Oneshot 1: Eulerei

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Harry saß nun hier, in der Eulerei, und wartete. Jemand hatte ihm einen Brief geschickt, in dem Harry aufgefordert wurde, sich in der Eulerei mit dem Verfasser des Briefes zu treffen. Der Brief wurde leider nicht unterzeichnet, also hatte Harry keine Ahnung, auf wen er hier gerade wartete, geschweige denn, ob dieser Unbekannte überhaupt auftauchen würde. Vielleicht erlaubten sich ein paar besonders lustige Ravenclaws oder Hufflepuffs auch nur einen besonders lustigen Scherz auf seine Kosten. Doch genau in diesem Moment wurde die schwere Holztüre mit einem ohrenbetäubenden quietschen geöffnet. Das erste, was Harry wahrnahm, waren hellblonde Haare. "Malfoy?!", rief Harry ungläubig aus. Mit jedem Zauberer oder jeder Hexe in diesem Universum hatte er gerechnet... Schön, vielleicht nicht unbedingt mit Lord Voldemort, aber Malfoy?? Warum beim Barte des Merlins hätte er ihn hierher bestellen sollen? Um sich lustig zu machen? Darauf hatte Harry nun wirklich nicht besonders Lust. "Malfoy, was willst du...?", fragte der Gryffindor, seine Stimme hatte sich soweit beruhigt, nicht aber die zahllosen Fragen in seinem Kopf. Draco sah ihn nicht an, er meinte nur mit einer erstaunlich schwachen Stimme: "Hört sich sehr erfreut an." Es klang so traurig und kraftlos, dass Harry kurz nicht wusste, wie er reagieren sollte. "Draco, tut mir ja leid, aber wir bewerfen uns mit Beschimpfungen der schlimmsten Sorte, wenn wir uns auf den Gängen sehen. Soll ich jetzt einfach so mir nichts dir nichts nett sein?" Als der Slytherin seinen Vornamen hörte, zuckte er kaum merkbar zusammen, aber Harry hatte es bemerkt. "Also, was ist jetzt?", fragte er, mit leichter Ungeduld in der Stimme. Was musste dieser Kindskopf nun so ein Theater machen? Die schlimmsten Feinde aus ganz Hogwarts waren in einem, zugegeben relativ großen, Raum und dieses Miststück von Reinblut machte keine Anstalten, ihm zu verraten, wieso.


"Verdammt, das ist nicht so einfach, okay??", schnappte Draco auf einmal und drehte sich ruckartig von dem Fenster weg, vor dem er gestanden hatte und dem Schwarzhaarigen zu. Harry sah Tränen in seinen sturmgrauen Augen aufblitzen, was ihn sehr überraschte. Er hatte Malfoy noch nie weinen sehen. "Draco, sag mir bitte einfach, was los ist...", Harry hatte nicht vorgehabt, diesen verhassten, aber trotzdem so verdammt heißen Menschen jemals anzubetteln, aber anscheinend hatte der Verlauf dieser 'Konversation' etwas anderes vor. "Scheiße, Harry, ich kann das nicht, ich will das nicht! Wer glaubt denn auch, dass du so hirngestört bist, wirklich auf einen anonymen Brief zu reagieren und hierher zu kommen. Wie soll ich denn wissen, dass all das hier wirklich passiert, und dass ich so schlecht damit umgehen kann. Niemals, niemals in meinem gesamten Leben als dieser beschissene Mensch, der ich verdammt nochmal bin, war mir so bewusst, wie jetzt, dass ich immer versage! In allem!!!", schrie Draco plötzlich drauf los. Allerdings schrie er eher sich selbst an, als den Jungen, der Überlebte. Danach brach er, von Heulkrämpfen geschüttelt, zusammen und kniete sich auf den Boden. Harry hatte ihn noch nie erbärmlicher und bemitleidenswerter erlebt, als gerade eben. Und die Tatsache, dass er sich ihm so offen zeigte, mit all seinen Gefühlen, von denen Potter bisher gar nicht wusste, dass Malfoy sie besaß, musste einen sehr wichtigen Grund haben. Harry fasste sich ein Herz und ging zu Draco, kniete sich neben ihn und nahm ihm in den Arm. "Ich habe zwar keine Ahnung, was los ist, aber wenn es dich so fertig macht, muss es wohl etwas größeres sein...", begann er zögerlich. Malfoy sah zu ihm auf, mit roten verquollenen Augen und meinte nur traurig: "Das Herz desjenigen um den es geht ist so groß, dass er sich neben seinen Feind kniet und ihn tröstet, obwohl er auch loslachen und es der ganzen Schule erzählen könnte." Harry brauchte kurz, bis er es hatte. "Draco, meine Eltern wurden ermordet und ich habe nur getrauert danach. Ich weiß, wie bescheuert es ist, wenn sich anschließend jemand darüber lustig macht." Erneutes Zusammenzucken von Draco aus, bei dem Klang seines Vornamens, und danach, als er realisierte, wer sich über den Tod von Potters lustig gemacht hatte. "Tut mir so leid...", krächzte er. "Schon okay. Und warum bin ich hier?", versuchte der Auserwählte sein Glück erneut. "Ich kann das nicht mehr länger für mich behalten Harry! Scheiße, es zerfrisst mich...", es war anfangs ein lautes Schreien, das gegen ende immer leiser und unverständlicher wurde. "Was?? Was zerfrisst dich?" "Scheiße, Harry, halt mal die Klappe, das ist grade verdammt schwer für mich, okay??" Diese Worte waren wie ein Schlag ins Gesicht für den jungen Gryffindor. Was sollte so schwer sein?


"Okay, du darfst mich jetzt nicht unterbrechen, klar?", meinte der Slytherin nachdem er sich etwas beruhigt hatte. "Okay...", Harry war all das hier immer noch nicht ganz geheuer. Aber Draco schien am Boden zerstört, im wahrsten Sinne des Wortes, also hatte er von diesem erstmal eher nichts zu befürchten.


"Lach jetzt nicht... Aber ich glaube...", er brach ab und schlug mit der Faust fest auf den Boden, wobei er laut "Scheiße" schrie. Harry erschrak und trat einen Schritt zurück. Draco setzte erneut an: "Sorry... also was ich sagen wollte... ich glaube, dass ich dich mehr mag, als man seinen Feind mögen sollte.
Wesentlich mehr."

Die gute Sascharina meinte, als ich ihr das gezeigt habe, dass ich da eine Famfiction draus machen soll.
Lasst mich doch eure Meinung in den Kommentaren wissen ♡

Drarry OneshotsHistorias para obsesionarse. Descúbrelo ahora