Chapter 27

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"Naja, also seht mal es ist so", begann er.

"Ja?", fragte jetzt auch Dominik.

"Naja, also ihr wisst ja, dass eure Mutter das Sorgerecht bekommen hat, weil ich nie Zuhause bin. Aber es ist so, dass ich jemandem gefunden habe, der für mich die ausländischen Geschäfte macht. Also die kleinen, keine bedeutenden oder so, aber dadurch kann ich halt Zuhause sein. Und naja, mir wurde das Sorgerecht übertragen, da eure Mutter... naja, ist egal was passiert ist. Das Jugendamt findet eure Mutter einfach nicht fähig genug, das Sorgerecht zu bekommen."

"Heißt das, wir müssen wieder weg von hier?", fragten Dominik und ich gleichzeitig.

"Nein, also ja. Aber das Schuljahr werdet ihr noch zu Ende machen, dann könnt ihr wieder auf eure alte Schule gehen", antwortet mein Dad.

"Ich will aber nicht wieder auf meine alte Schule", sagte ich trotzig.

"Aber Schätzchen, was redest du da? Dort sind doch auch deine ganzen Freunde, die du so unglaublich dolle vermisst. Freust du dich denn gar nicht?"

"Dad ich denke nicht, dass sie...", begann mein Bruder, doch stoppte.

"Natürlich freue ich mich, dass du unser Sorgerecht bekommen hast, aber können wir nicht auf dieser Schule bleiben?", fragte ich ihn hoffnungsvoll.

"Ich werde es mir überlegen okay?", antwortete mein Dad.

Das war zwar nicht die Antwort, die ich wollte, doch immerhin war es kein 'nein'. Wir aßen unser essen und erzählten unserem Dad, was alles passiert ist in letzter Zeit. Auch er erzählte uns von sich und das Essen verlief ganz friedlich. Als wir dann wieder zum Internat fuhren, baten wir Dad noch mit uns zu kommen, doch er meinte er könnte nicht, da er noch arbeiten müsste.

Also gingen Dominik und ich zusammen auf sein Zimmer. Eigentlich dachte ich, wir wären jetzt die einzigen, doch Josh saß auf seinem Bett mit einem Buch in der Hand? Er las? Ich hatte Josh noch nie lesen gesehen.

Als er uns bemerkte, hob er seinen Blick.

"Hey, wie war euer Essen?", fragte er.

Wir seufzten beide auf und Dominik begann ihm von dem Essen zu erzählen. Ich legte mich auf sein Bett und hörte ihm dabei zu. Als er endete, schaute Josh zu mir.

"Tu mir bitte einen Gefallen und sag es George nicht direkt, okay? Er würde das bestimmt nicht gut aufnehmen. Schon wieder verlässt ihn ein Mensch, den er liebt. Das verdient er nicht. Nicht schon wieder."

Ich runzelte die Stirn. Was meinte er damit? Sollte ich ihn fragen?

Doch Dominik ergriff schon wieder das Wort.

"Naja, vielleicht dürfen wir ja auch weiterhin auf diese Schule hier gehen, nur würden wir dann halt nicht hier wohnen."

Josh nickte und wollte gerade etwas sagen, als die Tür aufgerissen wurde.

"Babe, du bist wieder da?" George stand in der Tür.

Ich nickte und er kam auf mich zu und gab mir einen Kuss. Er war kurz, zu kurz.

"Wie war euer Essen?", fragte er mich.

Ich seufzte nur.

"So schlimm?", lachte er und ich schüttelte nur den Kopf.

"Komm mit, ich möchte dir etwas zeigen", zwinkerte er mir zu.

Ich war etwas überrascht, was wollte er mir zeigen?

Er zog mich aus dem Zimmer und ging mit mir in mein Zimmer?

Was wollt er hier?

Er schloss die Tür hinter sich und drehte sich wieder zu mir um.

"Also, was genau ist passiert?", fragte er mich.

"Was meinst du?", fragte ich ihn zurück.

"Beim Essen? Was ist da passiert? Ihr beide seht so mitgenommen aus."

"Oh, das... Ach ist nicht so wichtig."

"Ellie? Natürlich ist es wichtig, wenn es dir so nahe geht. Du weißt, du kannst mir alles erzählen, ich bin immer für dich da."

"Ich weiß George, aber diesmal geht es nicht. Ich kann es dir nicht erzählen, es tut mir leid."

"Ist schon okay. Wenn du denkst es wäre so besser, dann ist es das vielleicht auch", antworte er etwas trotzig.

Es tat mir leid es ihm nicht zu sagen. Ich fand ja, dass er ein Recht darauf hatte es zu erfahren, doch Josh meinte ja, dass ich es ihm nicht erzählen sollte. Ich wusste echt nicht, was ich machen sollte.

Ich war so in meinen Gedanken vertieft, dass ich noch nicht einmal merkte, wie George aus meinem Zimmer gegangen war.

Ich öffnete die Tür und schaute auf den Flur.

"George?", rief ich.

Kurz vor der Tür zum Treppenhaus, dreht er sich zu mir um.

Ich lief auf ihn zu und sprang in seine Arme. Er war etwas überrascht von meiner Handlung, doch fing sich schnell wieder. Als ich anfing leise zu schluchzen, trug er mich wieder in mein Zimmer und setzte sich, mit mir auf dem Schoß auf mein Bett.

Er wartete bis ich mich wieder beruhigte und fragte dann: "Was ist denn passiert? Möchtest du darüber reden?"

Ich begann zu erzählen und merkte, wie George sich immer mehr anspannte. Als ich fertig war, traute ich mich endlich wieder in seine Augen zu schauen.

"Heißt das, du gehst?", fragte er mit brüchiger Stimme.

"Nein! Also ja, vielleicht... Ach ich weiß es doch auch nicht. Vielleicht gehen wir nach diesem Schuljahr auf die Schule, doch wohnen nicht hier. Mein Dad wollte es sich noch einmal überlegen. Aber ich weiß nicht... Unser Haus ist schon etwas weiter weg, deswegen..."

Ich sprach nicht weiter, denn George tat es für mich.

"Deswegen, sieht es eher schlecht als gut aus? Wolltest du das sagen?"

Ich nickt und er drückte mich fester an sich.

"Wir kriegen das schon zusammen hin, okay?", sagte er dann.

Ich schaute ihm in seine Augen und musste leicht lächeln.

"Woher willst du das wissen?"

"Ich weiß es, weil ich dich liebe."

Ich starrte ihn geschockt an und er mich genauso. Niemand sagte etwas, doch dann musste ich lächeln.

Er liebte mich. Er liebte mich. Er liebte MICH!!!!

Aus meinem Lächeln wurde ein Grinsen und langsam schlich sich auch auf Georges Gesicht ein kleines Lächeln.

"Ich liebe dich auch", sagte ich dann endlich nach einer Weile und Georges Lächeln vertiefte sich.

Er zog mich noch näher an sich heran und küsste mich sanft.

Ich war gerade der glücklichste Mensch auf Erden.

George liebte mich und ich liebte ihn.

Was will ein Mensch mehr, als geliebt zu werden?

Ich lächelte in den Kuss hinein, ich war so froh, dass er nicht ausgeflippt ist, als ich ihm davon erzählte.

Wir guckten noch einen Film zusammen und dann ging George wieder auf sein Zimmer.

Ich machte mich fertig, ich hatte keinen Hunger mehr, ich wollte nur noch in mein Bett und schlief mit einem Lächeln im Gesicht ein.

Bad Boy or Good Guy?Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt