Let's hope that there will be better days

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Leise dringen die ersten Töne des Liedes an meine Ohren, füllen die Halle, dringen vor bis in jede Ecke, in jedes Ohr.
Selbst die lauten Rufe und Schreie kommen gegen diese leise Melodie nicht mehr an, eppen nach einem kurzen Moment des Aufbrausens, als das Lied erkannt wurde, Ton für Ton wieder ab, bis nir noch eine einzelne Stimme zu mir dringt.
„Lasst uns nur gutes sehen... Das kann ich nicht sagen. Nur gute Dinge würde geschehen. Dass du keine Schmerzen mehr erleben würdest...", sagt sie in einem ruhigen singsang. „Ich kann so etwas nicht sagen! Ich kann so nicht lügen!" Meine Augen schließen sich wie automatisch bei dem Klang dieser Worte aus seinem Mund. Ruhig, rhytmisch.
Wie Recht er damit hat! Wie schön es wäre einfach nur gutes zu erleben.... Nicht verletzt zu werden! Verletzt zu sein. Für einen Moment wäre dies vielleicht Möglich! Einem Moment wie diesem. Einem Moment in dem ich von meinen Freunden umgeben bin, einem Moment, in dem ich den Stimmen meiner Lieblingsband lauschen darf, ihnen nah bin wie nie. Umgeben von tausenden Fans, die sie genauso lieben, wie ich es tue.
In einem solchen Moment ist es möglich zu glauben, dass es nur gutes gibt.
Doch ist es eine Illusion, die uns alle hier gefangen hält. Die tausend Mädchen um mich herum wie auch die sieben Jungen auf der Bühne. Und er weiß es. Und ich weiß es.
„Ihr seid Idole, also müsst ihr ätzend sein...Ich hasse eure Texte, kann mir vorstellen, wie eure Performance ist!", wird der erste vom zweiten abgelöst. Und ich kann seinen Schmerz beinahe körperlich wahrnehmen.
„Du kannst nichts!"
„Keiner mag dich!"
„Du bist es nicht wert!"
Wie oft habe ich diese Sätze schon gehört? Sie gespürt? Sie selbst gedacht?
„Du kannst nichts!"
„Keiner mag dich!"
„Du bist es nicht wert!"
„It's okay! Now count one, two, tree and forget! Forget all the sad memories, take my hand and laugh!"
„Du kannst nichts!"
„Du bist nichts wert!"
Eine einzelne Träne läuft über meine Wange.
„Ich bin im Schatten hinter der Bühne. Im dunkeln. Ich wollte euch nicht meinen Schmerz zeigen, doch noch immer war ich zu tollpatschig. Ich wollte euch nur glücklich machen, ich wollte gut für euch sein!"
Diese Angst ist doch nicht berechtigt, will ich ihm sagen, doch weiß ich, er würde mich ohnehin nicht hören.
Du bist nicht allein!
„Danke, dass ihr an mich glaubt, Danke, dass ihr mein Licht seid!"
Danke! Dass ihr meines seid, dass ihr mir helft, mich aufbaut. Danke, dass ihr mein Halt seid, wenn andere mich versuchen zu stürzen.
„It's okay! Now count one, two, tree and forget! Forget all the sad memories, take my hand and laugh!"
Ohne es zu merken greife ich nach den Händen der Personen neben mir. Es ist mir egal, dass ich sie vielleicht nicht kenne. Es ist mir egal, was ihre Reaktionen sind. Noch immer halte ich meine Augen geschlossen.
„Let's hope that there are better days. If you believe in what I say, one two three! If you believe, one two three!"
Weitere Tränen rollen über mein Gesicht, benetzen meine Wangen.
„Keiner mag dich!" – If you believe one, two, three.
„Du bist hässlich!" - If you believe one, two, three.
„Du kannst nichts!" - If you believe one, two, three.
„Du bist es nicht wert!" - If you believe one, two, say!
Meine Lippen formen wie von selbst die Worte, meine Stimme hebt sich ganz von allein, mischt sich unter die der anderen, verstärkt sie, unterstützt sie. Erst leise, dann immer lauter, kräftiger. Als würde ich die Last, die meine Brust zusammen schnürte einfach weg singen. „It's okay! Now count one, two, tree and forget! Forget all the sad memories, take my hand and laugh!"
Langsam öffne ich die Augen, sehe, dass meine verschränkten Hände in die Luft ragen, wie die vieler anderer, wie die der sieben Jungen. Immer mehr Hände strecken sich in die Luft empor, verschränkt mit denen ihrer Nachbarn. Als würden sie um Freiheit ringen, sich emporheben aus dem Loch, in das sie gefallen waren. „Let's hope that there are better days. If you believe in what I say, one two three! If you believe, one two three! Let's hope that there are many more better days!"
Unsere und ihre Stimmen füllen jeden Winkel meines Herzens, meines seins. Meine Tränen rollen unkontrolliert über meine Wangen, doch stört es mich nicht. Ich bin es leid sie zu unterdrücken. Mich unterdrücken zu lassen! Und ich lächle, lache, strahle das erste Mal wieder befreit, echt, unverfälscht. Ohne zwang. Und es fühlt sich gut an.

„It's okay! Now count one, two, tree and forget! Forget all the sad memories, take my hand and laugh!"  

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