|Kapitel 1|

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|I hate you|

"Alles wird gut, aber nichts wie es war"

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Alles um mich herum stinkt nach Blut. Das Grass unter meinen schwarzen Pfoten hat sich schon lange dunkelrot verfärbt. Überall sind kämpfende Wölfe. Braunes Fell stürzt sich auf graues. Zähne schnappen nach der Kehle des anderen. Körper gehen zu Boden. Knochen bersten mit lauten, ekelhaften Geräuschen. Es ist grauenvoll. Noch nie in meinem gesamten Leben habe ich so etwas grauenvolles gesehen. Sie alle sterben, einer nach dem andern.

Ein lautes Aufheulen reisst mich aus meiner Starre und gerade noch rechtzeitig weiche ich einem hellbraunem Wolf aus der sich knurrend mit seinem ganzen Körpergewicht auf mich stürzen wollte. Kaum ist er hinter mir gelandet fährt er auch schon wieder mit einem wütenden Ausdruck zu mir um. Seine Augen sind strahlend blau und sehen mich hasserfüllt mit einem wilden, animalischem Ausdruck an. Während er knurrt entblösst er seine riesigen Fangzähne und der Speichel läuft seine Lefzen hinunter. Er wirkt wie ein verrückter.

Sein Wolf hat bereits die Kontrolle über ihn übernommen. Er weiss nicht mehr was er tut, zu gross war der drang seines Wolfes an die Oberfläche zu kommen. Noch bevor er sich erneut auf mich stürzen kann landet ein dunkelgrauer Wolf vor mir und stösst ihn kräftig von mir weg. Erleichtert stelle ich fest, dass es sich um meine Mutter handelt. Sie ist nicht stark verletzt worden und ihr Wolf ist auch noch nicht an der Oberfläche. Sie kann noch klar denken. Eine Krallenspur an ihrem linken Hinterbein blutet leicht, heilt aber sichtlich schnell.

«Aley lauf!» ertönt die Stimme des grauen Wolfs vor mir in meinem Kopf und nach kurzen zögern tue ich was sie von mir verlangt. Ich weiss das ich nicht laufen sollte, ich sollte mit meinem Rudel kämpfen und nicht wie ein kleines Junges von der Mutter beschützt werden. Aber es ist mir egal, einfach egal. Gerade stirbt das halbe Rudel vor meinen Augen und ich bin nicht bereit für einen aussichtslosen Kampf zu kämpfen.

Gehetzt jage ich durch den Wald, vorbei an den Kämpfenden einfach weg von der Lichtung. Ich springe über Steine, Stöcke und Wurzeln. Ausserhalb des Getümmels krieche ich zitternd unter einen dichten Busch und sehe ängstlich durch die Blätter hindurch dem Massaker zu. Jeder Kämpft, sogar die alten des Rudels haben sich zu einer kleinen Gruppe zusammengeschlossen und greifen jeden der auch nur in ihre Nähe kommt an. Niemand merkt wie wir immer weniger werden. Niemand merkt das immer mehr Wölfe unseres Rudels verletzt und zusammengekauert am Rand der Lichtung liegen. Viele haben aufgegeben, wollen nicht mehr kämpfen. Fast schon panisch halte ich Ausschau nach meiner Mutter und Katy.

Katy ist meine beste Freundin. Schon seit wir klein waren machten wir alles zusammen. Es war seit unserem ersten treffen als wären wir Zwillinge. Meine Mutter erkenne ich weiter hinten immer noch kämpfend mit dem braunen Wolf. Von Katy keine Spur. Schnell husche ich wieder aus dem Gebüsch und am Rand der Lichtung entlang. Im Schatten des Waldes schleiche ich entlang. Ich will nicht angegriffen werden und mein schwarzes Fell tarnt mich ausreichend, um nicht gesehen zu werden.

Damit beschäftigt nach Katy zu suchen bemerke ich den hellgrauen, fast weissen Wolf viel zu spät. Noch bevor ich realisieren kann was passiert ist steht er über mir und drückt mich auf den Boden. Ängstlich fange ich an zu zappeln, höre aber sofort wieder auf als ich merke wer da über mir steht. Mich mit seinen roten Augen fixierend fletscht er drohend die Zähne und knurrt mich an. Noch bevor ich mich daran erinnere, dass man einem Alpha niemals in die Augen sehen sollte starre ich ihm in seine Augen. Er sieht zurück und langsam werden seine Augen grau. Es ist ein schönes Grau. In seinem linken Auge hat er ein paar schwarze Punkte und in gewisser Weise fühle ich mich einen Moment lang sicher. Als würde nicht gerade der Kampf zwischen zwei Rudeln stattfinden. Aber keine Sekunde später ist das Gefühl wieder weg und ich schleudere ihn panisch von mir wobei er anscheinend auch wieder zu sich kommt und mich böse mit den wieder rot gewordenen Augen ansieht.

