frage ich einfach mal in die Runde wie es euch so geht.“ Simon grinste und verschränkte seine Hände. Er schaute in die Runde. „Liam. Fang doch an.“ Meinte Simon nun als sich keiner zu Wort meldete und Liam schaute sich um. Keiner wollte das erste Wort dazu abgeben, er würde lügen. Das war mir klar. Würde er die Wahrheit sagen würde uns das nicht viel weiter bringen.

„Gut.“ Meinte Liam schnell und wirkte leicht panisch und hilfesuchend.

„Gut also.“ Meinte Simon und schaute Zayn an. Dieser nickte schnell. „Ja. Gut. Alles gut.“ Meinte Zayn. Würden wir die Wahrheit sagen, wäre indirekt auch rausgekommen, was das Management vorhatte. Das mit Eleanor und Louis meine ich. Und das würde Simon und zu strafen kommen lassen.

Ich konnte es immer noch nicht fassen wie sehr wir von ihnen unterdrückt und zugleich kontrolliert wurden.

„Niall, dir geht’s auch gut oder, du warst ja vor kurzem mit deinem Bruder unterwegs in London.“

Simon starrte mich an. Ich wich seinem Blick aus und starrte auf den Boden. „Mir geht’s gut.“ Presste ich hinaus.

Nein. Nein. Nein.

Gar nichts ist gut. Alles ist ein einziger Schrotthaufen.

„Louis. Wie´s aussieht hast du jemanden gefunden, hm? Wie geht’s dir, naja eher… Euch?“ Ich schloss meine Augen.

Bitte Lou. Bitte sag nichts falsches, was Harry verletzen könnte.

Dachte ich doch da fing er schon an zu reden, ich bewegte meinen Blick zu Louis und Eleanor. Ich beobachtete wie er lächelte. „El ist vor knapp 10 Tagen bei mir eingezogen.“  Er grinste und ich könnte fast kotzen als er ´EL´ sagte. „Naja. Wir sind uns noch nicht sicher, aber wir wollen es probieren… Also wir meinen ein Paar zu sein.“ Louis schaute Eleanor an und ich schaute zu Harry. Zum ersten Mal an diesem Tag sah ich sein  Gesicht. Es war rot und doch irgendwie total blass.

Seine Augen waren rot und seine Augenringe waren groß und so eindeutig. Ein blinder hätte sie erkennen können. Wie oft hatte er seit den 10 Tagen geweint? Fragte ich mich. Wie lange hatte er schon nichts mehr gegessen?

Harrys Gesicht war so markant. Ich konnte die Wangenknochen auch jetzt noch hervorstehen sehen, dabei biss er seine Zähne nicht mehr zusammen.

„Ich habe ich sofort in ihn verliebt.“ Hallte die Frauenstimme durch den Raum. Harrys Blick wurde hasserfüllt. Ich bekam Angst.

Louis und Eleanor kamen sich näher, sie wollten sich küssen als Harry plötzlich mit so einer Wucht aufstand, dass es seinen Stuhl nach hinten gegen die Wand schleuderte.

Louis und Eleanor schraken auf. Harry rannte aus dem Zimmer. Ich war mir nicht sicher aber ich glaube ihn flüstern gehört zu haben „Ich kann das nicht mehr.“

Liam und Zayn waren geschockt. Genauso wie ich. Sogar Simon hatte sich erschrocken. Vielleicht wollte er sowas nicht erreichen, so eine Eskalation. Ich schaute zu Louis. „Du musst zu ihm.“ Meinte ich. „Warum denn ich?“ Fragte Louis verwirrt. „Harry ist nicht mehr mein Problem.“

Ich kniff die Augen zusammen.

„Was ist nur aus dir geworden?“ Fragte ich erschrocken von seinem Verhalten. Nun stand ich auf und rannte aus dem Zimmer. Ich rannte Harry hinterher. Er war aufs Klo gerannt. Ich folgte ihm und schloss die Badezimmertür hinter uns. „Hey.“ Sagte ich leise.

Harry stützte sich mit beiden  Händen auf dem Waschbecken ab, starrte in Den Spiegel und weinte. „Warum?“ Fragte er mich und ich schaute in den Spiegel. Es war die schwerste Frage die er mir stellen konnte.

Warum…

Ja…

Warum eigentlich….

„Warum tut er mir das an. Ich meine. Es war doch alles gut, Niall, oder? Ich bin einfach nur ausgezogen aus unserem Haus. Ich dachte das würde nichts ändern. Vielleicht würde er mal vorbeikommen…Ich habe angefangen ihn wieder zu lieben, es war das was er immer wollte.“ Harry schluchzte.

„Und jetzt das.“

Harry fuhr sich durchs Haar. Dabei erkannte ich wie seine Hand unheimlich stark zitterte.

„Haz…“ Sagte ich leise doch er fiel mir ins Wort.

„Warum kann ich nicht einfach sterben. Warum konnte ich nicht einfach schon beim Autounfall sterben. Dann würde es mir wenigstens besser gehen als jetzt. Ich dachte Louis liebt mich… ich dachte es gibt für ihn nur mich.“ Meinte Harry, und ich bekam Tränen in die Augen. „Das einzige was mir Hoffnung gegeben hat war Louis….“

Es wurde still.

„Jetzt ist sogar meine letzte Hoffnung verschwunden.“

Harry machte den Wasserhahn an und wusch seine Hände.

„Harry, er ….“ Fing ich wieder an, doch er sprang mir erneut ins Wort.

„Beantworte mir bitte eine Frage Niall…“ Sagte Harry mit brechender Stimme.

Es wurde still und das einzige was ich noch hörte war das plätschernde Wasser des Wasserhahns. „Ja.“ Sagte ich flüsternd und beobachtete Harry i Spiegel. Er schaute hoch und mir durch den Spiegel ins Gesicht. Ich konnte immer noch nicht fassen wie fertig er aussah. Harry stellte den Wasserhahn aus.

„Wie kann man ohne jegliche Hoffnung weiter leben?“ 

TORN (Larry Stylinson FanFiction)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt