Kapitel 82
gaia pov
"Ich will mit Gaia in ein Zimmer!!", ruft Joanne natürlich auch noch rein. Wir sitzen in einem winzigen Park vor unserem Hotel. Harry verdreht genervt die Augen, aber als er meinen Namen hört sieht er auf und schaut zu uns. Ich lächle entdchuldigend, aber solange sieht er nicht mal zu uns. Seitdem wir im Flugzeug saßen haben wir kein Wort und nichtmal einen Blick ausgetauscht; von seiner Seite aus.
"Wir losen es gleich aus!!", Miss Evans ist auch schon genervt. Letztendlich machen wir es auch so, nur dass noch untereinander getauscht wird. Unglücklich werden doch einige sein. Joanne hat sich also noch zu mir getauscht in ein vierer Zimmer, was aus zwei Mädchen namens Angelina und Madi und natürlich uns Beiden besteht. Ich versuche meinen Koffer die Stufen hochzutragen, da mir die Schlange vor dem Aufzug zu lang war. Joanne ist vor mir, da sie sich geschickter anstellt. Immerhin sind wir vor den Anderen oben und warten also vor der Tür auf die Zwei. Ich frage mich ob Harry wirklich sein eigenes Zimmer hat und Scarlett nicht heimlich doch etwas daran geändert hat. Irgendwann füllt sich der Flur etwas mehr. Wir scheinen auf verschiedenen Stockwerken zu sein.
"Wie war es im Flugzeug neben Mr. Styles?", kichert Madi als wir endlich im Zimmer sind.
"War ganz okay..", zucke ich mit den Schultern und denke daran zurück was er mir alles erzählt hat. Man könnte denken ich hätte vielleicht ein Problem damit Namen von den Frauen mit denen er vor mir zusammen war zu hören, aber ich wäre froh wenn ich ihm einen Namen sagen könnte. Ich weiß einfach, dass Harry ein Mann ist, den sogut wie jede Frau gerne Mal haben würde; was gleich wieder bestätigt wird.
"Du bist auf ihm eingeschlafen Gaia!", lacht Joanne und zeigt das Bild rum was Max gemacht hat und es schon so gut wie an jeden geschickt hat. Harry strahlt und hält den Daumen nach oben. Ich verdrehe genervt meine Augen. Warum posiert er auch für das Bild.
"Dafür hätte ich alles gegeben! Gaia! Mr. Styles ist so heiß..", verdeutlicht Madi mir. Ich zucke wieder nur mit den Schultern und lege meinen Koffer auf mein Bett. Eigentlich hätte ich gestern darüber nachdenken sollen, dass Harry mir den Koffer ab heute nicht mehr überall hintragen kann. Es mag vielleicht komisch klingen aber ich vermisse ihn schon. Der Blick auf das Doppelbett was ich mit Joanne teilen werde, lässt mich an meinen Lieblingsort denken. Allein eine Nacht nicht neben ihm zu verbringen, trotzdem zu wissen er ist nah bei mir, ist nicht das was ich mir erhofft habe. Die anderen sind mittlerweile im Badezimmer und machen sich fertig, da wir uns heute Nachmittag noch mal treffen. Ich wüsste nicht was ich an meinem Aussehen ändern sollte. Ich höre es an der Tür klopfen. Unwissend öffne ich die Tür und bin irgendwie verwundert als ich Harry hier stehen sehe. Die anderen Drei sehen jetzt aus dem Badezimmer.
"Mr. Styles was machen sie hier?", quietscht Angelina. Harry sieht kurz zu ihr und dann zu mir und man merkt es ist ihm unangenehm. Er lächelt kurz und widmet sich dann mir.
"Du hast mein Handy noch..", spricht er leise. Meine Lippen formen ein 'o', ich trete zur Seite und beginne zu suchen. Harry kommt rein und schließt die Tür hinter sich. "Ich bin gleich wieder weg, ihr könnt ruhig weitermachen, schließlich treffen wir uns bald.."
