Bonuskapitel-Buch

By diilara3101

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In diesem Buch werden alle von euch gewünschten Bonuskapitel der ,,...ins Herz'' Reihe kommen. Ihr könnt euc... More

Bonuskapitel
Bonuskapitel 1
Bonuskapitel 2
Bonuskapitel 3
Bonuskapitel 4
Bonuskapitel 5
Bonuskapitel 6
Bonuskapitel 7
Bonuskapitel 8
Bonuskapitel 9
Bonuskapitel 10
Special-Bonuskapitel
Bonuskapitel 11.1
Bonuskapitel 11.2
Bonuskapitel 12
Kapitel 13.1
Kapitel 13.2
Bonuskapitel 14.1
Bonuskapitel 14.2
Bonuskapitel 14.3
Bonuskapitel 15.1
Bonuskapitel 15.2
Bonuskapitel 15.3
Bonuskapitel 16
Bonuskapitel 17
Bonuskapitel 18
Bonuskapitel 19.1
Bonuskapitel 19.2
Bonuskapitel 19.3
Bonuskapitel 19.4
Bonuskapitel 19.5
Bonuskapitel 20
Bonuskapitel 21
Bonuskapitel 22
Bonuskapitel 23
Bonuskapitel 24
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Bonuskapitel 27
Bonuskapitel 28
Bonuskapitel 29
Bonuskapitel 30
Special-Bonuskapitel
Special-Bonuskapitel
Bonuskapitel 31
Bonuskapitel 32

Bonuskapitel 25

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By diilara3101

Aayanas Sicht


Und egal wie sehr ich hoffte, dass die Ferien ewig gehen würden, der erste Schultag kam schneller als mir lieb war und jetzt stand nicht nur mein letztes High School Jahr an, sondern ich musste mich auch wieder meinen Ängsten stellen, denn ich wusste, jetzt wo Vincent nicht mehr an der Schule war konnte es nicht lange dauern da würde Lucy wieder anfangen. 

Natürlich hatte ich Valentin und Viktor, aber mir war auch klar, dass die zwei nicht immer um mich herum sein konnten und mich vor Lucy und ihren Freundinnen beschützen konnten. 

Aber hey, ich würde das schon irgendwie verkraften. Ich hatte meine Mutter und sie 17 Jahre lang überlebt, dann würde ich ja wohl auch die paar Stunden in der Schule schaffen. 

Und immerhin war Manu nicht mehr auf der Schule, es könnte also eigentlich auch ganz gut werden. 

„Wir sind da" Vincents Stimme holte mich im nächsten Moment wieder ins Hier und Jetzt und schwer schluckend sah ich kurz auf das Gebäude ehe ich mich zu meinem Freund drehte. 

„Danke fürs fahren" bedankte ich mich schließlich und bevor Vincent etwas erwidern konnte kam ihm Valentin zu vor, der von hinten seinen Kopf zwischen uns streckte. 

„Dachtest du ernsthaft mein großer Bruder würde mich zur Schule laufen lassen? Dazu hat er mich doch viel zu lieb" 

Ach Valentin. 

Viktor, der neben Valentin saß, verdrehte kurz grinsend die Augen und Vincent zeigte ihm währenddessen den Vogel. 

„Wird Zeit, dass du endlich mal deine Fahrprüfung machst, Vale" erwiderte er dann noch und ließ Angesprochenen die Arme in die Luft werfen. 

„Würde ich ja gerne, aber Mama verbietet es mir solange ich es nicht schaffe bei jeder Testfahrt mit Papa nicht mindestens fünf Regeln zu brechen. Sie hat wohl keine Lust mir die Prüfung zehn mal zu bezahlen" Vincent lachte auf die Worte seines Bruders kurz auf und sah dann zu mir. 

„Dann wird Aayana, wenn ich sie dann irgendwann mal soweit habe sich hinters Steuer zu trauen, wohl ihren Führerschein noch vor dir machen" 

Und da konnte er noch lange warten. 

Ich war definitiv noch nicht mental dafür bereit mich einer solchen Verantwortung zu stellen, mich konnte man einfach viel zu leicht ablenken. 

