Rachewunsch

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Ich erlebte bereits den zweiten eisigen Winter im Orden. Jetzt waren es fast zwei Jahre die ich hier im Orden verbracht hatte. In dieser Zeit hatte ich vieles erlebt. Ich hatte Lucian getroffen, Shruikan ist geschlüpft und nun sind wir in einer Flugstaffel. Ich rieb mir die Handflächen gegeneinander um die Kälte aus ihnen weichen zu lassen. Starr vor kälte hob ich meinen Blick zu den vereisten Toren des Ordens. Man hatte mich aus irgendeinem Grund her beordert. Und während die da drinnen irgendetwas besprachen, fror ich hier draußen und musste rum hüpfen um nicht auf der Stelle festzufrieren. Yuudai hatte beim gestrigen Training die Drachen bis zum umfallen Flugmanöver fliegen lassen. Bei der Kälte! Da war es kein Wunder das Aiolos Flügel gefroren sind und er fast gestürzt wäre, hätten Shruikan und Dilayla ihn nicht gestützt. Yuudai hatte ja gut reden. Er war ein Eisdrache und dieses eisige Klima befand er als angenehm. Ich schüttelte den Kopf hauchte meine bereits vereisten Hände an. Das brachte nicht wirklich was, aber bewirkte das ich wenigstens einen Finger bewegen konnte. Die sollten sich drinnen bitte mal etwas beeilen! Und wenn man davon spricht, wie von Geisterhand gingen die Tore auf und ich konnte zitternd eintreten. Ich betrat eine hell beleuchtete, riesige Halle. Sie war zum Glück beheizt und mir wurde schnell angenehm warm. Ich sah mich genauer um. Hier hätte sogar ein ausgewachsener Drache genug Platz musste ich erstaunt feststellen. Ein riesiger Kronleuchter baumelte über meinen Kopf, ein schöner Marmor Boden erstreckte sich unter meinen Füßen und an den Wänden hingen mit Blattgold verzierte Gemälde. Ich ging schnell weiter. Eine Gestalt kam schlurfend auf mich zu. Ich konnte an seinen schweren Eisen ketten an den Füßen erkennen, dass es ein Sklave war. Ich verabscheute den Sklavenhandel zutiefst. Menschenhandel, seinesgleichen einfache wie Vieh oder Ware zu behandeln ist der größte Unsinn der die früheren, großen Hochkönige je erschaffen hatten. In gekrümmter Haltung deutete der Sklave zu einer großen, fein gearbeiteten Tür. Ich nickte dankend dem Sklaven zu, der noch immer demütig seinen Blick gesenkt hatte. Ich ging zur Tür, klopfte an und wartete auf die Erlaubnis eintreten zu dürfen. Ich hörte von innen einige laute Stimmen miteinander diskutieren. Ich schluckte. Hoffentlich haben sie mich nicht herbestellt um mich wegen neulich zu bestrafen... Die Tür ging plötzlich auf und ich stolperte hinein. Zwei Wachen hatten die Tür aufgemacht, sie schlossen sie auch wieder als ich hinein stolperte. Nein, mein Fluchtweg! Ich schaute mich kurz flüchtig um. Es war ein einfaches Büro ohne Fenster. Ich schaute nach vorne, wo ein großer Tisch stand. Am Tisch saßen einige Leute, andere wiederum standen am Tisch und sahen aufgebracht aus. Das erkannte ich an ihren bohrenden Blicken und wie sie sich an den Stuhllehnen krallten. Ich ging zögerlich zu ihnen und blieb mit einiger Entfernung stehen. Jetzt konnte ich jeden einzelnen erkennen. Einige kannte ich nicht, doch ich bemerkte Chrome, wie er mich von der Seite beobachtete. Ein Mann stand auf und räusperte sich. Ich schaute überrascht in Rodriks Gesicht. Ich fasste mich schnell und senkte den Blick. Mit Sicherheit ist es wegen neulich... Rodrik räusperte sich erneut und als er wieder meine Aufmerksamkeit hatte wollte er etwas sagen.,, Nun, Aya Gaius wir haben ent-." Weiter kam er nicht, da ich ihn unterbrach. ,, Es tut mir wirklich leid! Es war nicht meine Schuld das gestern Chaos im Esssaal herrschte. Nur weil dieser dumme Koch mich provoziert hatte..." begann ich los zu plappern und versuchte mich zu erklären. Alle starrten mich verwirrt an. ,,Jetzt ist nicht die Zeit für so ein Unsinn." meinte einer aus dem Rat. Chrome runzelte die Stirn und meinte mit einem drohenden Unterton der nichts gutes erahnen ließ,, Aber wir können ja später darüber sprechen." Ich schluckte. Rodrik legte seine Stirn in Falten,, Ähm, nun wo war ich stehen geblieben. Ah ja. Wir haben uns beraten und sind zum Schluss gekommen, das du losfliegen wirst. " Ich war verwirrt. Was wollten sie von mir? ,,Ähm, wie bitte? Ich weiß gar nicht was sie meinen." Fragte ich nach. Der Rats Oberhaupt erhob die Stimme und hatte wie immer diesen hinterhältigen Blick in seinen Augen, der mir Unbehagen bereitete. ,, Wir haben Briefe von besorgten Dorfbewohnern erhalten. Banditen vermehren sich wie die Ratten und überfallen unsere Handelsgüter. Viele Menschen erleiden Hunger, weil die Handelsleute mit ihren Karren voller Nahrung und anderen wichtigen Kram nicht zu ihnen durchkommen. Deshalb haben wir uns beraten welche unserer Drachenritter sich eignen diese Störenfriede zu vertreiben. Wir haben uns dann für die erfahrene Flugstaffel von Chrome entschieden. Jedoch waren wir uns nicht einig ob Sie, Aya, mitfliegen sollen. Denn Sie sind natürlich noch kein vollwertiger Drachenritter. Aber unser werter Rodrik hier, " Er blickte mit leicht funkelnden Augen zu Rodrik," hat sich für Sie verbürgt. Und Sie dürfen von daher mitfliegen." Ich wurde sofort aufgeregt. Ich durfte zum ersten Mal mit einer Flugstaffel auf eine Mission. Doch Zweifel kamen auf. ,,Es stimmt. Ich bin noch kein vollwertiger Drachenritter. Ich habe ja nicht einmal ein Schwert. " Der Rats Oberhaupt dachte bedacht über seine Wortwahl nach.,, Nun, sehen Sie das als eine Art Prüfung an. Wenn Sie sie bestehen, werden Sie belohnt. Vielleicht sogar werden Sie nach dieser Mission, wenn Sie Glück haben, einer Zeremonie unterzogen, die Sie zu einem vollwertigen Drachenritter macht...Und wegen dem Schwert. Sie bekommen eines, aber nur für diese Mission. Verstanden?" ,, Jawohl!" rief ich. Chrome erklärte mir noch, das ich mich jetzt schon Abreise fertig machen solle, da wir im Morgengrauen losfliegen werden. Dann wurde ich weggeschickt. Ich drehte mich jedoch noch einmal um und formte mit dem Mund ein 'Danke' zu Rodrik. Der zwinkerte mir zu und ich ging hinaus.

Aya -Tochter der DrachenLies diese Geschichte KOSTENLOS!