Ich schaue in meiner Tasche. Die Drei sind wieder im Badezimmer verschwunden. Ich spüre wie sich Harry's Arme um meine Hüfte legen.
"Harry..", flüstere ich und drücke meine Hüfte gegen ihr, sodass er automatisch zurück gehen muss. Als ich sein Handy gefunden habe drehe ich mich zu ihm. Er nimmt es aus meiner Hand, aber hält meine Hand fest. Man hört die anderen aus dem Bad singen. Sie denken bestimmt, dass Harry schon weg ist. Harry drückt mich gegen die Wand und legt seine Lippen auf meine. Erst erwidere ich den Kuss nicht, aber es ist Harry und ich vermisse seine Nähe jetzt schon. Nachdem mir aber bewusst sind, dass uns jeden Augenblick jemand stören kann, drücke ich ihn von mir weg. Harry setzt sich auf das Bett.
"Warum hast du das Bild im Flugzeug gemacht, das geht schon überall rum..", frage ich ihn. Er grinst.
"Es passiert bestimmt bald was anderes, was das Bild in das Vergessene schiebt..", erklärt er seine Aktion dann, "Für uns aber nicht! Ich könnte das Bild ausdrucken und an die Wand hängen.."
"Was hat Niall dir geantwortet?", wechsel ich das Thema. Harry lacht und sieht auf sein Handy.
"Wie lange ich es geschafft habe dich hochzuhalten..", grinst Harry. Ich verdrehe meine Augen und Haary macht es sich auf meinem Bett gemütlich.
"Uhm was machst du da?", frage ich ihn verwundert. Er lächelt und deutet mich zu ihm zu beugen. Er gibt mir einen kurzen Kuss auf die Lippen und sieht mich dann an.
"Dein Bett soll nach mir riechen!", haucht er.
"Soweit ich weiß, wird in einem Hotel die Bettwäsche nur jeden Tag gewechselt, dann musst du aber oft kommen..", ich hebe eine Augenbraue.
"Mein Zimmer ist im selben Stockwerk..", er steht auf und drückt mir einen Schlüssel in die Hand, "Ich habe zwei Schlüssel verlangt und immer wenn du denkst, niemand ist hier, kannst du zu mir kommen..."
Ich lächle und schiebe ihn Richtung Tür.
"Wir sehen uns später..", ich schmeiße ihn raus. So kommt es auch, wir sehen uns bloß und wechseln kein Wort miteinander. Irgendwann beschließen Joanne und ich wieder nach oben zu gehen, als es spät wird. Also besteht auch keine Möglichkeit in Harry's Bett zu liegen, auch nur für fünf Minuten. Ich wüsste nicht was ich Joanne erzählen sollte. Joanne und ich reden noch eine Weile, aber sie schläft vor mir ein. Ich höre also Madi und Angelina noch über Gott und die Welt lästern, als sie auch zurückkommen. Ich ziehe die Decke über meinen Kopf und denke an Harry. Jetzt zu ihm zu gehen wäre genauso riskant.