Und da ich Jahre lang alleine zur Schule und auch sonst wo hin gelaufen war, hatte ich auch nicht das Bedürfnis überall mit dem Auto hinzufahren. Ich würde also hoffentlich noch ein paar Jahre ohne Führerschein aushalten. 

„Nichts gegen dich beste Freundin, aber dann wird schon eher Viktor seinen Führerschein noch vor mir machen" 

Und da musste ich Valentin ausnahmsweise mal zustimmen. 

Viktor und Valentin verließen letztendlich nachdem sie sich von Vincent verabschiedet das Auto und gerade als ich mich auch von Vincent verabschieden wollte, hielt er mich nochmal auf. 

„Du hast vielleicht nichts gesagt Aayana, aber ich seh dir keine Panik regelrecht an. Das hab ich gestern Abend schon und auch als du heute Nacht mehrmals wegen Albträumen wach wurdest. Und egal was da drin passieren wird, bitte geh zu Viktor oder Valentin und lass dich nicht fertig machen. Du bist nicht alleine und du kannst mir auch jeder Zeit schreiben oder mich anrufen, denn nur, weil ich vielleicht nicht mehr zur Schule gehe heißt das nicht, dass ich nicht mehr für dich da bin. Und ich hoffe, dass Lucy sowieso klar ist, dass sie Ärger kriegen wird, wenn sie dich auch nur ansatzweise belästigt" Vincent lächelte mich aufmunternd an und ließ mich dann leicht nicken und ihn küssen. 

„Ich liebe dich" erwiderte ich dann noch sanft und ließ meinen Gegenüber es direkt erwidern ehe er mich nochmal küsste und ich kurz darauf aus dem Auto stieg. 

Lächelnd winkte ich ihm nochmal zu und sah dann zu Valentin und Viktor, die etwas entfernt von mir standen. Still schweigend gesellte ich mich schließlich zu den beiden und sah wie sie auf das Gebäude vor uns. 

„Wenn euch irgendwer doof kommt, dann gebt ihr mir Bescheid ok?" Valentin sah abwechselnd zwischen Viktor und mir hin und her und kurz tauschten Viktor und ich einen Blick aus ehe wir synchron nickten. 

Gemeinsam betraten wir schließlich die Schule, doch schneller als mir lieb war trennten sich unsere Wege. Wieso nochmal konnten Valentin und ich nicht alle Stunden gemeinsam haben?

Innerlich am durchdrehen blieb ich schließlich vor meinem ersten Kursraum stehen und atmete noch einmal tief ein und aus ehe ich den Raum betrat und mich nach einem freien Platz umsah. Nachdem ich schnell einen entdeckt hatte packte ich meine Englisch Unterlagen heraus und gerade als ich dachte, dass alles gut werden würde, wurde der Stuhl neben mir zurück gezogen. 

„Na Cousinchen" 

Oh bitte nicht. 

„Hast du mich auch schön vermisst?" 

Und während Lucy mich gehässig anlächelte versuchte ich nicht vor Panik aufzuspringen und aus dem Raum zu sprinten. 

Aayana, du schaffst das. Sie kann dir nichts, solange du es nicht zulässt. Sie wird dich nicht brechen können, denn du wirst über ihren Worten drüber stehen. Du bist nicht mehr alleine. 


Und komischerweise halfen diese Worte, um die nächsten zwei Stunden zu überleben. Lucy bekam dank meines Lehrers gar nicht erst die Möglichkeit mir irgendetwas zu tun und warf mir nur ab und zu teuflische Blicke zu, die ich versuchte zu ignorieren. 

Die nächsten Stunden bis zur Mittagspause hatte ich auch dann Gott sei dank ohne sie, doch leider auch ohne Valentin. 

Die Mittagspause verbrachte ich dann hauptsächlich etwas verdeckt auf dem Schulhof nachdem ich mich nicht getraut hatte die Cafeteria zu betreten. Zunächst hatte ich sogar überlegt Viktor zu fragen, ob wir die Mittagspause zusammen verbringen wollen, doch nachdem ich ihn bei einigen Klassenkameraden gesehen hatte und schnell verstanden hatte, dass er freiwillig bei ihnen war und wirklich glücklich aussah, hatte ich die Idee schnell wieder verworfen. 

