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Anke

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10. Februar 1933
Tag 136

Noch immer war ich in diesem Loch gefangen, im Keller meiner Freundin Marie. Ich mache mir noch immer Sorgen, dass sie mich und mein Ungeborenes Kind finden. Ich bin geborene Jüdin und somit nicht erwünscht in dieser Welt. Wie jeden Morgen bringt Marie mir Essen, Trinken und die Tageszeitung. Nachdem ich mein Essen gegessen hatte, setzte ich mich wieder auf meinen kleinen hocker welcher vor dem Fenster stand und beobachte wie jeden tat die Menschen welche die Straße entlang gehen. Manche hatten es eilig, andere wiederum nicht. Kinder Spielen, werden bestraft, sie lachen und weinen. Wie sehr wünschte ich mir, das auch meines so aufwachsen könnte. Ich beobachtete eine junge Familie, die glücklich mit ihren Jungen spielten und wie sehr er sich freute als seine Eltern ihn ein neues Spielzeug kauften. Ich bin im 9 Monat schwanger, mein Junge oder Mädchen müsste mal kommen, hoffentlich geht alles gut. Ich hoffe es so sehr.
Ein wenig beobachtete ich sie noch und stelle mir wie jeden Tag die selben Fragen:
Ob ich jemals mein Kind so großziehen kann?
Am Abend lese ich wie bereits die letzten 136 Tage die Zeitung bevor ich zu Bett gehe.
6 Millionen Deutsche Arbeitslos
War fett gedruckt auf der ersten Seite. Seltsam denn Hitler hatte doch versprochen, er wollte mehr Plätze schaffen und trotzdem werden es immer mehr arbeitslose?

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      27. Februar 1933
Tag 153

Der Morgen verging ganz normal.
Aufstehen, essen, trinken und weinen. Ich hatte gestern eine kleine wehe. Ich war so überglücklich aber auch so traurig zugleich. Es wird bald kommen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt wo ich mich nicht nur freue sondern auch fürchterliche Angst davor habe. Es sind nicht die Schmerzen die mir solche Angst ein jagen, sondern die Angst davor dass es kein normales Leben führen kann. Als ich mich auf meiner Matte lag und schon schlief, wurde ich aus meinen Träumen geweckt. Nach der Ur in dem kleinen Keller war es 9 Uhr nachts. Warum die Martinshörner?
Schnell erhob ich mich und gehe zu meinem Fenster. Zwanghaft versuche ich etwas zu erkennen. Ich erkannte riesige Rauchwolken, older ne Flammen in weiterer Ferne aber was genau brannte, konnte ich nicht erkennen. Ich hoffe sehr, es ist nichts schlimmes.

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28. Februar 1933
Tag 154

Ich muss gestern wohl auf meinem hocker eingeschlafen sein, denn mein Rücken streikt bei jeder kleinsten Bewegung. Ich hörte plötzlich nahe am Fenster stimmen. Ich versteckte mich in meinem einzigen Schrank der hier unten im Keller stand. Ich zitterte unglaublich stark. Ich hielt mir den Mund zu. Keinen einzigen Ton durfte ich von mir geben, das redete ich mir die ganze Zeit ein.
Meine allergrößte Angst war da. Sie haben mich gefunden.
Was wird jetzt passieren?
Werde ich sterben? Werde I h jemals mein Kind großziehen? Geschweige denn es zur Welt bringen können? Werde ich es jemals im Arm halten können? Die Tränen flossen langsam meine Wange hinab, dann mehr. Und mehr.
"Anke? " hörte ich jemanden flüstern.
"Anke!" jetzt nun lauter. Es war Marie! Marie war hier und suchte mich. Ich will aus diesem Schrank raus rennen und ihr mit meinem weinen um die Arme fallen aber mein Körper hatte mir nicht mehr gehorcht. Ich wollte doch zu ihr! Der Schrank wurde von meiner zierlichen Freundin aufgerissen, welche mich mit ihren dünnen Armen hinaus gezogen hatte "Der Reichstag wurde letzte Nacht angezündet! Hitler gibt euch die Schuld dafür, du musst sofort verschwinden sie durchsuchen gerade alle Häuser und nehmen jeden mit!" das waren die Worte, die sie mir an den Kopf warf. Es dauerte kurz, bis ich was darauf erwidern konnte. Wie eine verrückte hatte sie an meinen Schultern geruckelt. Mein Gesicht war blass. Das einzige, was ich dann noch merkte war wie Flüssigkeit meine Beine hinab lief.
Meine Fruchtblase war geplatzt.

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