An unserem ersten richtigen Tag treffen wir uns unten zum Frühstück, an dem Pool. Es dauert also lange bis Alle fertig sind. Schließlich müssen wir unten bleiben, solange die Putzfrauen in unser Zimmer kommen, wenigstens sollte Harry auch dort sein. Auf unserem Plan steht nämlich, dass wir erst heute Mittag was vorhaben. Harry und Miss Evans sollten auch angeblich gemeint haben, dass wir alle gemeinsam am Pool Zeit verbringen werden. Ich ziehe also den Bikini an den Nina mit ausgesucht hatte und eines von Harry's Shirts. Beim Packen hatte er mir einen Stapel von seinen Klamotten in meinen Koffer gelegt und darauf hat er auch bestanden. Auch wenn ich nur eines seiner Sachen ausgepackt habe, hat er es beleidigt wieder in meinen Koffer gepackt. Jetzt bin ich eigentlich ganz froh, dass ich sein Shirt anhaben kann. Ich überlege kurz ob ich doch noch lieber eine Hose dazu anziehen soll, aber dann kommen Madi, Angelina und Joanne aus dem Badezimmer und ich finde das Shirt nicht mehr zu kurz. Es ist wahrscheinlich noch länger als die Klamotten aller anderen. Harry sitzt Scarlett gegenüber und sein Blick liegt auf der Tür nach draußen. Ich sehe ihn schon bevor wir raus gehen. Als er mich aber bemerkt, verschluckt er sich an seinem Kaffee. Als ob er mich noch nie so gesehen hätte. Vielleicht bilde ich mir aber auch nur ein, dass es wegen mir war. Wir setzen uns an einen Tisch. Wenig später klingelt mein Handy. Gottseidank gibt es eine Internetverbindung hier. Außerdem erinnert es mich daran den Sperrbildschirm zu ändern, ein Bild von Harry und mir scheint mir nicht ganz vorteilhaft zu sein.
'Zum Glück habe ich das Shirt eingepackt'
Ich werfe ihm einen bösen Blick zu. Harry und ich schreiben eine Weile, eigentlich während des kompletten Frühstückes. Nachdem wir alle fertig sind, sitzen schon die ersten am Rand des Pools. Unteranderem natürlich Chloe und Mary.
"Mr. Styles kommen sie auch?", fragt Chloe zu Harry. Ehrlichgesagt frage ich mich wie Harry das alles machen will, schließlich dachte ich immer, dass er seine Tattoos für sich behalten möchte. Zumindest die auf seinem Oberkörper. Genauso wie seinen Vornamen. Harry trägt eine kurze Sporthose und einen leichten Pullover, seine Haare hat er wieder in einem Bandana. Er reagiert aber nicht auf Chloe und ich weiß auch warum; dafür bin ich ihm dankbar.
"Komm Gaia zieh sein Shirt endlich aus!", zieht Joanne mich ungeduldig. Ich habe eigentlich keine Lust schwimmen zugehen, aber Harry weiterhin zu beobachten ist auch keine Lösung. Also ziehe ich das Shirt schweren Herzens über meinen Kopf.
"Um Himmelswillen Gaia!!", schnappt Joanne nach Luft und alle Blicke gehen in unsere Richtung. Ich verstehe ihr Problem nicht, bis ihre Hand auf meiner Brust landet. Achso.
"War das Niall?", mischt Mary sich ein, die extra gekommen ist.
"Das ist doch nicht so schlimm..", zucke ich mit den Schultern, "Außerdem geht das euch alle nichts an.."
"Niall wird dich aufjedenfall mehr vermissen als du ihn!", lacht Joanne. Ich öffne meine Haare, damit das Ganze was Harry verursacht hat nicht mehr so im Mittelpunkt steht. Ich sehe genau, wie er sein grinsen unterdrücken muss. Es ist lange her, da waren Phileas und ich mit Theia regelmäßig in einem Schwimmbad. Er hatte mir damals das Schwimmen beigebracht und ich bin immernoch unsicher ohne meinen großen Bruder der mich auslacht. Ich verlasse den Pool also schnell wieder. Ich wickle meinen Körper in das Handtuch und setze mich zu Harry, der auf dem Stuhl mit meinem Shirt sitzt. Er starrt mich eine Weile an.
"In fünf Minuten bei mir..", flüstert er bevor er verschwindet. Ich bin froh, dass sich niemand für mich interessiert, als ich nach etwa fünf Minuten aufstehe und nach oben gehe. Miss Evans war auch nicht mehr da. Ich habe den Schlüssel von Harry nicht hier, weshalb ich klopfe. Er hat ein Handtuch um seine Hüfte und ich höre das Wasser in der Dusche prasseln. Ich weiß, was er vorhat. Er zieht mich schnell zu sich rein und schließt die Tür ab. Er wickelt mich aus dem Handtuch und wirft es auf seinen Boden.