Nur weil ich nicht gut darin war Freundschaften zu schließen musste ich seine Chancen ja nicht kaputt machen. Er hatte schließlich nach dem letzten Schuljahr nur das Beste verdient und im Grunde war ich es ja gewohnt alleine zu sein. 

Es konnte also auch schlimmer sein. 


Und das es deutlich schlimmer sein konnte wurde mir spätestens klar als ich nach Schulschluss noch schnell auf dem Weg zum Mädchenklo war und von Lucy und ihren Freundinnen abgefangen wurde. 

Und ich hatte ernsthaft gedacht, sie würde mich in Ruhe lassen. 

„Na Cousinchen" ihre Stimme ließ mich direkt aufzucken und mich mit der Furcht in den Knochen zu ihr herum drehen. 

Sie kann dir nichts Aayana. 

„Jetzt haben wir ja auch endlich mal die Möglichkeit uns richtig zu unterhalten" 

Darauf konnte ich eigentlich verzichten. 

„Was?" 

Oh nein bitte nicht schon wieder. Wieso nochmal hatte ich die Angewohnheit manchmal meine Gedanken laut auszusprechen? 

„Kaum hast du einen Freund hast du den Mut die Klappe aufzureißen oder was?" 

Na super, was gab es schlimmeres als Lucy zu verärgern. 

Ach ja, ich hätte auch meine Mutter verärgern können, das war noch mal eine Spur schlimmer. 

„Wo hast du deinen Freund überhaupt gelassen?" fragte Lucy dann ernsthaft nach und ließ mich sie kurz fassungslos ansehen. 

War sie irgendwie, ich weiß nicht, auf den Kopf gefallen? 

„Vielleicht haben sie ja endlich schluss gemacht und Vincent hat kapiert, dass er besseres verdient hat" fing jetzt eine ihrer Freundinnen an zu reden und ließ mich so langsam an ihrem IQ zweifeln. 

Hatten sie alle letztes Jahr die Abschlussfeier von Vincent und seinem Jahrgang verschlafen? 

Ich meine, ich war zwar nicht auf der Party gewesen, sondern nur auf der Zeugnisvergabe, doch bei ihnen konnte ich mir doch nur vorstellen, dass sie alle zu der Party gegangen waren. Ihnen sollte doch also klar sein, dass Vincent jetzt aufs College ging.  

„Ich habe sowieso nie verstanden, was er an ihr so besonders fand" 

Eigentlich noch findet, aber na gut, Freunde würde ich mir sicher nicht machen, indem ich heraus schrie, dass Vincent mich nicht verlassen hat und mich liebt.

„Das hat niemand kapiert, Liljana" 

Ob ich sie vielleicht doch aufklären sollte? 

„Ach übrigens, Aayana, schöne Grüße von deiner Mutter" 

Und auch, wenn ich bis gerade fast noch Spaß dabei hatte ihnen zu zu hören raubten mir Lucys Worte jetzt den Atem und ich wusste genau, dass sie wusste, dass meine Mutter meine Schwachstelle war. 

Meine Mutter würde es sogar in ihrer Abwesenheit schaffen mich zu brechen. 

„Aber ich erzähl ihr lieber nicht was aus dir geworden ist" 

Schon eine Ahnung habend worauf sie anspielte wartete ich nur schwer atmend auf ihre nächsten Worte. 

„Ob das wohl der Grund war wieso Vincent dich fallen gelassen hat. Du hast schließlich ganz schön zugenommen, Aayana" 

Und leider konnte ich dagegen nicht mal was sagen. Ich hatte es schließlich selbst bemerkt und auch, wenn ich eigentlich wusste, dass ich mit meinem aktuellen Gewicht endlich wieder ein gesundes Gewicht erreicht hatte – Maria hatte mich schließlich persönlich zum Arzt geschleppt, um mir klar zu machen, dass ich mehr essen musste – reichten diese paar Worte von Lucy aus um mich wieder unwohl in meinem Körper zu fühlen. 

„Du solltest echt mehr Sport machen, Cousinchen. Deine Mutter wäre nicht stolz auf dich, wenn sie dich jetzt sehen würde" 

Wann war sie bitte auch mal stolz auf mich? Sie wäre erst stolz auf mich, wenn ich mich zu Tode gehungert hätte. Das hatte sie mir schließlich nicht nur einmal klar gemacht. 

