Erst splitterte Glas und Trümmer vielen zu Boden. Autos hupten und rauschten laut in den mit schreienden Menschen überfüllten Gassen und Straßen. Schüsse waren zu hören, Flugzeuge, Jets und krachend das Dach eines Gebäudes. Ein kleiner Junge tauchte zwischen den vielen Menschen auf. Er trug eine hellblaue Latzhose und ein weißes Shirt. Seinen kleinen Teddybär, dem an der linken Seite schon Füllwatte aus einem Riss quoll, drückte er fest an sich während er ehrfürchtig in den Himmel starrte. Riesige schwarze Federn bedeckten die Sonne und wirbelten Staub auf. Und zwei goldgelbe Augen starrten ihm aus dem schwarzen Gesicht entgegen. Die lauten Geräusche der Schüsse verstummten und vermischten sich plötzlich zu einem ruhigen Ton. Es klang wie Wasser, wie ein kleiner Bach der gemütlich durch eine ruhige Landschaft plätscherte. Vögel zwitscherten leise in den vom sachten Wind geschaukelten Weidenästen. Lange hellgrüne Grashalme mit wachsenden Ähren wogen mit den Ästen der Weide und streichelte sanft die hellen Beine eines jungen Mädchens. Sie lehnte mit dem Rücken an dem festen Stamm der riesigen Weide und genoss den kühlenden Schatten. Kleine Insekten schwirrten wie in einem Traum durch die Luft, tanzten in den Sonnenstrahlen hin und her. In ihren Händen hielt sie ein verschmutztes Taschenbuch, von braunem Leder und hellen Fäden gesäumt. Mit einem alten Stift zeichnete sie Linien über das geblässte Papier und erschuf so das Bildnis ihrer Gedanken, hielt es fest auf dem Papier für die Nachwelt. Zu sehen waren dunkle Kiefern und Tannen. Dazwischen glitzerten moosbedeckte Felsen aus denen eine Wasserquelle floss und in einem kleinen Bach mündete. Im Hintergrund erkannte man allerlei Tiere, Schweine und Rehe, Hirsche, Füchse, Hasen, Bären und Mäuse. Auch ganz Kleine waren zu sehen, wie zum Beispiel ein Schmetterling, der ruhig auf einem schwarzen verrotteten Stamm saß. Doch wenn man das Bildnis genauer betrachtete, erkannte man, dass der Stamm zu einem Wesen gehörte. Es war der Vorderarm eines großen schwarzen Tieres, mit spitzer Schnauze und riesigen Hinterläufen. Große mit schwarzen Federn bedeckte Flügel zierten den Rücken des Tieres und schienen sich schützend über den Wald und die Tiere zu halten. Und im Gesicht des Wesens glitzerten helle durchdringende Augen, die direkt auf den Betrachter starrten. Das Mädchen lächelte leicht, stolz auf ihre gezeichnete Kreatur, die den Schutz des Waldes und der Berge darstellen sollte. Über ihr in der Weide, ertönte ein grollendes Geräusch, es klang jedoch keinesfalls aggressiv oder verängstigt. Es klang wohlwollend und bedacht. Eine schwarze Feder strich über die Schulter des Mädchens, woraufhin sie aufsah und noch breiter lächelte. Die schwarze Kreatur aus ihrer Zeichnung trohnte in den Ästen der Weide, mit vier starken Vorderbeinen hielt sie sich fest. Die großen Hinterläufe waren um den Stamm geklammert. Ein langer dunkler Schweif strich über die Wurzeln der Weide und die großen Flügel waren über den gesamten Baum ausgebreitet. Die gelben Augen des Wesens schauten ruhig auf das Mädchen herab. Und sie legte das Buch und den Stift aus der Hand, stand langsam auf, beugte sich nach vorn und strich mit der Hand über die spitze Schnauze des Wesens, welches ruhig die Augen schloss und die sanften Berührungen genoss. Die Zeit blieb kurz stehen und für einen Moment hörte die Welt auf sich zu drehen. Auch für den kleinen Jungen war die Welt um ihn herum stehen geblieben. Die große schwarze Kreatur stand in ihrer ganzen Pracht vor ihm und schützte ihn mit den Flügeln vor den Schüssen der Soldaten. Ihre großen Augen betrachteten das kleine Kind liebevoll und die Tränen des Jungen trocknete schnell. Auch er breitete die Hand nach dem Wesen aus und streichelte sanft seine Schnauze. Es gab schnurrende Laute von sich und schien beruhigt, dass es beiden Kindern nun gut ging.
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The Black Creature
FantasyDie Welt verschwimmt im ständigen Trubel um Hunger, Kriege und Schmerz. Kinder sehen diese Welt als krank, verschmutzt und sterbend. Doch einige von ihnen besitzen die besondere Fähigkeit eine Kreatur zu rufen, die sie aus dieser Welt entführt. Eine...