"Wie hast du geschlafen??", fragt er mich bevor unsere Lippen aufeinander liegen.
"Nicht gut..", antworte ich in einer Pause.
"Du hast mich vermisst oder?", stöhnt er schon fast. Ich nicke lachend und ziehe etwas an seinen Haaren. Er öffnet mein Bikini Oberteil und drückt meinen kalten Körper danach an seinen. Ich greife nach dem Handtuch und befreie ihn davon. Er liebkost wieder meinen Nacken. Ich deute ihm aber in die Dusche zu steigen und ziehe mich noch aus, bevor ich auch in die Dusche steige. Seine Haare sind mittlerweile auch nass. Harry tritt etwas zurück und lässt mir mehr Wasser, zumindest bis er sich nicht mehr zurückhalten kann und seine Lippen wieder auf meine presst. Aber irgendwie schaffen wir es doch zu duschen. Während Harry sich anzieht schlage ich mir die Hand gegen den Kopf. Er sieht mich kurz verwundert an.
"Ich habe nichts zum anziehen hier..", erkläre ich ihm und er beginnt zu grinsen.
"Zum Glück habe ich vorgesorgt!", er läuft zu seinem Koffer und zieht Unterwäsche für mich raus. Meine Augen weiten sich, ich will was sagen, aber ich kann nicht. "Die Sachen habe ich zu Hause eingepackt.."
"Warum Harry?", lache ich dann.
"Vielleicht wollte einfach mal ein bisschen Spaß haben-", meint er.
"Ich will gar nicht wissen was du damit vorhattest!", unterbreche ich ihn und laufe auf ihn zu, bevor ich mich anziehe. Er beobachtet mich. "Kann ich deinen Fön benutzen?"
Er nickt und ich laufe sofort in das Badezimmer. Als ich fertig bin, liegt er auf dem Bett. Ich beuge mich über ihn. Seine Hände landen auf meinem Po und seine Lippen auf meinen.
"Ich geh besser..", hauche ich. Er nickt. Ich ziehe mir schnell sein Shirt über und verlasse sein Zimmer. Zum Glück ist noch niemand bei uns im Zimmer. Ich ziehe mich um und setze mich auf das Bett um mit Harry zu schreiben, bis er auf die Idee 'Facetime' kommt und ihm den Wunsch nicht abschlagen kann. Wir sind nur ein paar Meter voneinander getrennt. Ich schmeiße mein Handy schnell weg, als die Tür aufgeht.
Barcelona ist eine schöne Stadt. Den restlichen Nachmittag haben wir ein paar Orte in Barcelona verbracht. Nach dem Abendessen hatten wir wieder frei. Wieder keine Change mit Harry zu reden. Am dritten Tag verbringen wir viel Zeit mit der Klasse zusammen. Als wir vor dem Tempel oder der unvollendeten Kirche, ich weiß nicht mehr wie Miss Evans es uns erklärt hat, stehen, zieht Harry mich zu ihm. Er hält sein Handy vor unser Gesicht und macht ein Bild.
"Es kann nicht sein, dass wir gemeinsam hier sind und kein Bild für uns haben..", flüstert er. Ich lächle und rufe Joanne zu uns.
"Joanne kannst du bitte ein Foto von mir und Mr. Styles machen?", bitte ich sie und gebe ihr Harry's Handy. Sie hebt eine Augenbraue. "Niall hat sich beschwert, dass wir ihm keine Bilder schicken.."