Und egal wie sehr ich versuchte es zu unterdrücken, tief in mir drinnen spürte ich wie dieser verdrängte Hass sich immer mehr an die Oberfläche drängte. 

Und ich hatte ernsthaft gedacht ich wäre endlich stark genug, um mich zu verteidigen und zu wissen, dass ich gut genug war. 

„Und was trägst du da überhaupt? Ich meine, bei deinem Gewicht würde ich auch nur weite Klamotten tragen, aber hast du dich mal angesehen?" Stumm sah ich nach den Worten ihrer einen Freundin an mir herunter und schluckte dann kurz während ich meine Hände in Vincents Pullover vergrub. 

War es so schlimm, dass ich ihn angezogen hatte, um ihm irgendwie nah zu sein und mich in Momenten wie diesen nicht alleine zu fühlen?

„Versuch es erst gar nicht, Clara. Anne und ich haben schon aufgegeben aus Aayana noch irgendetwas besonderes zu machen. Sie ist ein hoffnungsloser Fall" und während ihre Freundinnen los lachten starrte ich nur auf den Boden und lauschte der Stimme meiner Mutter, die sich wie von alleine in meinem Kopf abspielte. 


„Tu endlich etwas, Aayana. Hör auf zu essen, betreib Sport bis du tot umfällst, lass dir den Magen von mir aus verkleinern, nur tu endlich etwas, damit ich stolz auf dich sein kann und dich nicht mehr als hoffnungslosen Fall vorstellen muss"


Immer wieder hallten ihre Worte in meinem Kopf ab und ließen mit jedem Mal das Ziehen in meinem Brustkorb schlimmer werden. 

Ob ich wohl je ihre Worte vergessen würde? Ob ich wohl jemals an die Zeit von früher denken konnte, ohne die Angst zu haben rückfällig zu werden?

„Du bist einfach nur erbärmlich, Aayana. Wann verstehst du das endlich? Wann wirst du endlich einsehen, dass deine Mutter und ich recht haben und dir nur helfen wollen" 

Inwiefern halfen sie mir denn, indem sie mich in den Selbstmord trieben? 

War ich wirklich so unerwünscht? 

War ich in ihren Augen wirklich so ein hoffnungsloser Fall, der es einfach nicht Wert war geliebt zu werden? 

Und das nur, weil ich kein Model war? Weil ich jetzt Größe 36 trug und nicht mehr 32. 

War ich deswegen wirklich so abscheulich, dass sie nicht anders konnten als mich zu hassen? 


„Aayana?" Seine Stimme riss mich aus meinen Gedanken und rasch drehte ich mich zu Valentin herum, der mit schnellen Schritten und im Schlepptau mit ein paar Freunden von ihm auf uns zu lief. 

„Alles gut?" besorgt blieb er vor mir stehen und sah dann kurz zu Lucy und ihren Freundinnen, die jetzt alle ein liebliches Lächeln aufgesetzt hatten. 

„Was habt ihr getan?" fragte er auch direkt nach und sein harscher Ton ließ mich kurz aufzucken, obwohl ich wusste, dass er nicht mir galt. 

„Wir haben uns nur nett unterhalten" erwiderte Lucy charmant wie immer und kurz kam die Angst hoch, Valentin würde ihr glauben und mich wieder alleine lassen, doch seine nächsten Worte bewiesen wir dann das Gegenteil. 

„Verarschen kannst du wen anders, Lucy" 

„Was geht es dich überhaupt an, Valentin? Dir kann die Ex deines Bruders doch vollkommen egal sein" 

Oh man, sie dachten wohl tatsächlich Vincent und ich hätten schluss gemacht. 

„Was zum Teufel? Ex? Aayana ist alles, aber ganz sicher nicht die Ex von meinem Bruder" 

Valentin sah fast schon amüsiert Lucy und ihre Freundinnen an und ließ diese fassungslos da stehen. 

„Aber-" 

„Nichts aber, Lucy. Und mal ganz ehrlich, bist du es nicht langsam leid ein Mädchen fertig zu machen, dass dir nichts getan hat?" 

„Nichts getan? Aayana hat so vieles getan" 

Was denn bitte? Wirklich, ich versteh es nicht. Was hatte ich ihr so schlimmes getan, dass sie mich so hasste?

