Chapter 1

63 5 0
                                        

Die letzten Sonnenstrahlen beleuchteten die Gassen des kleinen Dorfes in einem schwachen orangenen Licht. Es war ruhig und nur wenige Einwohner waren noch draußen. Niemand hätte erwartet, was sich gleich in einem der kleinen Häuser abspielen würde.

Eine Gruppe an vier Leuten war in dem bescheidenen Wohnzimmer versammelt. Zwei saßen auf einer abgenutzten Ledercouch, die schräg vor einem prasselnden Kamin stand. Sie trugen dunkelrote Ledermäntel, an die vorne eine Goldbrosche gesteckt war.

Hinter der Couch stand ein weiter Mann, der das gleiche trug. An der Wand ihnen gegenüber lehnte ein deutlich kleinerer Mann. Er strif sich die Kapuze seines schwarzen Mantels vom Kopf und gab somit den Blick auf dunkle Haare frei. Sie waren penibel genau zu einem Undercut geschnitten, doch jetzt fielen sie alle durcheinander.

Er verschränkte die Arme vor der Brust. Seine grauen Augen musterten jeden der Anderen abschätzend.

"Also, Levi?", fragte einer der in rot gekleideten Männer und lehnte sich entspannt zurück. Er klang als kannte er die Antwort die er kriegen würde bereits.

"Eintausend Goldstücke.", wiederholte der angesprochene. Er zog eine Pergamentrolle aus seinem Umhang und warf sie auf den kleinen Couchtisch. "So viel habt ihr noch nie bezahlt."

Die anderen Männer lachten. "Tja. Es ist ihm diesmal wirklich wichtig."

"Man könnte sagen, es ist was persönliches.", fügte einer lachend hinzu.

"Wenn das so ist, warum lebt die Zielperson dann überhaupt noch?", hakte Levi nach.

"Naja er.. er ist nicht so ganz einfach.". Levi kniff die Augen zusammen. Nicht so ganz einfach also?

"Er ist schwer zu töten. Deswegen schickt er ja dich.". Der Mann der hinter dem Sofa stand hatte bisher geschwiegen. "Tu einfach deinen Job und kassier dein Geld."

Levi musterte ihn und dachte nach. Er wäre lieber etwas besser vorbereitet auf den Mann, den er töten sollte.

Es war keineswegs sein erster Auftrag, aber er wurde mehr als doppelt so hoch bezahlt. Dafür würde es einen Grund geben.

Doch nachfragen würde nichts mehr bringen. Levi kannte diese Leute. Sie hörten auf ihre Befehle und die schienen in diesem Fall mehr als eindeutig gewesen zu sein. Also antworte er mit einem monotonen gut, ehe er sich die Kapuze wieder überzog.

Levi wollte das Haus verlassen und ging dazu an seinen Auftraggebern vorbei. Er blieb stehen und sah auf, als sich ihm jemand in den weg stellte. Grinsend sah der Mann auf Levi herab, der mehr als einen guten Kopf kleiner war.

Er zog ein Messer aus seiner Tasche und hielt es Levi vor die Augen. "Wenn du auch nur daran denkst, einen Rückzieher zu machen..", sagte er und drehte die Klinge langsam. Das Feuer des Kamins brachte das Metall zum funkeln.

"Bring dieses Messer noch einen Zentimeter näher an mein Gesicht und dein Augapfel landet im Feuer.", sagte Levi mit monotoner Stimme. Ein kühles Lachen erfüllte den Raum.

"Aber Levi, nicht so gelangweilt! Das Messer lernst du erst kennen, sobald du versagt hast.", grinste er und präsentierte dabei seine faulenden Zähne. Levi hielt unterbewusst die Luft an, um seinem scheußlichen Mundgeruch zu entgehen.

"Wenn ich versage, dann brauchst du das Messer nicht mehr.", antwortete Levi und schob den Mann mit einer Hand zur Seite.

"Wir sehen uns, wenn ich Eren Jägers Kopf habe.", sagte Levi noch, ehe die Tür hinter ihm zuschlug.