Joanne lächelt. Harry legt seinen Arm um mich. Die Anderen sind schon etwas weiter. Ich sehe ihn kurz an. Er grinst. Joanne kommt zu und läuft wieder zu den Anderen. Harry ruft ihr hinterher, dass wir ein Bild mit der kompletten Klasse machen. Danach gehen wir in ein Restaurant. Da sich jeder für sein Essen interessiert, fällt es nicht auf, dass ich auf die Toilette gehe und dort natürlich auf Harry warte. Als er kommt ziehe ich ihn wieder mit mir mit. Ich weiß, dass wir hier nicht lange bleiben können. Meine Arme verschwinden in seinen Haaren. Wir denken nicht an die Zeit.
"Gaia?!", tönt plötzlich Joanne's Stimme durch die Toilette. Scheiße.
"Ich bin hier..", ich löse meine Lippen von Harry's. Harry sieht auf die Uhr und seine Augen weiten sich.
"Alles in Ordnung?", Joanne ist uns ziemlich nah. Zum Glück ist die Tür bis zum Boden geschlossen und sie sieht Harry's Füße nicht.
"Mir geht es nur wieder nicht so gut..", lüge ich und Harry sieht mich sofort besorgt an.
"Wie kann ich dir helfen?", Joanne hat versucht die Tür zu öffnen, "Mach bitte auf Gaia.."
"Joanne es ist in Ordnung ich komme gleich..", sage ich.
"Mach auf Gaia ich mache mir Sorgen um dich..", bittet Joanne mich. Ich drücke Harry an die Seite küsse ihn nochmal kurz, nachdem ich gespült habe. Dann öffne ich die Türe vorsichtig und gehe raus. Joanne beobachtet mich.
"Geht es dir wirklich gut?", fragt sie mich und ich nicke, "Deine Lippen sehen so geschwollen aus, was hast du?"
"Ich bin bestimmt gegen irgendwas allergisch..", lasse ich mir einfallen. Joanne nickt. Ich wasche mir schnell die Hände und wir gehen raus. Etwas später kommt Harry mit seinem Handy in der Hand durch den Eingang zurück. Am vierten Tag bin ich wieder deprimiert, da ich keinen Kontakt zu Harry habe. Den Abend haben sie mich gezwungen mit zu Max und seinen Freunden auf das Zimmer zu gehen.
"Sollen wir Mr. Styles holen?", fragt Madi plötzlich in die Runde. Die Meisten stimmen zu. Madi und Angelina beschließen ihn zu suchen.
"Weiß jemand wo sein Zimmer ist?", ist Angelina's Frage.
"Zimmer 102..", antworte ich und schaue auf. Bis jetzt habe ich noch nicht mit ihm geschrieben. Wahrscheinlich sieht mich jeder verwundert an, da ich es wusste. Ich sitze neben Max und er zeigt mir irgendwelche Sachen auf seinem Handy. Es dauert nicht lange, dann läuft Harry in das Zimmer. Er wirft mir einen Blick zu und ich lächle schwach. Harry trägt seine Sporthose und einen Hoodie. Dieses schwarze Haarband reicht bald nicht mehr für seine Haare aus.
"Setzen sie sich Mr. Styles..", bietet Madi ihm gleich an. Er setzt sich aber ganz wo anders hin, wie Madi gedacht hat und zwar neben mich. Er lächelt mich an. Max beachtet ihn erst nicht, meldet sich dann aber doch zu Wort.
"Mr. Styles ist ihnen langweilig?", lacht Max.
"Ich habe gedacht Miss Evans wäre auch hier..", antwortet er und schenkt mir einen flüchtigen Blick.
"Miss Evans ist irgendwie komisch..", flüstert Max dramatisch, "Die kommt hier nicht rein!"
Harry grinst und holt dann sein Handy aus seiner Hosentasche. Er gibt es mir.
"Ich habe Niall die Bilder geschickt..", sagt er leise. Ich sehe ihn an und entsperre sein Handy dann sofort um nachzusehen, was er Niall geschrieben hat. Ich lächle.