„Und was bitteschön Lucy? Ist es, weil sie das geborene Model ist und du nicht? Weil deine Tante in Wirklichkeit sie immer unter Vertrag nehmen wollte und nicht dich? Du nur Aayanas Ersatz bist und sie dich das genau spüren lässt, indem sie immer wieder von Aayana verlangt sie soll endlich einsehen, dass sie Modelqualitäten hat. Oder ist es, weil sie liebenswert ist und alle Leute unwillkürlich von ihr begeistert sind, wenn sie sie kennen lernen? Sie sich den Leuten nicht aufdrängen muss, um geliebt zu werden? Oder etwa, weil sie ohne Mühe es geschafft hat, dass Herz von meinem Bruder zu erobern? Das, was du so verzweifelt versucht hast. 

Wann siehst du endlich ein, dass Aayana dir nichts getan hat, sondern du einfach schlichtweg neidisch auf sie bist" 

Ich sah Valentin mindestens genauso fassungslos an wie Lucy und jeder andere, der gerade zugehört hatte. Es befanden sich zwar Gott sei dank nicht mehr viele Schüler hier im Gang und trotzdem reichten diese paar Blicke aus, um mich unwohl zu fühlen.

„Sie ist alles aber kein Model, Valentin. Und ich bin auch alles andere als neidisch. Ich meine, sieh sie dir an? Sie provoziert es ja schon fast, dass man sich über sie lustig macht, nur damit sie dann um Hilfe bitten und sich als Opfer darstellen kann" 

Wann genau hatte ich ihr dieses Gefühl bitte vermittelt? Wann genau war ich zu diesem Menschen in ihren Augen geworden? 

„Glaub mir Lucy, das letzte was Aayana macht ist um Hilfe zu bitten und sich dann als Opfer darzustellen, um Mitleid zu kriegen und dich damit runter zu machen" während Valentin sprach trat er näher an Lucy heran und schob mich dabei schützend hinter sich.

„Und weißt du, woran meine Familie und ich fast noch mehr verzweifeln als daran Aayana klar zu machen, dass sie immer mit uns reden kann und wir ihr helfen? Nämlich daran, das sie dich und deine Tante trotz allem immer indirekt verteidigt, in dem sie jedes Mal versucht euren Worten Zuspruch zu geben. In dem sie sich immer wieder von euch runter kriegen lässt und sich in diesem Hass verliert, den ihr ihr gelehrt habt. Weißt du wie lange es gebraucht hat bis wir Aayana soweit hatten, dass sie keine Angst mehr hat den Mund aufzumachen, nur weil sie ja dann möglicherweise etwas falsches sagen könnte? Weißt du wie lange wir gebraucht haben bis sie kapiert, dass wir sie lieben und nicht fallen und alleine lassen, so wie ihr es all die Jahre zuvor getan habt? Wenn du ernsthaft denkst, Lucy, ich lasse zu, dass du meine beste Freundin vor mir runter machst und sie dazu drängst wieder ihrem alten Muster zu verfallen, dann scheinst du wirklich den Verstand verloren zu haben" 

Ich sah Valentins Gesicht zwar nicht, doch ich spürte an seinem angespannten Rücken, dass er kurz davor war die Kontrolle zu verlieren. 

„Du kannst sagen, was du willst, Valentin. Sie ist und bleibt ein erbärmliches Opfer" 

Es war zwecklos. Sie würde mich immer hassen, egal wie viele Leute ihr noch klar machen würden, dass ich ihr nichts böses wollte und nie versucht hatte ihr bewusst weh zu tun. 

Im Gegenteil ja sogar, Valentin sprach die Wahrheit in dem er sagte, dass ich immer wieder dazu neigte sie und meine Mutter zu verteidigen und mir für all das was ich erlebt hatte die Schuld zu geben. 

„Noch ein Wort Lucy und ich vergesse mich" 

Immerhin schien seine eiserne Stimme etwas zu bewirken, denn hörte ich kurz darauf wie Schritte erklangen und Valentins angespannte Haltung abnahm. 

Trotz allem wagte ich es nicht den Blick zu heben und mich hinter Valentin hervor zu trauen. 

