Oft kommt mir die Frage in den Sinn, was passiert wäre, hätte ich mich anders in den Situationen entschieden. Wäre es anders gekommen, wenn ich eine andere Entscheidung getroffen hätte? Hätte es sich mehr zum positiven oder negativen entwickelt? Manchmal frage ich mich auch, warum ich damals so gehandelt habe und ob es wirklich das Richtige war. Zudem frage ich mich immer wieder, ob es gut ist, meine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen und mich eher auf mein Umfeld einzustellen, die aus Lügen und Vertuschungen bestand. Zuerst machte es mir nichts aus, dies zu tun. Nach und nach merkte ich jedoch, dass ich langsam daran kaputt ging. Immer mehr zurückhaltender wurde ich, umso mehr Zeit verging. Mein Umfeld registrierte das aber nicht. Wenn doch mal die Frage aufkam, wie es mir denn ginge, antwortete ich immer mit einem Lächeln, dass es mir gut ginge. Innerlich sah es aber ganz anders aus.
Als Kind sah meine Welt bunt und farbenfroh aus. Doch sie wurde, umso älter ich wurde, immer dunkler. Langsam aber sicher wurde sie grau und ich dachte damals, dass es nicht mehr viel fehlte bis sie komplett schwarz sei.
Das alles nur wegen einer Person, die mir so viel bedeutete und ich es zu spät erkannte. Es war zu spät es ihr zu sagen, da sie mich verlassen hatte. Ich wusste nicht, ob ich sie jemals wieder sehen würde. Ständig, wenn ich unser gemeinsames, letztes Foto betrachtete, dachte ich an diese. Sie einmal wieder zu sehen, war bis dato mein einziger Wunsch. Ich wusste aber nicht, ob dieser jemals in Erfüllung gehen würde. Ob sie mich überhaupt erkennt, wenn ich sie wieder sehe?
Meistens war ich zu Hause und grübelte. Selten verließ ich meine vier Wände. Wenn ich einkaufen gehe oder etwas anderes wichtiges zu erledigen hatte, ging ich hinaus. Arbeiten tat ich nicht wirklich. Ab und zu bekam ich ein paar kleine Aufträge, die ich zu Hause erledigen konnte, von meinem Vater. Doch wenn ich nichts zu tun hatte, bediente ich mich der Malerei. Es eine Art Therapie für mich, dich ich selbst für mich entdeckt hatte.
Die Miete für meine Wohnung, die ich selbst als viel zu groß ansah, übernahmen meine Eltern. Sie wussten, dass es mir nicht wirklich gut ging, weshalb sie mich oft zu irgendwelchen Seelenklempner schickten. Schneller als gedacht, merkten sie jedoch, dass es mir nicht wirklich hilft und beließen es. Zu meinem Glück, da ich so nun keine Ansprachen mehr von ihnen bekam. Leider sollte es sich jedoch nach kurzer Zeit etwas ändern. Da meine Wohnung ziemlich groß für nur eine Person war und ich nicht alle Zimmer benutzte, eigentlich nur eines, sollte ich von meinen Eltern eine weitere Person zur Untermiete bekommen. Welche Person es schlussendlich war, wurde mir nicht gesagt und das zu Recht. Hätte ich es vorher gewusst, hätte ich nicht gewusst, ob ich damit einverstanden war oder nicht. So blieb mir schließlich keine andere Wahl als die Person bei mir einziehen zu lassen.
Ich war gerade auf dem Weg nach Hause vom einkaufen als ich einen kleinen Umzugswagen vor dem Gebäude befand, in welches meine Wohnung lag. Mir wirklich was dabei gedacht hatte ich nicht. Ganz normal ging ich in den dritten Stock und wollte meine Wohnung betreten. Die Tür war allerdings bereits sperrangelweit offen und bevor ich richtig meine Wohnung betreten konnte, lief mir jemand mit einem Umzugskarton vorbei. Es war ein junger Mann mit blond gefärbten Haaren und sah aus als würde er circa mein Alter haben. Allerdings konnte ich ihn nur von hinten erkennen wie er meine Wohnung betrat. Mit langsamen Schritten folgte ich ihm, wie er auf das unbenutzte Zimmer zusteuerte. An dem Türrahmen blieb ich stehen und schaute ihm zu, wie er den Karton zu den bereits vorhanden abstellte. Bevor er die Chance hatte sich umzudrehen, erhob ich meine Stimme und sprach ihn an. „Bist du der neue Untermieter?", fragte ich ihn etwas emotionslos. Der Angesprochene drehte sich zu mir um und ich sah in sein Gesicht, welches mir sofort einen Schock gab. „Ja, bin ich und du musst wohl der eigentliche Mieter sein", sprach er mich an und kam gleichzeitig zu mir. Etwas sagen konnte ich aber nicht, da ich nicht glauben konnte, wer vor mir stand und nun mein Mitbewohner sein sollte. Da ich nichts sagte, schaute er mich fragend und schiefliegenden Kopf an. „Alles in Ordnung bei dir?", fragte er. „Äh, ja. Alles okay und ja, ich wohne hier", kam meine Stimme wieder zum Vorschein. „Freut mich dich kennen zu lernen. Ich bin übrigens Park JiMin." Und da ging sie, meine Hoffnung. Glauben, dass er vor mir stand, konnte ich nicht. Doch schmerzhaft war es, dass er mich anscheinend nicht erkannte und mich nicht zu kennen schien. Meine Welt wurde dunkler. Dunkler als sie davor schon war. Das kleinste Licht und die letzte Farbe, die noch in mir war, schienen langsam zu verblassen, sich zu verabschieden. Ein räuspern brachte mich aus den dunklen Gedanken, die in mir kamen und bemerkte erst jetzt, dass er mir die Hand anbot. Sich nichts anmerken zu lassen, nahm ich seine Hand und stellte mich so normal wie möglich vor. „Jeon Jeongguk mein Name." Nachdem ich meinen Namen nannte, änderte sich sein Gesichtsausdruck, welchen ich jedoch nicht deuten konnte. Daher fragte ich nach, weil ich es schon wissen wollte, was mit ihm los sei. „Ist... bei dir alles in Ordnung?" Sein Blick veränderte sich nach meiner Frage prompt und sah mich wieder lächelnd an. „Ja. Ich hatte nur... so ein komisches Gefühl, dass ich deinen Namen schon mal irgendwo gehört habe. Kann es sein, dass wir uns vielleicht kennen?", sprach er zu mir und ich war verwirrt. Wusste er wirklich, wer ich bin und dass wir uns von früher kennen. Antworten tat ich nicht, aber er merkte meinen verwirrten Blick dennoch. „Du musst wissen, dass ich nicht alles aus meiner Vergangenheit mehr weiß. Ich hatte einen Unfall und dabei einige Dinge aus einer bestimmten Zeit vergessen." Versuchend, mir nicht anmerken zu lassen, dass ich geschockt war, blinzelte ich leicht. Er hat eine Amnesie? Dann... erinnert er sich gar nicht mehr an mich und was wir alles gemacht haben? Wie wir auseinander gegangen sind?
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Lost and Found ~ 지국 (OS)
FanfictionDas Leben wird von Entscheidungen beeinflusst. Man muss selbst die Verantwortung für sein Handeln tragen und damit zurecht kommen. Damit leben. Jeon Jeongguk weiß es und das zu Recht. Doch akzeptieren und damit leben kann er nicht. Immer wieder fr...
