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Kapitel 1 - Diagnose & Anfang

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„Manchmal beginnt alles mit einem kleinen Zeichen – und verändert dein ganzes Leben."

Frage: Salva, erinnerst du dich noch an den Moment, als du das erste Mal etwas gespürt hast, das nicht normal war?
Salva: Ja, sehr genau. Mein erstes Symptom war ein Sehfehler auf dem rechten Auge. Zuerst dachte ich, es wäre etwas Harmloses – vielleicht einfach Überanstrengung. Ich ging zum Augenarzt, dann in eine Augenspezialklinik. Dort wurde schnell klar: Es ist nichts mit dem Auge selbst, sondern etwas Neurologisches.

Frage: Wie ging es dann weiter?
Salva: Relativ schnell kam die Diagnose Multiple Sklerose. Klingt komisch, aber in dem Moment war ich sogar erleichtert – denn im Raum stand zunächst der Verdacht auf einen Gehirntumor. Da wirkt MS plötzlich wie das kleinere Übel.
Mein Neurologe sagte mir gleich: „Das ist heute gut behandelbar, und Sie haben eine milde Verlaufsform." Das hat mir damals sehr viel Hoffnung gegeben.

Frage: Wie war dein Verhältnis zu den Ärzten anfangs?
Salva: Mein erster Neurologe hat die Krankheit oft kleingeredet. Anfangs war das gar nicht schlecht, weil es mir half, nicht zu sehr in Angst zu verfallen. Aber als dann die Gehschwäche begann, wurde es schwierig – ich hatte das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Nach einer Zweitmeinung habe ich dann den Neurologen gewechselt, und das war eine der besten Entscheidungen überhaupt.

Frage: Wann hast du realisiert, dass MS dich wirklich begleitet – und nicht einfach „weggeht"?
Salva: Ich glaube, das ist ein schleichender Prozess. Anfangs denkt man: „Okay, ich nehme Medikamente und dann ist das wieder im Griff."
Aber MS ist anders. Sie ist unberechenbar, manchmal ruhig, manchmal laut.
Trotzdem habe ich mir geschworen, dass sie mich nicht definieren darf. Ich lebe mein Leben – so gut es eben geht – und lasse mich nicht davon bremsen.

„Ich wollte nicht, dass MS das Zentrum meines Lebens wird – ich wollte mein Leben leben, nicht meine Krankheit."

Frage: Wenn du heute auf diese Anfangszeit zurückblickst – was würdest du deinem damaligen Ich sagen?
Salva: Wahrscheinlich genau das, was mein Neurologe damals gesagt hat:
„Lebe dein Leben so, wie es dir gefällt, und setze die Krankheit nicht zum Mittelpunkt deines Lebens."
Und vielleicht würde ich noch hinzufügen: „Übertreib's nicht mit dem Alkohol." 😉

💭 Autorennotiz

Dieses Interview ist Teil meiner persönlichen Geschichte mit MS.
Ich schreibe es, weil ich zeigen möchte, dass das Leben trotz Krankheit weitergeht – manchmal anders, aber nicht weniger wertvoll.
Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der MS hat: Du bist nicht allein. 🙏

Interview: Zwischen Glauben, Familie und MSStories to obsess over. Discover now