"Wie lange seit ihr schon hier.. ", fragt Harry dann und sieht von mir zu Max. Er scheint irgendwie eifersüchtig zu sein. Ich sehe ihn amüsiert an.
"Lange genug...", ruft Max, "Erzählen sie uns irgendeine ihrer Geschichten.."
Nachdem Max das vorgeschlagen hat, kommt Harry nicht mehr davon weg. Alle sitzen um ihn herum und die Augen sind auf ihm.
"Ich weiß ehrlichgesagt gar nicht, was ihr wissen wollt..", lacht er unsicher.
"Irgendwas!!", schlägt Angelina vor, so eine kreative Idee hatte sie noch nie. Harry verdreht die Augen. Ich kichere.
"Mr. Styles haben sie noch Kontakt zu den Frauen?", fragt Max ihn dann. Er zögert kurz.
"Zu einer noch ziemlich regelmäßig ja..", er weiß, dass ich das nicht gerne höre, "Aline.."
Mein Herz bleibt kurz stehen.
"Aline und ich kennen uns seit dem Kindergarten..", murmelt Harry. Ich sehe ihn böse an, wobei ich eigentlich kein Recht dazu habe sauer auf ihn zu sein. Er denkt bestimmt, dass so alles besser wäre. "Wir waren im Kindergarten schon so etwas wie zusammen, aber später haben wir es dann gelassen.. Naja bis wir in der High School auf einer Party ziemlich betrunken waren... Danach haben wir gedacht, dass mehr funktionieren würde, was aber nichtmal eine Woche gehalten hat..", Harry sieht nervös auf seine Hände, "Unsere Eltern haben zum Glück nie etwas davon mitbekommen, unsere Freundschaft konnten wir nicht wegwerfen, deshalb besteht sie heute noch und wir treffen uns ab und zu.."
"Fuckbuddies?", Max hebt eine Augenbraue. Harry hebt seinen Kopf kurz und sieht dann wieder auf seine Hände. Ein Nicken. Bis jetzt hatte ich kein Problem, wenn Harry von seinen Verflossenen geredet hat, aber zu wissen, dass es sich um seine beste Freundin handelt, mit der er noch Kontakt hat, wovon ich noch nichts wusste, lässt mich Zweifeln. Max und die anderen Jungs 'feiern' ihren Lehrer natürlich für das.
"Wie Chloe sagt, haben sie jetzt auch eine Freundin..", mischt Madi sich ein. Harry hebt eine Augenbraue und als Madi erwähnt, dass er mit Chloe ihren 18. Geburtstag gefeiert hat verdreht er seine Augen.
"Ja jetzt habe ich eine Freundin und eigentlich habe ich jemand tolles wie sie gar nicht verdient..", sagt er leise. Er weiß wohl nicht, ob ich sauer auf ihn bin und wie sauer ich bin. Ich würde jetzt einfach gerne mit ihm auf dem Bett liegen und darüber reden, letzten Endes würde ich zu ihm rutschen und meinen Kopf auf seine Brust legen, da mir einfällt wie sehr ich ihn liebe, dass ich ihm vertraue und ihn brauche.. Er sieht mich kurz an und ich lächle schwach. Ich stehe auf und will den Raum verlassen. "Gaia wohin willst du?"
"Ich wollte schlafen-", antworte ich und meine es auch so.
"Bleib doch noch..", fleht Joanne schon fast, aber ich schüttle meinen Kopf. Ich lege mich wenig später in mein Bett. Ich kann auch nicht schlafen. Als die Anderen kommen und über Mr. Styles schwärmen, bekomme ich alles mit und ich vermisse ihn noch mehr. Als ich nach zwei Stunden immernoch wach bin und einen Teil der Zeit damit verschwendet habe, Bilder von Harry und mir unter meiner Decke ansehen habe. Bis ich beschließe rauszugehen. Es ist kalt draußen. Ich sitze auf der Terasse und schaue auf die Sterne.