In dem Moment höre ich das Wimmern. Keine zehn Meter weiter liegt Katy mit mehreren schlimm aussehenden Wunden auf dem Boden. Gerade wendet sich ein Wolf von ihr ab und lässt sie einfach liegen. Einen Moment lang verliere ich die Kontrolle über meinen Wolf, der schon die ganze Zeit versucht an die Macht zu kommen und stürme auf Katy zu. Der Alpha ist mir egal, der Kampf ist mir egal! Hauptsache ihr geht es gut, meiner Freundin, meiner Schwester. Aber noch bevor ich bei ihr ankomme werde ich wieder zu Boden gedrückt. Ich habe nicht mehr die Kraft dazu mich zu wehren und sehe einfach zu Katy, flehe das sie durchhält. Ein leiser flehender laut entkommt mir und mein Fell sträubt sich ohne das ich etwas dagegen machen kann.


Ich sehe ihm nicht in die Augen, weiss aber, dass er mich mit seinen roten Augen anstarrt und nur darauf wartet das ich eine falsche Bewegung mache. Ich bewege mich nicht und lockere schliesslich langsam meine Muskeln. Dann drehe ich meinen Kopf langsam so, dass er meine Kehle direkt vor sich hat und unterwerfe mich ihm. Ich hasse es, es ist demütigend und kratzt an meiner Würde, aber ich muss es tun. Wenn ich es nicht tue wird er mich töten oder zu mindestens schwer verletzen. In beiden Fällen komme ich nicht zu Katy die immer noch wimmernd vor uns liegt. Blut tropft aus einer tiefen Kratzspur auf ihrem Vorderbein.

Der fremde Alpha mustert mich als würde er abschätzen ob ich eine Gefahr bin. Ich bleibe weiterhin still liegen. Als wäre ich eine Gefahr! Mein Wolf ist klein und eher zierlich. Ich war schon immer schlecht im Kämpfen und würde wahrscheinlich auch niemals gut werden. Schliesslich lässt er ab von mir und knurrt mich noch mal warnend an. Stürzt sich dann auf sein nächstes Opfer.

Immer noch erschrocken bleibe ich ein paar Sekunden so liegen. Rapple mich dann aber hastig auf und stürze auf Katy zu. Im Laufen noch verwandle ich mich zurück in einen Menschen und sehe sie an. Sie hat eine tiefe Wunde an ihrem Vorderbein. Zudem hat ihr jemand den Bauch und Rücken blutig gekratzt. Mit ihren grossen braunen Augen sieht sie mich an. Ihr Atem geht flach.

Sie darf nicht sterben! Sie darf es einfach nicht. Panisch ziehe ich mir mein T-Shirt aus und drücke es auf die grösste Wunde auf ihrem Bauch. «Katy? Katy sieh mich an!» meine ich fast schon schreiend und rüttle sie leicht an ihrer Schulter, da ihr die Augen zu gefallen sind. «Du darfst nicht sterben hörst du, lass mich nicht allein!» flehe ich und sehe ihr Angst erfüllt in die Augen. Ich sehe sie vor mir wie sie mich immer getröstet hat, wenn ich Streit mit meiner Schwester oder meinen Eltern hatte. Wie ich auch sie immer tröstend an mich gedrückt habe, wenn sie trauerte um ihre Eltern. Wir verstanden uns immer ohne Worte, waren für einander da.

Ihr dunkelbraune Wolf sieht mich schwach an und es sieht aus als würde sie mich traurig anlächeln. «Trauer mir nicht nach Aly» erklingt ihre Stimme leise in meinem Kopf als hätte ich es mir eingebildet. Aber das habe ich nicht, das wird mir schmerzhaft bewusst während sie in meinen Armen stirbt.

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Vielen Dank an für das wundervolles Cover!!!❤❤❤

Ich liebe es

[Überarbeitet]

|Rudellos|Stories to obsess over. Discover now