Es war der erste Tag nach den Sommerferien und ich wusste schon, was mich Neues in meiner Klasse erwarten wird. Der Drogensüchtige, der die Klasse wiederholen muss. Ich hatte schon vieles von ihm gehört, da mir einige Kontakte aus seiner alten Klasse mir ziemlich viel über ihn erzählt haben. Einiges, wie dass er immer fehlen soll und den Unterricht nur stört. Gefreut ihn zu sehen habe ich mich also nicht. Ich weiß nicht wieso, doch ich dachte, dass er alles verändern wird. Unseren Klassenzusammenhalt, der nicht gerade der beste war und generell jetzt alles anders wird. In der Schule begrüßte ich meine Freunde und sie fingen auch sofort an. Wie wird er wohl sein? Wird er high oder aggressiv sein? Wie sieht er eigentlich aus? Als es zum Unterricht klingelte liefen wir gespannt zum Raum und sahen ihn, den leeren Stuhl neben dem Mädchen, welches monatelang vorher schon seine Ankunft angekündigt hat und darauf bestand neben ihm zu sitzen. Sollte er nicht heute schon da sein? Vielleicht ist er gerade noch einen Joint rauchen oder so? Ich kenne mich nicht aus... Oder sein Bus kommt einfach später an?
>"Warum interessierst du dich so für ihn?"
"WAS?"
Ich sah meiner Freundin verblüfft in die Augen.
"Naja... Du redest sie ganze Zeit schon irgendwas vor dich hin und teilweise hört man seinen Namen heraus! Ist es denn so besonders für dich, dass ein neuer Schüler in unsere Klasse kommt?"
"Nein eigentlich nicht..." Anscheinend hatte sie wieder schlechte Laune, wie die weiteren 4 kompletten Tage in der Woche auch.
"Du kannst doch nicht auf jeden stehen, den du nicht mal kennst!"
"Ich stehe nicht auf jeden! Nur auf den Anzugtypen!"
...dem Oberaffen der Klasse, das eine Mädchen aus der Paralellklasse, dem Eboy der oberen Klasse, der Hälfte der Mädchen aus seiner Paralellklasse, dem einem Mädchen aus der Prowo und gedanklich auch auf den Drogensüchtigen, obwohl ich mir das nicht einmal selbst eingestanden hatte. ICH wusste nur, wenn ich ihr das alles erzählte, würde sie mich auf jedenfall umbringen, doch auch wenn sie meine beste Freundin ist, könnten meine Gedanken selbst ihr zu komisch sein. Kurz vor Unterrichtbeginn stürmte er gerade noch so rechtzeitig in den Raum und entschuldigte mit einem einfachen 'sorry' bei unserem Lehrer. Ich weiß nicht wie ich das jetzt einschätzen soll, doch ich hätte es mir nicht getraut! Tage des einfachen beobachtens vergangen, er saß da so halb verschlafen mit seiner lässigen Art und seiner gefährlich aussehenden, ihm viel zu großen schwarzen Lederjacke, die dunkelgrüne Kapuze auf dem Kopf, sowie seiner dunklen Röhrenjeans und gab unterhaltsame monotone Kommentare, wenn er mal etwas im Unterricht sagte. Ich mag diesen Humor. Er fiel so weit eigentlich nicht auf, beteiligte sich bei Partner arbeiten und im Unterricht nicht so ganz und hält wenigstens die Klappe, wenn andere einen Vortrag halten, ich mag sowas. Davon gibt es viel zu wenige. Ich fing an ein wenig Kontakt mit ihm aufzunehmen beim Badminton, den einzigen Sport, den ich spielen kann. Wir spielten gegeneinander und es sah so aus, als würde es im gefallen. Es sah so aus, als würde er dabei lächeln! Ich habe ihn noch nie lächeln gesehen...