"Gaia, was machst du hier?", ertönt eine raue Stimme neben mir.
"Ich kann nicht schlafen..", flüstere ich und Harry setzt sich neben mich, aber ich stehe auf und laufe weg. "Und warum bist du hier?"
"Es war schon lange nichts mehr zwischen uns, Aline Fagan..", sagt Harry plötzlich und ich drehe mich um. Er sieht mich an und seine Augen funkeln. Ich zucke mit den Schultern. "Es tut mir Leid Gaia, aber ich kenne Aline viel zu lange.."
"Ich frage mich nur, ob du mir davon erzählt hättest..", murmel ich, "Von eurem Verhältnis, wahrscheinlich hätte ich sie irgendwann getroffen und hätte nichts darüber gewusst, wie jeder Andere.."
"Es hat niemand davon erfahren-", Harry läuft auf mich zu.
"Es scheint ja etwas länger gelaufen zu sein und du willst mir sagen, dass nicht mal Niall was davon weiß..", unterbreche ich ihn.
"Aber das was gelaufen ist, hat lange nicht so viel bedeutet wie das Ganze was ich mit dir habe!", meint Harry, "Eigentlich hatte es nichts zu bedeuten, außerdem wünschte ich, dass ich es Rückgäning machen könnte!"
"Harry ich bin nicht mal sauer! Ich weiß nicht was mit mir los ist..", mache ich ihm klar, "Ich bin wahrscheinlich nur so eifersüchtig, weil ich dich vermisse verdammt.."
Er sagt nichts, sondern zieht mich in seine Arme und drückt mich an sich.
"Ich dich auch Gaia..", haucht er.
"Warum bist du nochmal hier?", frage ich ihn, während er eine Träne unter meinem Auge wegwischt.
"Ich hatte es irgendwie im Gefühl, dass du hier bist..", schmunzelt er. Ich sehe ihn eine Weile an, bis ich ihn grob von mir wegdrücke, sodass er in Klamotten in den Pool fällt. Ich muss kichern und setze mich an den Rand. Er taucht vor mir auf und legt seine nassen Hände auf meine Beine. Es entsteht sofort Gänsehaut. Seine Hände wandern von meinen Knieen zu meinen Oberschenkeln und von dort an meine Hüfte. Ich bin so abgelenkt, dass ich gar nicht mitbekomme, dass er mich hochhebt und zu ihm in das Wasser zieht. Ich schlinge meine Beine um seine Hüfte und meine Arme lege ich um seinen Nacken. Er lacht und beugt sich vor zu mir.
"Harry jeder kann uns sehen..", ich starre auf seine Lippen. Er streift meine Lippen also kurz.
"Denkst du, dass jemand außer uns hier ist?", fragt er mich und ich nicke. "Ist es nicht, ich habe die Tür abgeschlossen.."
"Vom Hotel?", frage ich ihn verwundert. Er grinst und hebt seinen Kopf. Ich schütteln meinen Kopf lachend. "Die Fenster?"
"Gaia es ist dunkel und mitten in der Nacht!", macht er mir klar, "Eigentlich ist es nichts anderes wie auf den Toiletten Gaia, wir sind nie sicher.."
Ich starre auf seine Brust. Er drückt plötzlich mein Kinn nach oben und zieht meinenKopf zu ihm. Wieder streifen seine Lippen meine, er beißt kurz auf meine Unterlippe, bevor ein Kuss ensteht. Es fühlt sich gut an.
"Schlaf heute Nacht bitte bei mir..", flüstert er, "Du bist morgen früh zurück bevor jemand was merkt.."
