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Es war der erste recht warme Frühlingstag nach einem bitterkalten Winter, als Ciel Phantomhive und sein Gemahl eine Entscheidung fällten, die sie westlichen mehr Überwindung kostete, als ihrem Kind: Sie wollten Millicent Bertha Irene Phantomhive-Michaelis - auch liebevoll Millie abgekürzt - in die Arbeit des Wachhundes der Königin einführen, denn Ihre Majestät befand, dass sie mit 15 Jahren alt genug sei, um diese Bürde auf sich zu nehmen. Ciel erinnerte sich noch gut daran, wie sehr seine Hände gezittert hatten, als er den Brief gelesen hatte. Millicent war erst 15 und anders als Ciel in ihrem Alter hatte sie ihre Eltern noch an ihrer Seite. Warum ließ die Königin zu, dass eine 15-Jährige so sehr verstört werden sollte?
Millicent ist ein dünnhautiges Mädchen, hatte Ciel gedacht, dünnhautig und sensibel. Ich darf mich zwar dem Befehl Ihrer Majestät nicht widersetzen, aber ich werde nicht zulassen, dass aus Millie ein emotionslose, kaltherzige Hülle wird, nur weil sie zu viel mitbekommen hat. Nein, auf gar keinen Fall. Damit hatten er und Sebastian schon zwei große Probleme: erstens, wie sollten sie es schaffen, alles böse von Millicent fernzuhalten? Und zweitens: wie sollten sie das anstellen, ohne dass Millie etwas von den übermenschlichen Kräften ihrer Väter mitbekam?
An sich wäre es leicht, Millie zu beschützen, schließlich waren sie beide Dämonen, doch dies zu tun, als seien sie Menschen ...
"Wir werden uns sehr zusammen nehmen müssen, damit Millie keinen Verdacht schöpft", hatte Ciel Sebastian wissen lassen, der amüsiert schmunzelte.
"Ich mache doch bereits alles wie ein Mensch - wie sollte ich mich noch menschlicher Verhalten können?"
"Pistolenkugeln mit den Fingern abfangen zu können und mit Silberbesteck um sich zu werfen nennst du also menschlich?", hatte Ciel gekontert und fieberhaft überlegt, ob es eine Möglichkeit gab, Millicent von der Mission auszuschließen. Dass er nun mit seiner Adoptivochter in einer Kutsche saß, die von Sebastian gefahren wurde, bewies nur, dass er es nicht geschafft hatte. Anders als Ciel und Sebastian freute Millicent sich allerdings, endlich zu den Wachhunden der Königin dazu zu gehören. Ciel lächelte milde. Die Freude wird ihr schon sehr bald vergehen, wenn sie zum ersten Mal fließendes Blut gesehen hat.
"Vater", riss Millicent Ciel aus seinen Gedanken und klang ganz aufgeregt. "Ist es das? Das Resort?"
"Millicent, setz dich richtig hin, für eine Dame gehört es sich nicht, so zu sitzen", überging Ciel die Worte seiner Tochter mit einem wesentlichen strengeren Ton als beabsichtigt. Ciel konnte nicht erklären warum er so war, aber jedes Mal, wenn er sich sorgte, bekam er immer schlechte Laune anstatt Kummer zu zeigen.
"Entschuldigung", nuschelte Millicent und blickte ein wenig auffälliger nach draußen, um alles zu beäugen. "Es ist so ein schönes Resort - kaum vorstellbar, dass hier ein Kult seine Rituale durchführen soll."
"Ich würde es eher eine Sekte nennen", verbesserte Ciel sie, sich daran erinnernd, was im Brief der Königin gestanden hatte: Wie ergeht es Euch und Eurer Familie, Earl? Ich hoffe, Ihr habt ein frohes Weihnachtsfest verlebt.