Die Nacht war kühl. Aber das war nicht der einzige Grund, weswegen man nachts nicht draußen sein wollte. Es gab Kreaturen, denen man lieber nicht begegnen wollte. Die meisten von ihnen hielten sich von Städten fern, doch wenn man zwischen Dörfern unterwegs war hatte man schlechte Karten.

Aus diesem Grund kehrte Levi auch ins Gasthaus zurück, anstatt sofort aufzubrechen. Auch, wenn sein Zimmer dort ihm zuwider wer. Hygiene war definitiv etwas anderes, aber er hatte keine Wahl.

Normalerweise wäre er jetzt sämtliche Informationen durchgegangen, die er über die Zielperson hatte... doch er hatte quasi keine. Eren Jäger, 24, 170 cm, braune Haare, grüne Augen. Das war alles, was er über ihn wusste. Das, und wo er sich aufhielt.

Itadence. Eine recht große, eher reiche Stadt. Levi war lange nicht mehr dort gewesen. Man hatte ihm den ungefähren Stadtteil genannt, in dem Eren Jäger sich aufhalten soll.

Levi bezweifelte jedoch, dass es so einfach werden würde.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen, da saß Levi schon auf einem der harten Holzstühle im Speiseraum. Er war alleine und aß eher appetitlos sein Frühstück, welches aus Brot und ein wenig Butter bestand. Er hätte sich mehr leisten können, aber er legte keinen besonderen Wert auf ein richtiges Frühstück. Hauptsache er hatte Tee, ansonsten würde er unausstehlich werden.

Levi betrachtete seine Reflektion in der Scheibe. Hinter ihm spiegelte sich die kleine Laterne, die seinen Tisch erhellte.

Er trank den letzten Schluck seines Tees und stellte das Geschirr in der Küche ab. Sie war klein und hatte gerade alles, was man brauchte.

Mit der Laterne in der Hand kehrte Levi zu seinem Zimmer zurück. Er hing die spärliche Lichtquelle an einen, speziell dafür vorgesehenen, Haken, um die Hände frei zu haben.

Schweigend und mit ausdruckslosen Gesicht zog er sich seine Arbeitskleidung an. Sie bestand aus einem dunklen Shirt, über das er sich eine Spezialanfertigung als braunem Leder zog. Es war eine Halterung für Messer.

Levi ging zu seinem Bett, wo er nach dem Aufstehen alles bereit gelegt hatte. Er nahm das erste Messer und ließ es in dem Leder verschwinden. Es war mehr eine Art Dolch, mit langer gerader Klinge.

Das zweite Messer war kleiner und hatte eine gebogene Klinge. Er platzierte es unter dem ersten.

Die Klinge des dritten Messers wies kleine Zacken auf, die tiefe Wunden reißen konnten. Levi hatte es noch nie benutzt, da er die anderen beiden bevorzugte.

An Levis linken Stiefel war eine kleine Geheimtasche eingenäht worden. Dort versteckte er einen weiteren, normalen Dolch. Er hatte früh gelernt, dass es in diesem Beruf nie zu viele Waffen gab. Und gerade dieser Dolch hatte sich schon oft bewährt.

Levi verließ das Gasthaus in gegen fünf Uhr. Er hatte Glück, dass es Frühling war und um diese Zeit bereits langsam hell wurde. Auf Dauer würde es ihm bei diesem Auftrag deutlich mehr Zeit verschafften. Abgesehen davon schlief er eh nie besonders lange.

Levi ging zu dem angrenzenden Ställen und öffnete die Box, in der seine schwarze Stute stand. Er führte sie auf den Platz und sattelte sie. Er befestigte noch sein Gepäck an dem Sattel ehe er schließlich aufstieg.




---------------------------------

Anmerkung: Ich habe derzeit keine/n Betaleser/in, deswegen bitte ich Fehler zu entschuldigen. Lasst mir gern eure Meinung da :) 

ItadenceDonde viven las historias. Descúbrelo ahora