Tag sechs

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Am nächsten Tag machte ich mir das Gemüse von gestern warm, was auch immer es wohl sein mochte. Gestern war es nur ein wenig hart und bitter gewesen, jetzt schmeckte es dazu noch versalzen.

Gerade als ich den schmutzigen Teller in die Spüle stellte, um dann wie gewohnt so lange wie möglich darauf zu hoffen, es möge sich doch von selbst abwaschen, da klingelte es an der Tür. Ich ging und öffnete und begrüßte erneut Herrn Meurel.

Es täte ihm leid, mich schon wieder stören zu müssen, kam er herein. Aber nicht doch, kommen Sie herein, setzen Sie sich, erwiderte ich, obwohl er sich bereits gesetzt hatte, möchten Sie vielleicht einen Kaffee? Sehr gerne, sagte er, und ich kochte uns eine Kanne. Heute scheint aber schön die Nachmittagssonne herein, sagte er, denn die Nachmittagssonne schien tatsächlich sehr schön auf die alten Sessel. Da ließe sich ja noch ein ordentlicher Preis raushandeln, für das Grundstück, denn ich wolle das Haus ja sowieso abreißen, fuhr er seine Überlegungen fort. Das neue moderne Wohngebiet, hier, und dazu noch mit solch einer Aussicht. Ich stellte meine Kaffeetasse auf dem kleinen Tisch ab und wandte mich völlig Herrn Meurel zu. Ich habe nicht vor, das Haus abzureißen, und ich möchte das Grundstück auch nicht verkaufen.

Herr Meurel, der anteilnahmslos aus dem Fenster geblickt hatte, während ich gesprochen hatte, griff nun nach seiner Tasche und holte erneut eine Mappe hervor, öffnete diese und legte einige blütenweiße Papiere auf den Tisch, stellte seine Tasse darauf, dann stand er auf, grüßte kurz und ging.

Eine Weile saß ich noch da, rührte mich nicht, dann nahm ich Herr Meurels Tasse in die eine, die Papiere in die andere Hand, und schüttete den Rest des Kaffees, den der werte Herr zurückgelassen hatte, über die Ansammlungen von Zahlen, Beträgen und Unterzeichnungen.

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