53. Kapitel: Von Gänsehaut und Spülmaschinen

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Ich wusste nicht mehr, wie spät es wohl geworden war. Und auch nicht, wie ich von der Party zurück in mein Bett gelangt war. Aber was ich dagegen wusste war, dass der vergangene Abend ein wunderbarer Abend gewesen. Und, dass ich noch immer nicht alles begreifen konnte, was passiert war.

Ich war so stolz auf Flo. Wie aufgeregt er gewesen sein musste? Und wie gut hatte er es denn bitte verstecken können? Ich hatte ihm nichts angemerkt und nach Inas Überraschung, war es ihr wohl ähnlich gegangen.

Langsam rollte ich mich aus dem Bett und riskierte gleichzeitig noch einen Blick auf die Handyuhr. Es war bereits nach elf. Mein flüchtiger Blick ins Schlafzimmer meines Bruders bestätigte meine Vermutung. Alles schlief noch.

Da mir selbst der Schädel ein wenig dröhnte begann ich schon einmal Katerfrühstück zu machen. Am Abend hatte ich nicht sehr viel getrunken, weshalb ich nicht wissen wollte wie es Max gehen würde, wenn er erstmal aufstand.

So stellte ich mich also in die Küche und briet eine große Pfanne voll Rührei. Angeblich sollte das helfen. Aus lauter Langeweile und ohne viel Rücksicht auf etwaige Schlafende zu nehmen, machte ich auch noch Musik an. Alte Lieder, die bei mir sowieso immer hoch und runter liefen.

Ganz besonders hatte ich mich in „Another Brick In The Wall" von Pink Floyd verliebt. Jedes Mal, wenn der Chor einsetzte, zog sich eine Gänsehaut über meinen gesamten Körper.

Vor lauter Euphorie verbrannte mir dafür fast das Rührei.

Plötzlich stand Max in der Tür. „Musst du morgens schon so einen Lärm machen?", fragte er mit zerknittertem Gesicht.

Ich musste lachen. Der Kater war ihm wie auf die Stirn geschrieben.

„Beruhig dich uns iss", forderte ich ihn auf und stellte die Pfanne auf den Esstisch.

Ohne ein weiteres Wort setzte er sich und begann damit, sich Rührei auf den Teller zu schaufeln.

Ich setzte mich zu ihm und nahm mir ebenfalls mein Frühstück. Anscheinend konnte ich doch irgendwas kochen außer Bacon, denn es schmeckte gar nicht schlecht.

„Wie spät war es gestern Abend?", fragte ich mit vollem Mund.

„Ab 180 Gramm wird's undeutlich", stellte mein Bruder fest, ohne auch nur von seinem Teller aufzusehen.

Ich versuchte es noch einmal, diesmal ohne Rührei im Mund. „Wie spät war es gestern?"

Er schien kurz nachzudenken, bevor er mir antwortete. „Ähm... Ich glaube halb zwei?"

Na, das war ja noch okay. Doch bevor ich meinen Gedanken aussprechen konnte, begann Max damit.

„Übrigens danke für den Hinweis, dass ich nicht immer Mama spielen soll. Aber du weißt genau, dass ich immer auf dich aufpasse. Egal ob du willst oder nicht!"

Ich seufzte. „Und genau das ist das Problem. Ich bin 17, ich kann auf mich selbst aufpassen. Du musst nicht immer um mich herum sein."

„Ja, 17 ist auch wirklich super alt! Ich mache mir halt Sorgen, wenn du Abends etwas angetrunken verschwindest", entgegnete er.

Wieder seufzend schüttelte ich den Kopf.

„Wo warst du denn?", fragte Max.

„Geht dich nix an", meinte ich. Was da zwischen Steve und mir passiert war, ging nämlich wirklich niemanden etwas an. Vor allem, weil ich mir selbst nicht darüber im Klaren war, was genau jetzt zwischen Steve und mir war.

Max sah mich gleichzeitig fragend und vorwurfsvoll an.

„Wenn ich mir keine Sorgen machen soll, sag mir wenigstens wo du bist."

„Ja natürlich", gab ich mich geschlagen. Dass ich seinem Wunsch nachkommen würde, bezweifelte ich jedoch.

Um das Thema zu wechseln fragte ich. „Sag mal, wusstest du das mit dem Antrag?"

Er grinste mich an. „Natürlich!"

„Ey, warum hast du denn nichts gesagt?", beleidigt sah ich ihn an.

Er lachte. „Also Flo meinte, dass du ihn in gewisser Weise auf die Idee gebracht hast."

Nun war ich verwirrt. „Ich?"

Max zuckte nur mit den Schultern, schnappte sich die mittlerweile leeren Teller und stellte sie in die Spülmaschine.

Und so beschloss ich, Flo und Ina später noch einen Besuch abzustatten. Doch vorher wollte ich noch mit Caro skypen, wie ich es ihr versprochen hatte.

Bevor ich aber dazu kam sie anzurufen, blinkte bereits der grüne Hörer auf meinem Bildschirm auf. Nannte man sowas telepathische Verbindung?

„Caruuuu!", begrüßte ich sie freudig.

Sie schnalzte mit der Zunge. „Du siehst besser aus, Klein-Lee!"

„Du wirst mir nicht glauben was gestern passiert ist", begann ich zu erzählen.

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Realtalk: Na ,meine *fügen Sie hier irgendeine tolle Bezeichnung für Leser ein*!

"Another Brick In The Wall" von Pink Floyd hab ich oben verlinkt. Das lief während des Schreibens hoch und runter ^^ Falls es jemand nicht kennt, dann höre es dir an. Sofort xD

Und um euch neidisch zu machen:

Ich war gestern aufm Fewjar-Konzert! Habe Davis und Felix umarmen können. Ein paar Worte mit den zwei und Jako wechseln können. Fotos mit den drein bekommen. Und ich zittere jetzt, fast 24 Stunden später immer noch.

Also wenn ihr die Chance habt, zu einem ihrer Konzerte zu gehen: DO IT! JUST DO IT!

11.11.2016

Fade away (Berliner Cluster)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt