Im ersten Zeitalter, in der ersten Schlacht, als die Schatten lang wurden, stand einer aufrecht. Die Seele verbrannt von der Glut des Armageddon, den Feuern der Hölle, und damit zu verdorben für den Aufstieg. So wählte er die ewige Qual. Erfüllt von Hass fand er keinen Frieden, und mit kochendem Blut durchschritt er die Schattenebenen voller Durst nach Rache an den dunklen Fürsten, die ihm Unrecht getan hatten. Er trug die Krone der Night Sentinels und jene, die den Biss seiner Klinge kosteten, nannten ihn... den Doomslayer.
Die Dämonen brachen in Scharen über ihn herein. Dutzende, Hunderte, sie alle drängten durch Löcher und Spalten in die Ruine des Bluttempels, wo er sie schon erwartete. Die kleinen, wendigen Imps warfen glühende Feuerbälle nach ihm, aufgeblähte Mancubi schossen heiße Schlacke aus ihren an Kanonen anmutenden Armen, gut gepanzerte Pinkys schnaubten und schnappten mit ihren kräftigen Kiefern. Die Angriffe galten alle der muskulösen, groß gewachsenen Gestalt in der Mitte des riesigen Raumes, doch alle Attacken schlugen fehl. Den Schlackekugeln wich er aus, die Feuerbälle verpufften wirkungslos an der Rüstung, die die Gestalt trug. Die Rüstung war rot und glänzend von dem vielen Blut der geschlachteten Dämonen, die sich in Haufen um den großen Krieger auftürmten, so dass die eigentliche Färbung, ein dunkles Grün, beinahe nicht mehr zu erkennen war. Der Krieger kämpfte Stumm und verbissen, seine Waffen lagen verteilt um ihn herum, die Munition war längst aufgebraucht. Nun blieb ihm nur noch der Kampf mit bloßen Händen, was ihn aber nicht abschreckte. Jeder Schlag, jeder Kniestoß wurde mit verheerender Kraft ausgeführt, geleitet von der kalten Flamme des Hasses, die im Herzen des Mannes loderte, dessen Titel erschauern in den sieben Kreisen der Hölle auslöste. Die Hundertschaft der Dämonen hatte keine Chance, sie fielen wie die Fliegen. Mit unmenschlicher Schnelligkeit und Härte brach der Krieger Genicke, riss Gliedmaßen aus, durchstieß mit den eigenen Knochen der Dämonen ihre Schädel und Organe, drückte Finger und Fäuste durch Augen oder Mund tief in die Hirne der unglückseligen Kreaturen. Der Angriff der Höllenwesen kam ins Stocken. Langsam zogen sie sich zurück, sie spürten dass sie diese Schlacht nicht mehr Gewinnen konnten, so wie sie schon seit jeher machtlos waren gegen die unbändige Macht und den Zorn dieses Kriegers. Das kochende Blut der Dämonen tropfte von seinen noch geballten Fäusten auf den Boden, wo es sich bereits in einer knöcheltiefen Lache gesammelt hatte. Bluttempel. Der Name dieser Ruine passte perfekt zu dem Massaker, das hier angerichtet wurde. Wäre noch eine Spur Menschlichkeit in dem Krieger gewesen, hätte er vermutlich sogar bei dieser Ironie gelächelt. Doch auf dem Gesicht hinter dem verspiegeltem Visier zeigte sich keine Regung. Weder Freude, noch Leid oder Trauer. Nur der blanke Hass auf die Hölle blitzte in seinen Augen auf. Und Hunger und Durst empfand er. Hunger nach Rache und Durst nach Blut. Nein, der Doomslayer war schon lange kein Mensch mehr.
Die letzten Imps kletterten an den mit Eisenstacheln und Schädeln bestückten Säulen, die in unregelmäßigen Abständen in die Höhe ragten, empor, warfen kreischend ein paar letzte Feuerbälle, bevor sie durch verborgene Löcher in der Decke verschwanden. Der Doomslayer stand da und schaute sich in der großen Halle um. Normalerweise würde er sich sofort an die Verfolgung der flüchtenden Höllenbrut machen, aber etwas lies ihn innehalten. An diesem Ort war etwas besonders, das konnte er fühlen. Sein Blick glitt über die Wände und den Boden. Dieser Tempel sah so aus wie viele Gebäude in der Hölle, die Wände bestanden aus riesigen, grob behauenen Steinquadern, große und kleine Schädel verschiedenster Dämonen und anderer Kreaturen dienten als makabere Verzierung. Überall standen lange Stacheln hervor, auf denen längst vertrocknete Leichen aufgespießt waren, das Feuer von Fackeln und Kohlebecken, erleuchtete einen Großteil des Raumes und warf tanzende Schatten an die Wände, die mit rostigen Eisenbändern verstärkt wurden. Ein kleiner Teil des Raumes lag in Dunkelheit, und da Doomslayer an den restlichen Wänden nichts erkennen konnte, ging er mit schnellen Schritten auf den finsteren Bereich des Raumes zu. Je näher er dem lichtlosen Bereich kam, desto stärker überkam ihm ein merkwürdiges Gefühl, ein seltsames Ziehen. Fast so als ob er gerufen wurde.
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Demons Bane
ActionSie sind der Alptraum der Dämonen - die Hölle erzittert bei dem Klang ihrer Namen. Sie - das sind der DOOMSLAYER, Schrecken der Hölle; Kratos, Gott des Krieges; der teuflische Ghostrider und Hellboy, der selbst aus der Hölle stammt. Diese vier mächt...
