1 | „Ich bedanke mich.."

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Sechs Jahre später...

„Das ist zu viel! Willst du auf eine Hochzeit oder was?"

„Luke! Ich bin fünfzehn!"

„Mit dieser Schminke in deinem Gesicht würde ich dich einundzwanzig schätzen."

Meine Schwester zeigte auf die Tür und machte non-verbal klar, dass ich raus muss. Unschuldig hob ich meine Hände hoch und bewegte mich raus.

Als ich runter wollte, hörte ich Stimmen aus dem Schlafzimmer meiner Mutter. Langsam näherte ich mich zur dieser und hörte zu.

„Du weißt, dass er dir niemals verzeihen wird, habe ich recht?"

„Ich tue alles, Jane, wirklich alles. Mein eigener Sohn will mich nicht haben-"

„Er ist nach fünf Jahren immer noch wütend auf mich, weil ich dir verziehn habe. Wer weiß wann du mich wieder verlässt und ob du es tun wirst?"

Kurz herrschte Stille und ich riss mich zusammen nicht gleich reinzuplatzen und zu streiten. Stattdessen ging ich schnell runter und schrie von unten.

„Ich bin bereit!"

Nach wenigen Minuten spazierte James runter mit seinem schwarzen Anzug. Sein Blick haftete auf mir, doch ehe er etwas sagen konnte, kam meine Mutter mit ihrem königsblauen Kleid runter. Sie sah umwerfend aus.
Auch mit zweiundvierzig!

„Wie sehe ich aus?", fragte sie stolz, als sie ihr Abendkleid glatt streifte und mir wieder ins Gesicht guckte. Ich hatte wirklich gar keine Worte.

„Umwerfend."

Sie lächelte leicht und klammerte sich sofort an James' Arm. Unauffällig rollte ich meine Augen und drehte mich zur Tür.

„Ich mache das Auto bereit."

• • •

Gelangweilt stand ich an einen von diesen hohen gedeckten Tischen, die voll mit Sektgläsern waren. Während Mom und James zu vertieft in Gesprächen mit anderen eleganten Menschen waren, versuchte Lyve unauffällig eines der Sektgläser zu trinken.

„Das kannst du vergessen, Prinzessin.", zischte ich und nahm das Glas runter. Beleidigt sah sie mich an und rollte ihre Augen.

„All' meine Freunde haben schon mal getrunken!"

„Deine Freunde sind auch die größten Vollidioten, das versichere ich dir.", lachte ich und wollte die kleine Diskussion beenden bevor sie völlig eskalierte, doch die Hexe in Lyve wollte unbedingt Stress.

„Du bist ein Vollidiot! Immer musst du mir alles verderben. Beschmeiss mich doch gleich mit Handschellen!", schrie sie und ich griff nach ihren Handgelenken ehe ich ihr fest in die Augen schaute.

„Hör auf mich anzuschreien. Deine kleinen pubertierenden Wutanfälle gehen mir auf die Nerven."
So leise wie möglich machte ich ihr klar, dass sie sich zurückhalten sollte und das tat sie dann auch. Sie zog ihre Arme weg und nahm ihr Handy aus ihrer Tasche. Völlig lustlos blickte ich wieder zur meiner Mutter, die sich dann mit diesem Bastard zu uns bewegte. Als sie ankam strich sie mir leicht über den Rücken.

„Etwas mehr lächeln, Süßer."

Ich reagierte nicht drauf. Der Saal wurde leiser und vor der Bühne stand eine Frau die anfing irgendetwas zu erzählen. Diese Menschen waren mir alle egal. Ich befand mich hier nur, weil die liebe Jane mich zwang.

Die Leute fingen an zu klatschen. Auf einmal stoppte meine Mutter dies und blickte mich erschrocken an. Verwirrt schaute ich ihr in die Augen und versuchte zu verstehen, was los war.

„Ich bedanke mich. .", sprach eine Person und holte mich aus den Gedanken.

Eine Stimme, die ich sehr gut kannte.
Eine Stimme, die mich verwirrte.
Eine Stimme, die mir Angst machte.
Eine Stimme, die ich nicht verdient hatte.

„Angeline Collins ist mein Name."

Das war der Satz, der alles veränderte.
Der Satz, der mich tötete und wieder belebte.

Es war der Tag an dem ich auferstand.

Angel Ine IIStories to obsess over. Discover now