Ich schreibe Euch diesen Brief, um auf ein Problem aufmerksam zu machen, welches sich vor einiger Zeit ergeben hat: Im neuerbauten Resort Diamond Castle in Wales gehen nicht nur gut situierte Adelige mit bemerkenswerten Status ein und aus, sondern auch ein Kult, der eine Opfergabe plant. Eure Aufgabe ist es, die Opfergabe zu verhindern und die Peiniger festzunehmen. Bei diesem Auftrag solltet Ihr von Eurer Tochter begleitet werden, sie ist nun alt genug, um mit den Aufgaben des Wachhundes vertraut gemacht zu werden. Lady Millicents Anwesenheit ist umumstößlich und von Bedeutung für Euren und ihren Status und der Ernsthaftigkeit Eurer Position, da noch immer manche Adelige an Eurer Kompetenz als Wachhund der Königin zweifeln - nach der Heirat mit Eurem Butler hat sich dieses Gerücht leider vermehrt und auch ich habe mit dessen Folgen zu kämpfen.
Bleibt wohlauf und genießt den Aufenthalt im Diamond Castle.
Victoria.
Noch immer wurde Ciel rasend vor Zorn, wenn er daran dachte, dass Ihre Majestät geschrieben hatte, man würde ihn wegen seiner Liebe zu Sebastian nun verachten - schließlich waren Ciel diese Umstände bekannt. Warum sprach die Königin dieses sensible Thema erst nach all den Jahren, die seit der Hochzeit mit Sebastian verstrichen waren, an? Ciel konnte es auch ganz genau vorstellen: Weil sie diejenige war, die sich mit einem Mal daran störte.
"Ciel?", erklang Sebastians freundliche Stimme neben ihm. "Wir sind da." Ganz die Aufgabe des Butlers übernehmend half Sebastian erst seiner Tochter, die entzückt kicherte, aus der Kutsche und danach seinem Ehemann, dem die Stimmung bei der Erinnerung an den Brief ordentlich verhagelt worden war. Lächelnd hakte Sebastian sich bei Ciel unter. "Du solltest nicht so ein Gesicht ziehen - sieh nur wie atemberaubend es hier aussieht und wie sehr Millicent sich freut hier zu sein." Dann beugte Sebastian sich ein wenig zu Ciels Ohr herab: "Außerdem solltest du nicht so mit Millicent schimpfen, wenn sie nicht sonderlich damenhaft in der Kutsche sitzt - denk nur daran, welche Positionen du schon innegehalten hast, wenn du mit mir eine Bank geteilt hast."
Ciel spürte, wie er rot wurde. "Du eldener Teufel musstest das natürlich ansprechen ..."
Sebastian schmunzelte als Antwort und zog seinen Ehemann mit sich mit, um ihrer Tochter zu folgen, die quirlig umherhüpfte und die Koffer trug. Sebastian ging sanft dazwischen, nahm ihr die Koffer ab und tätschelte ihren Kopf. "Wenn du wirklich als Wachhund der Königin ernst genommen werden willst, Millie, solltest du dir etwas von dem Verhalten deines Vaters abschauen - schau, wie besonnen und zielstrebig er ist." Sebastian lächelte nachsichtig. "Allerdings sind wir im Urlaub - also sei es dir ausnahmsweise erlaubt, Millie."
Das Mädchen strahlte glücklich und nicht zum ersten Mal fand Sebastian, dass sie wohl das schönste Mädchen war, das er jemals erblickt hatte. Millicent hatte zwar raue und struppige Locken, die ständig verklettet waren und ihr Gesicht war zu spitz, für das eines Mädchens und Jungen ihres Alters würden sie objektiv betrachtet vielleicht nicht in die Kategorie bildschön einstufen, aber ihr Lächeln war hinreißend und ihre Seele rein und leuchtend. Es gäbe keine Worte, die beschreiben könnten, wie sehr Sebastian Millicent und Ciel liebte - aber er tat es mit jeder Faser seines Herzens.
