Kapitel 1-Gefunden

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Die ersten Sonnenstrahlen fallen durch das dichte Blätterdach der Bäume und ein neuer Tag wird eingeleitet. Der Himmel ist klar, keine Wolke weit und breit. Das perfekte Wetter für ein Treffen unter Geschwistern. Seitdem Mabel eine Meerjungfrau ist, kann sie nur noch im Wasser leben. Das erschwerte lange Zeit das Leben beider Kinder. Doch als Lösung treffen sie sich nun mindestens alle zwei Tage, wenn nicht sogar jeden. Schon am frühen Morgen bricht Dipper mit einem Beutel voller Essen auf, den er selbst gefüllt hat. Er musste selbstständiger werden, da Stanley nicht gewillt war, Essen zu machen. Das halbe Reh musste es selbst erledigen.
Die kühle Morgenluft ließ Dipper jedes mal einen Schauer über den Rücken laufen. Er ist es nicht gewöhnt so früh schon auf den Beinen zu sein. Dennoch gefällt ihm der Gedanke ans frühe Aufstehen ganz gut. So hat er mehr vom Tag, wird auch nicht früher müde als sonst. Nachdem er also das Frühstück mit Mabel beendet hat, hat er alle Zeit der Welt für sich.
Er ist gerade auf den Weg zu Mabel, wohlgemerkt mit Verspätung, was ihm zum Rasen anregt. Er hatte sich am Morgen zu viel Zeit gelassen beim Aufstehen und Stullen schmieren. Jetzt ist er schon zwei Minuten zu spät und möchte sich nicht noch weiter Verspäten. Dipper rast auf seinen vier Hufen durch den Wald, wie ein Wildschwein dem Angreifer seiner Kinder hinterher. Plötzlich, ohne Vorwarnung, wird er von etwas schmerzhaften aufgehalten. Er hört nur ein metallenes Geräusch, wie ein Klicken oder Knallen, und fiel zugleich zu Boden. Erst da merkt er den Schmerz, der durch sein Bein zieht und ihn leicht aufjaulen lässt. Aus Verwunderung und Neugierde sieht er nach, was den Schmerz verursacht und schreckt zurück. Es war eine Bärenfalle, sie sich mit den Zacken in sein Bein bohrte. Er wusste, dass wenn er sich bewegen würde, dann würde es sich nur noch tiefer hineinbohren und noch mehr Schmerz verursachen. Er versucht also es mit den Händen zu öffnen, schafft es jedoch nicht. Dabei graben sich die verrosteten Zacken in seine Hand, bis er den Schmerz nicht mehr aushält. Er lässt davon ab und sieht sich das Gerät genauer an, während er krampfhaft versucht, den Schmerz zu ignorieren, welcher immer weiter wächst. Dipper findet einen Hebel, welchen er mit Kraft runterdrücken möchte. Das ist jedoch problematisch, da der Hebel direkt hinterm Beim liegt und schwer erreichbar für ihn ist. Eine Weile rüttelt und probiert er rum, bis er ein Rascheln wahrnehmen kann. Er lässt von der Falle ab und ist so still er nur kann. Er lauscht mit seinen großen Ohren, ob er das Lebewesen an den Schritten erkennen kann. Das gelingt ihm jedoch nicht.
Aus dem Dickicht tritt ein großer, dünner Mann hervor. Er trägt ein gelbes, langes Hemd, welches an den Ärmeln bis über die Ellenbogen hochgekrempelt ist. Darüber trägt er eine schwarze Trachtenweste mit einer passenden Fliege, die nicht zu seinem allgemeinen Erscheinungsbild passt. Allen Anschein nach ist er Jäger. Besonders deutlich wird es durch das Jagdmesser an seinem lockeren Gürtel und dem Gewehr, welches er in einer Hand trägt. Der Mann tritt mit überraschtem Blick näher an Dipper und setzt ein breites Grinsen auf.
„Nanu, was haben wir denn da?"
Er fängt plötzlich an schrill zu lachen und hockt sich hin. Dabei beugt er sich über Dipper, welcher vor Angst zittert und zurückschreckt, als ihm der Jäger mit zwei Fingern über den nackten Oberkörper streicht.
„Bist du ein Zentaur mit Rehkörper?"
Anscheinend erwartet der Mann eine Antwort, doch Dipper kriegt kein Wort heraus und ist der Ohnmacht nahe. Vor seinen Augen wird es langsam schummrig und er vernimmt die Worte des Jägers nur noch wie durch eine Wand. Der Klang ist gedämpft und unklar.
„Geht es dir gut?"
Der Mann legt sein Gewehr ab und öffnet vorsichtig die Falle, während Dipper nun endgültig seine Sinne verliert. Danach löst er das Seil, welches an seinem Gürtel befestigt war, und schnürt es fest um das gesunde Hinterbein. Er nimmt sein Gewehr wieder auf und schleift das Reh zu seiner Hütte tief im Wald.

Entführt [GF FF→AU] (BillxDipper)  (Unbeendet) Stories to obsess over. Discover now