Ich nicke schnell und Harry gibt sich zufrieden. Wir genießen eine Weile noch die Stille und vorallem Zweisamkeit im Pool, bevor er mir anweist rauszusteigen. Da ich vor ihm die Treppe benutze, weiß ich das seine Augen auf meinem Hintern liegen. Nur habe ich keine Badesachen an, sondern ein enges weißes Top und seine Boxer. Da wir nicht triefendnass durch das Hotel laufen können, sucht Harry Handtücher hinter der Bar. Als er eins gefunden hat wirft er es mir zu. Seinen Hoodie hat er ausgezogen. Es dauert nicht lange, bis wir bei ihm sind. Da meine Haare nicht nass geworden sind beschließe ich nicht zu duschen. Harry hingegen steigt schnell unter die Dusche. Ich ziehe mich aus und lege meine Klamotten zum trocken. Ich suche in Harry's Sachen nach etwas zum anziehen und lege mich dann unter die Decke. Es dauert nicht lange bis Harry kommt, seine Haare in einem Dutt. Er legt sich zu mir. Als er seine Arme um mich legt und ich die wärme seines Körpers spüre, geht es mir besser. Seine Lippen liegen auf meinem Nacken.
"Ich liebe dich!", flüstert er und ich grinse glücklich.
"", ich suche nach seiner Hand und drücke sie kurz.
"Hör zu Gaia am Samstag bekommt ihr frei, ihr könnt machen was ihr wollt...", erzählt er dann, "Sag bitte einfach, dass es dir nicht so gut geht und du den Tag hier verbringen möchtest, abends wird sowieso jeder feiern gehen, entweder du gehst mit wenn du möchtest, aber den Tag würde ich gerne mit dir verbringen.."
"Was machen wir am Sonntag?", hake ich nach.
"Das Programm startet erst Mittags..", überlegt er.
"Dann wird auch jeder länger schlafen, was spricht dann dagegen, dass wir den Abend zusammen verbringen und ich wieder bei dir schlafen kann?", bemerke ich vorsichtig. Harry zieht mich zu sich und murmelt ein 'natürlich'. Meine Augen schließen sich langsam von selbst.
"Gaia!", Harry's Wecker klingelt. Ich drehe mich zu ihm, aber er liegt nichtmehr im Bett, er ist vollständig angezogen.
"Wie spät ist es?", frage ich ihn.
"Zeit für dich zu gehen..", sagt er und starrt mich an. Ich stehe auf und suche nach meinen Klamotten. Nachdem ich angezogen bin, drücke ich meine Lippen auf Harry's. Ich öffne die Türe und gehe zurück in mein Zimmer. Die Anderen schlafen zum Glück noch. Als wir zum Frühstück runterkommen lächelt Harry mich an. Den restlichen Tag passiert aber nichts mehr zwischen uns.
"Was soll ich anziehen Gaia?", Joanne hält mir zwei Kleider vor die Nase. Ich habe bis jetzt mit Harry geschrieben. Ich deute auf das rote Kleid und erinnere mich daran, dass ich auch fertig werden sollte. Ich suche schnell nach einer Bluse in meinem Koffer, der mittlerweile aussieht wie ein Schlachtfeld, aber ich will meine Klamotten nicht im ganzen Zimmer, geschweigedenn dem Schrank hier verteilen. Joanne besteht drauf mich zu schminken, sie sollte es aber dezent halten. Hat sie zum Glück auch. Wir treffen uns alle vor dem Hotel um einen spanischen Abend zu machen. Harry steht schon dort. Wir laufen in die Innenstadt, weg von den Tourismuszentren. Wir essen erst etwas, bevor wir in die nächste Bar gehen. Es ist schon spät, aber in Spanien essen die meisten auch erst um elf Uhr zu abend. Wir sitzen draußen. Alles ist gut, naja nicht ganz gut, Harry sitzt zu weit weg von mir. Mir ist langweilig, da ich den Gesprächen nicht folge. Ich gewinne an Aufmerksamkeit als dieses bekannte Gesicht an uns vorbei läuft. Ich sehe ihm kurz hinterher, dann springe ich auf und folge ihm schnell.
"Phileas! Phileas warte!"
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