Ciel hatte mittlerweile zu Millicent und Sebastian aufgeschlossen und gemeinsam betraten sie das Grundstück des Resorts, das von noblen Adeligen nur so strotzte: Mit Sonnenschirmen und in hübschen Kleidern saßen die Frauen auf Bänken um die Springbrunnen herum und bewunderten die faszinierenden Heckentiere. Es gab einen großen Wintergarten der sich auf der rechten Seite erstreckte und einen perfekten Blick auf den schillernden See warf, der vor ihm lang. Pavillons aus Stein und Skulpturen von römischen Göttern krönten den Anblick. "Ich verstehe nicht, warum man Skulpturen von diesen Göttern aufstellt", flüsterte Sebastian Ciel zu. "Ihr Antlitz ist zwar wunderschön, aber nur gemeinsam sind sie stark ... Einzeln sind sie schwach, wie irdische Götter."
Ciel lachte belustigt. "Nicht jeder kann dir ein würdiger Gegner sein", erwiderte er und schritt auf den Eingang zu, Millicent und Sebastian dicht hinter ihm. Im inneren des Gebäudes stockte Millicent der Atem, als sie sah, wie pompös und überwältigend hier alles eingerichtet war. "Ich melde uns bei der Rezeption an", verkündete Sebastian und entfernte sich, doch Millicent bekam das gar nicht mit - sie war viel zu mitgerissen von der Schönheit der Empfangshalle. Wenn schon die Empfangshalle so ansprechend ist, dachte das Mädchen aufgeregt, wie wird dann erst der Rest aussehen?
"Pah, schau dich nur um", grummelte Ciel und seufzte. "Wohin man auch sieht, überall sind diese hochnäsigen Adeligen mit ihren politischen Beziehungen, ihren Vorkostern, dem teuren Schmuck und diesem falschen Lächeln. Ein nobles Resort wie dieses zieht sie an, wie das Licht es mit Motten tut."
"Ciiiiielll", trällerte mit einem Mal eine hohe Stimme hinter Ciel und er brauchte sich nicht umdrehen, um zu wissen, wem sie gehörte. Eilig packte er Millicents Handgelenk und einen Koffer und wollte schon rufen, wo Sebastian bliebe, als eine Hand sich auf Ciels Schulter legte. "Huhu, Ciiiiel, hast du mich etwa nicht gehört? Und wohin willst du denn so eilig?", fragte der blonde Junge und Ciel schüttelte schnell seine Hand ab, während eine unangenehme Gänsehaut auf seinen Armen prickelte. Warum er? Ausgerechnet er?! Hoffentlich mischt er sich nicht in meine Ermittlungen ein, sonst mach ich ihm Beine!
"Vater, wer ist denn das?", fragte Millicent verwirrt und der Blonde lächelte, als hätte er nur auf sein Stichwort gewartet und schnippste. Ein Frau mit einer Augenbinde und hellem violettem Haar tauchte neben ihm auf. "Dies ist mein Herr. Der Name meines Herren lautet Alois Trancy", stellte sie ihn vor und blickte schüchtern zu Boden.
Ich dachte mal, ich schreib was anderes und halse Sebastian und Ciel ein quirliges Töchterchen auf, das mich irgendwie an Lizzy erinnert hihi😊
Es würde mich brennend interessieren, wie ihr Millicents Namen findet! 😍 Hättet ihr Sebastians und Ciels Tochter einen anderen Namen gegeben? Falls ja, welchen? 😍 Lasst es mich wissen!
Über einen Vote und Tipps, Anregungen, Bewertungen etc in den Kommentaren würde ich mich riesig freuen 😊
Eure Lydia
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BOOK OF CULT [Sebaciel]
FanfictionABGESCHLOSSEN! Der Wachhund der Königin ist wieder auf der Jagd! Und diesmal wird er nicht nur von seinem Butler und Ehemann Sebastian begleitet, sondern auch von ihrer gemeinsam adoptierten Tochter Millicent Phantomhive-Michaelis. Sebastians und C...
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