„Aayana?" seine sanfte und besorgte Stimme sorgte letztendlich dafür, dass meine Augen sich mit Tränen füllten und ich mich an seine Brust drückte nachdem er sich zu mir herum gedreht hatte. 

Valentin schlang sofort seine Arme um mich und ließ mich nur stumm ein paar Tränen auf sein T-Shirt tropfen. 

Und auch, wenn während Valentin mich hielt der Gedanke kam, dass ich ihn gar nicht verdient hatte, versuchte ich diesen Gedanken sofort zu verdrängen. 


Gib ihr nicht die Genugtuung, dass sie es geschafft hat dich so leicht zu brechen. Du bist stärker, Aayana und du wirst nicht all das, was die Collister die letzten Monate erreicht haben, wieder zu Nichte machen. Du bist mehr wert als das was dir deine Mutter und Lucy gelehrt haben. 


Und wie auch schon in den letzten Monate, seitdem mich diese kleine aufmunternde Stimme begleitete, halfen mir diese Worte und ließen mich letztendlich leise etwas an Valentins Brust flüstern. 

„Danke, Valentin" 

„Immer doch, Beste Freundin" Seine Worte unterstützte er in dem er mir einen Kuss auf den Scheitel drückte und mich leicht lächeln ließ. 

Er war wirklich der beste Freund, den ich mir hätte erträumen können. 

Ein Räuspern riss Valentin und mich schließlich aus der Umarmung und schnell wischte ich mir einmal über die Augen ehe ich zu Valentins Freunden sah, die als einzige noch auf dem Gang standen. 

Fast schon ängstlich drückte ich mich an Valentin und stand der Versuchung nahe mich hinter ihm zu verstecken, doch kam ich gar nicht soweit, denn wurde mir plötzlich ein Schokoriegel hingehalten. 

Überrascht sah ich den Jungen an, der ihn mir hin hielt und zögerte dann ihn anzunehmen. Valentins Kumpel merkte das sofort und fing an zu grinsen. 

„Nimm ihn ruhig. Ich hab gehört Schokolade soll die beste Medizin für jeglichen Schmerz sein" kurz zögerte ich noch ehe ich ihn dann aber mit einem leise danken annahm. 

„Kein Problem. Nur du darfst meinem Coach nicht  sagen, dass ich solche Riegel besitze, sonst werde ich dazu verdonnert Strafrunden zu laufen und davon hatte ich letzte Saison eindeutig schon genug. Das muss also unser Geheimnis bleiben" der Junge zwinkerte mir kurz zu und ließ mich dann leicht schmunzeln, denn ich kannte den Coach mittlerweile gut genug um zu wissen wie knall hart er bei so was war. 

„Flirtest du etwa gerade mit der Freundin deines alten Kapitäns, Ronny?" Valentins gespielt ernste Stimme ließ mich während ich in den Riegel biss zwischen ihm und Ronny – immerhin wusste ich jetzt seinen Namen - hin und her sehen. 

„Würde ich doch niemals wagen. Wenn du schon so beschützerisch bei deiner besten Freundin reagierst, dann will ich nicht wissen was mit mir passieren würde, wenn Vincent davon erfährt" 

Valentin lachte daraufhin auf und erwiderte dann, dass er das wirklich nicht erleben wollte. 

„Ach und Aayana. Ich weiß, du kennst mich nicht, aber wenn Lucy oder irgendwer anders dir nochmal blöd kommen sollte, dann komm ruhig zu mir. Ich kann dieses Flittchen sowieso nicht ausstehen seitdem sie meine kleine Schwester grundlos angemotzt hat. Das gilt denk ich auch für die anderen. Wir schätzen Vincent nach wie vor viel zu sehr als das wir wegsehen würde, wenn ein paar neidische Mädchen seine Freundin runter machen" leicht lächelnd nickte und bedankte ich mich und sah dann wieder zu Valentin. 

„Ich glaub, ich geh jetzt mal nach Hause" Denn auch, wenn ich wirklich versuchte alles zu verdrängen, wusste ich, dass ich nicht mehr lange durchhalten würde und wenn mich meine Vergangenheit überrollen würde, dann wollte ich nicht mehr mitten im Schulflur stehen. 