Wir haben noch nie ein Wort gewechselt, doch ich wollte alles über ihn wissen! Ich habe schon seinen, in der Schule scheinheilig, besten Freund über ihn ausgefragt und weiß jetzt, wie viele Geschwister er hat, wann er angefangen selbst Drogen zu konsumieren und von Instagram, dass er genug Weed- Seiten folgt, doch es ist nicht das, was ich mir vorstelle. Ich will wissen warum er angefangen hat! Ich will ihn verstehen. Ich will seine Hand halten, in seine grauen Augen sehen und ihm sagen dass wir alles gemeinsam schaffen können. Nach diesem Tag war es jedoch so wie sonst auch, ich war zu unauffällig für ihn und er ignorierte meine Blicke. Er würde die zumindest ignorieren, wenn ich mich getraut hätte ihn so intensiv anzusehen, dass er mich bemerkt hätte. Kurz vor dem ersten Halbjahr kam dann die Nachricht, die ich mir nie ausmalen wollte und die ich immer verdrängt hatte. Er muss die Schule verlassen. Nun habe ich mir noch öfter Gedanken darüber gemacht, wie ich seine Aufmerksamkeit gewinnen könnte. Mich mit jemanden am Bahnhof 'streiten' und er kommt dann von der Seite und verteidigt mich, ich schreibe ihn über WhatsApp an, obwohl ich nicht mit anderen Personen schreiben kann oder ich spreche ihn einfach an und suche mir Themen die mir sagen, wie er sich damit fühlt die Schule zu verlassen, doch wer würde schon gerne mit einer fremden, vor sich hin stotternen Person über seine Gefühle reden, wenn man die Möglichkeit hätte jetzt mit seinen Freunden am Bahnhof zu chillen und zu kiffen? Mir kam auch die Idee meine Gefühle zu ihm in einer Story festzuhalten und ihm das fertige Endprodukt zu schicken, doch diese Idee kann nur in die Hose gehen, vor allem wenn er sieht das diese Story bis zu dieser Zeile um die 800 Wörter hat und wir uns auf seiner neuen Schule nie wieder sehen werden.
Doch warum sollte ich mir so viel Mühe für einen Menschen machen, wenn das alles keine wahre Liebe ist und meine Gefühle mich so wie bei jeder Person zuvor verarscht? Ja...
Vielleicht ist das auch gar keine Liebe, einfach nur der Gedanke eine Person an seiner Seite zu haben, die für einen alles tun würde und für einen da ist. Vielleicht rede ich mir dass alles so ein, so wie mit allen anderen auch. Vielleicht empfinde ich auch nur so über ihn, da er genauso Probleme zu hause hat wie ich, auch wenn er schlimmere Folgen erleidet und ich denke, dass ich endlich jemanden gefunden habe, der mich versteht? Ich finde und fand ihn seid längerer Zeit äußerlich attraktiv und seine Sucht würde mich nicht stören, solange er mich daraus lässt, doch meine Angst enttäuscht zu werden stört mich. Vielleicht sollte ich einfach aufhören zu hoffen. Zu hoffen, dass er mich irgendwann so sieht, wie ich ihn sehe und zu hoffen, dass ich mich gutgenug für ihn fühle. Ich komme an seinen Ex-Freundinnen einfach nicht dran. Diese wunderschönen magersüchtigen Blondinen, die selbst gekifft und gesoffen haben wie ein Loch.
Ich habe mir für unseren letzten Tag zusammen auf einer Schule vorgenommen ihn anzusprechen, ihm viel Glück auf der neuen Schule zu wünschen, ihm gut zuzusprechen und einfach zu hoffen, dass er neue Motivation findet an der neuen Schule, doch als dieser Tag letztendlich an brach, war er schneller weg, als ich blinzeln konnte und hörte nur noch seine Schritte im Hausflur.
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~Gefühlschaos~
Vielleicht seid ihr genauso enttäuscht von dieser Geschichte wie ich, hättet euch mehr Liebe und Romantik gewünscht, wie in anderen Storys von mir, doch es war und ist leider nicht immer so, auch wenn ich es mir auch erwünscht hätte. Ich weiß selbst, dass es besser ist mich von ihm fernzuhalten, was ich auch durch meiner Angst vor Enttäuschungen gemacht habe. Vielleicht werde ich mir später mal dafür danken.
--> Schreibt mir unbedingt in die Kommentare, was ihr über diese Story denkt, wie ihr diese Art Story fandet und vielleicht, wie die Geschichte der beiden weitergehen könnte!
(bin auf eure Ideen gespannt!)
Ach... Und übrigens...
(an die Personen aus meinem Umfeld, die denken zu wissen, welche Person ich in dieser Geschichte vielleicht umschrieben haben könnte, die Geschichte ist frei erfunden!)
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(OneShot) Mein Gedanke, der dass uns zerstörte
Short StoryOne Shot. Die Person hinter der Bezeichnung 'ich' lernt eine neue aber gefährliche Person kennen und fängt an Gefühle aufzubauen.
