Kapitel 1

1.1K 43 5
                                        

Ich blätterte gerade die letzte Seite des Buches um. Ich schloss es und strich behutsam mit meinen Fingern über das Cover. 'Die Könige von Asgard' lautete der Titel, dessen goldene Schrift den blauen Samteinband zierte. Ich seufzte und stand von der Sitzecke auf, um das Buch zurück in das Regal zu stellen. Es zählte zu einem meiner Lieblingsbücher, welches ich schon mehrere Male gelesen hatte. Ich sah mich in der großen Bibliothek um, in der sich zahlreiche Regale aneinanderreihten, voll gefüllt mit Büchern jeglicher Art.

Ich hörte die Stimme meiner Mutter aus einem Nebenraum rufen. Also ging ich aus der Bibliothek und suchte nach ihr.
Plötzlich rannte meine große Schwester an mir vorbei, ihr Kleid mit dem vielen Tüll und den vielen Rüschen raschelte über den Boden, während sie versuchte mit ihren Händen alles zusammenzuraufen um schneller laufen zu können. Ich konnte darüber nur grinsen, denn ich trug nie solche prachtvollen Kleider. Mir gefiel es eher schlicht.
Ich folgte meiner Schwester in einem angenehmen Tempo und kam schließlich zu einer Tür, die angelehnt war. Ich schob sie auf und trat ein. Meine Mutter und Schwester erwarteten mich schon und ich setzte mich neben sie auf die Couch.
,,Aryana da bist du ja endlich! Schau was wir bekommen haben", trällerte meine Mutter vor Freude. Ich rollte nur mit den Augen, da sie immer so überspitzt reagierte und betrachtete das was sie in den Händen hielt genau. Es war ein Briefumschlag. Sie öffnete ihn und meine Schwester Lamalia trippelte ungeduldig mit ihren spitzen Schuhen auf dem Boden herum.
,,Der Brief ist vom Königshaus", sagte meine Mutter an mich gewand, da ich wohl die Einzige war, die nicht gewusst hatte um was es sich handelte. Schlagartig war meine ganze Aufmerksamkeit auf das Stück Papier in den Händen meiner Mutter gerichtet.
Ich sah zu wie ihre Augen die Zeilen überflogen und dabei immer größer wurden. Dann stieß sie einen spitzen Schrei aus, hielt sich aber schnell damenhaft ihre Hand vor den Mund. Anschließend sah sie uns mit glänzenden Augen an.
,,Was steht darin Mutter? Los erzähl!", drängelte Lamalia ungeduldig.
,,König Odin sucht Bräute für seine beiden Söhne und wir sind zu einem Ball eingeladen worden!", ruft meine Mutter aufgeregt. Nun stieß auch meine Schwester einen hysterischen Schrei aus.

Irgendwie verstand ich diese Freude nicht ganz, wir waren nur auf einen Ball eingeladen worden, wie schon so häufig und der König würde bestimmt keine von uns wählen. Meine Schwester war zwar etwas hübsch, aber nicht ansatzweise heiratsfähig und ich? Naja ich weiß nicht. Mein Vater ist ein Baron, also sind wir von adligem Blut, aber ob das alleine reicht?

Lamalia stieß mir den Ellenbogen in die Seite und fragte: ,,Arya freust du dich denn nicht?"
,,Doch, doch", sagte ich schnell und setzte ein Lächeln auf. ,,Wann ist denn der Ball?"
Die Baroness schaute zurück auf den Brief ,,In ein paar Tagen schon!", erwiderte sie aufgeregt. ,,Meine Töchter werden Prinzessinnen!"
Lamalia strahlte richtig, ich setzte nur wieder mein schiefes Lächeln auf.

Ich wusste gar nicht ob ich überhaupt einen Prinzen heiraten wollte. Es war so viel Verantwortung und jeder achtete auf das was du machst. Meine Schwester schien da ganz anderer Meinung zu sein.

Die nächsten Tage bestanden nur daraus Kleider und Stoffe zu kaufen und diese anzuprobieren, nicht zu vergessen die Schneider, die immer herumwuselten. Es war alles so stressig und ich wollte mich einfach in die Bibliothek zurückziehen, mir ein Buch schnappen und für Stunden dort bleiben.

Ich stand mit ausgebreiteten Armen da und ein Schneider nahm gerade meine Maße. Als meine Schwester aufgeregt auf einen Stoff zeigte ,,Der ist es, den will ich haben!"
Ich sah ihn mir an und war schockiert. Pink und mit ganz vielen Rüschen, ich schüttelte nur den Kopf, ein Glück war meine Mutter auch endlich mal einer Meinung mit mir. Sie wählten für sie einen lila Stoff aus und sie bekam Puffärmel und ein paar Verzierungen am Korsett. Ich hingegen wählte mir einen grünen Samtstoff, der wundervoll glitzerte.
,,Bist du dir sicher, dass du so glitzern willst?", fragte meine Schwester skeptisch. Ich nickte nur, da grün meine Lieblingsfarbe war und meine Augen dadurch besser zur Geltung kamen. Ich wollte nur ein schlichtes Kleid, doch meine Mutter befahl dem Schneider er sollte es länger und weiter machen, also musste ich mich damit begnügen. In zwei Tagen war schon der Ball und es gab keine Zeit mehr für Änderungen. Morgen waren die Kleider fertig.

Ich freute mich auf den Ball, da ich tanzen liebte und man dort immer nette Menschen kennenlernte. Ich würde nicht dorhingehen und mich den Prinzen an den Hals werfen und sie umschmeicheln, denn das wurden sie eh jeden Tag. Ich will einfach den Ball genießen und das leckere Essen, dass es dort immer gab.
Ich ging selbstsicher zu Bett, es würde ein Ball wie jeder andere werden.
Nur noch einen Tag.

_____________________

Der 1. Teil my friends, ich hoffe es gefällt euch. Habe noch 7 andere Teile fertig und werde jeden Montag und Freitag ein Kapitel hochladen. Natürlich schreibe ich noch weiter und ihr dürft euch auf spannende Kapitel freuen. Viel Spaß noch beim weiter lesen der anderen Teile, sobald sie draußen sind ^^

Loki - forever yoursWhere stories live. Discover now