„Ich komme mit" sprach Valentin sofort und ließ mich verwirrt zurück sehen. 

„Aber du hast doch Training" 

„Wenn du denkst, ich lass dich jetzt alleine, Aayana, dann hast du dich geschnitten" 

Und insgeheim war ich ihm dankbar, dass er mich nicht alleine ließ. 

Valentin verabschiedete sich schließlich von seinen Freunden, die ihm Bescheid gaben, dass sie dem Coach sagen würde, dass es einen Familiennotfall gäbe und kurze Zeit später befanden wir uns auf dem Heimweg. 

Den Weg über schwieg ich hauptsächlich und ließ Valentin sich euphorisch über seine Lehrer beschweren. Seine Erzählungen lenkte mich dann tatsächlich etwas ab und so verging die Zeit wie im Fluge und schneller als ich gucken konnte befand ich mich vor dem Collisterhaus wieder. 

Valentin schloss direkt die Tür auf und schnell zogen wir unsere Schuhe aus ehe wir den Stimmen folgend in den Garten liefen und die anderen ausmachten. 

Viktor, der schon früher Schulaus hatte, saß mit Venus auf der Hollywoodschaukel während Vincent dabei war Vitus anzuschaukeln und Vito daneben schon von alleine schaukelte. 

„Aayana Schätzchen" Marias aufgeweckte Stimme ließ die anderen dann zu uns sehen und weder Valentin noch ich mussten etwas sagen und die anderen verstanden schon, dass etwas passiert war. 

So stand Vincent auch schneller als ich gucken konnte vor mir und sah mich besorgt an. 

„Was ist passiert?" 

Ohne etwas darauf zu erwidern umarmte ich ihn und ließ ihn sofort seine Arme um mich legen. 

„Valentin?" wendete er sich dann auch gleich an seinen Bruder während ich verzweifelt mein Gesicht in seine Brust drückte. 

„Ich denke, das sollte Aayana dir erzählen" 

Diese Worte sorgten natürlich nur dafür, dass Vincent mich widerwillig los ließ damit er mir ins Gesicht sehen konnte. Ich sah genau wie die Besorgnis seine Augen durchzog als er in meine tränenden Augen sah und meine verzweifelte Haltung sah. 

„Was hat sie getan, Aayana?" Und während ich verzweifelt nach den richtigen Worten suchte fiel mein Blick auf Valentin, der mich aufmunternd anlächelte und mich dann eins wissen ließ. 

„Was sie getan hat ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass mein bester Freund da war, mir geholfen und mich nicht alleine gelassen hat" 

Und dafür würde ich Valentin immer dankbar sein. 

Er hatte schließlich an jenem Tag verhindert, dass Lucy die Chance bekam mich wieder in mein Tief zu schubsen und hatte damit auch bewirkt, dass sie mich das kommende und letzte Schuljahr so gut wie in Ruhe ließ und ich so mit jedem Tag immer mehr aus mir heraus kommen konnte, denn hatte Valentin mir an jenem Tag eines bewiesen. 

Er war mein bester Freund, der es zwar liebte mich zu ärgern, der mich aber trotz allem nie im Stich lassen würde. 

Und dafür hatte ich ihn unendlich lieb. So lieb sogar, dass ich ihm Jahre später vergab, dass ich meine Zwillingssöhne in einem Krankenwagen auf einer verlassenen Straße zur Welt bringen musste und ihm ohne zu zögern die Rolle des Patenonkels gab.

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Heey

Und hier ein Kapitel zu Aayana und Valentins Freundschaft:)

Wie hat es euch gefallen?

Hättet ihr gerne nochmal so ein Kapitel? Vielleicht dann mal aus Valentins Sicht

Ich hatte fürs nächste Kapitel die Idee gehabt, mal ein Kapitel zwischen Maria und Aayana zu schreiben, da sich das auch ein paar gewünscht hatten. 

Und danach würde ich gerne mal eins zu Viktor schreiben, also lasst mich doch gerne wissen, was ihr euch da so wünscht. 

Habt ihr euren Führerschein schon?

Was geht euch so durch den Kopf, wenn ihr an Lucy und Aayanas Mutter denkt?

Wer liest von euch eigentlich auch parallel die Geschichte von Joel?


Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen:)

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