Tag fünf

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Es regnete, und die Morgensonne stach nur vereinzelt durch die Fenster. Lange Zeit stand ich in meiner Küche an meiner Arbeitsfläche und grübelte, ob man zu dieser Jahreszeit auf dem Wochenmarkt Spargel bekommen würde. Ich kam zu keinem Ergebnis, sodass ich mein Rad hervorholte und in das Städtchen fuhr.

Ohne Spargel kehrte ich zurück, dafür mit einem wunderlich aussehenden rundlichen Gemüse, von dem mir der Händler versichert hatte, dass es ganz ähnlich wie Spargel schmeckte. Ich wusste nicht, wie ich das Gemüse zubereiten sollte, und als mir einfiel, dass ich genausowenig wusste, wie ich Spargel zubereitet hätte, schnitt ich es in kleine Streifen, würzte es und schob es in den Backofen. Als ich das Salz zurückstellen wollte, kippte mir der Salzstreuer diesmal ganz um. Ich verharrte einen Augenblick, dann zog ich die Kaffeemühle hervor und stellte sie vor mir auf den Tisch. Frieda machte insgesamt einen zufriedenen Eindruck, stand sie nun doch schon einige Tage bei mir. Nochmals zögerte ich, dann schraubte ich vorsichtig ihren Deckel ab. Sie musste lange Zeit in Benutzung gewesen sein, so abgenutzt mutete sie an, und es versetzte mir erneut einen Stich, sie nun so nutzlos hier stehen zu haben. An den Innenseiten des Holzes klebte noch feines schwarzes Pulver und als ich das Schubfach unten hinauszog, fand ich eine ganz beträchtliche Menge Pulver, das der Vorbesitzer darin vergessen haben musste. Es roch nicht wirklich nach gutem Kaffee, deshalb schob ich das Fach wieder zurück und platzierte Frieda wieder zwischen dem Marmeladenglas und dem Salzstreuer, den ich mittlerweile wieder aufgerichtet hatte. Das verschüttete Salz ließ ich liegen. 

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