Grazil wie ein Engel schwebt er über die Eisfläche, seine Kufen berühren kaum die glänzende Oberfläche, so scheint es zumindest jedem, der ihn beobachtet. Seine Körperhaltung ist perfekt, lässt jede Bewegung so unendlich leichtfüßig und einfach erscheinen, auch wenn jede einzelne Figur seiner Kür extreme Kraft und Konzentration beansprucht. Kein Fehler darf ihm passieren, jeder Sprung muss perfekt sein, jede Drehung makellos und jeder Blick, den er dem Publikum auf den Rängen zuwirft, muss ihnen ihre Herzen brechen, nur um sie direkt wieder zusammenzukitten.
Er wirkt wie die Prinzessin, die einsam im Schneesturm auf dem zugefrorenen See tanzt, um ihrer geschundenen Seele Linderung zu verschaffen, wirkt, als wäre er einsam und verlassen und als würde nur die Liebe seiner Zuschauer ihn eretten können. Ein paar vereinzelte Tränen entkommen den Fans, als er seine traurige Kür vollzieht, als er sich mit seinen Armen selbst umschlingt, wie um der Kälte des Winters zu entkommen und mit jedem Sprung, mit jeder Pirouette, die er vollzieht, scheint der Schneesturm deutlicher zu werden, der die junge Prinzessin aus der Geschichte beutelt, nur um Laufe der Zeit wieder abzuflachen und schließlich gänzlich zu erlischen.
Der traurige Hintergrund seiner Kür bewegt seine Fans und niemand weiß, wie das Ende nun genau gedeutet werden soll, aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, wie sie darauf reagieren, ob sie ihn lieben und applaudieren, oder ob sie mögliche Fehler finden und ihn enttäuscht ansehen würden. Der junge Eiskunstläufer öffnet seine Augen und sieht in die Gesichter all jener, die heute hier sind, um ihn zu sehen. Es ist totenstill in der riesigen Halle, während jung und alt ihre Tränen trocknen, die ihnen die Wangen hinablaufen und bevor ein tosender Beifall über ihn hereinbricht.
Wenn es ein Eiskunstläufer bewerkstelligen kann, sein Publikum so gefangenzunehmen, wenn er ihre Emotionen steuern kann und zu ihrer stillen und heimlichen Droge wird, dann hat er es geschafft, dann hat er wahren Ruhm erreicht und wahre Bewunderung gewonnen. Und wenn Victor Nikiforov eines kann, dann, seinem Publikum den Atem zu rauben.
Zum ersten Mal seit über einem Jahr steht er nun wieder als Läufer auf dem Eis, das Jubeln der Fans im Nacken und ein breites Lächeln im Gesicht. Wenn er ehrlich ist, hat er das alles mehr vermisst, als es sich in Worte fassen ließe und er kann sich nicht entsinnen, was so wichtig gewesen sein könnte, dass er all das einfach aufgeben konnte, was der Grund dafür war, das alles hinter sich zu lassen.
»Victor.« Eine Stimme erklingt seitlich von ihm und der grauhaarige Athlet dreht seinen Kopf, um dem Ursprung der Worte entgegensehen zu können, auch wenn dies gar nicht nötig gewesen wäre. Dort steht er, der schwarzhaarige Grund für seine Abwesenheit und die Antwort auf alles, was wichtig ist. Yūri Katsuki, ein Sportler, der erst in letztem Jahr bewiesen hat, was wirklich in ihm steckt, ein Junge, der das Eiskunstlaufen ebenso im Herzen trägt, wie Victor es tut und der einzige Mensch, dem er je so verbunden war, steht dort und sieht ihn einfach nur an, pure Bewunderung und Glück in den Augen. Kein Jubeln kommt über seine Lippen, kein Wort der Zufriedenheit dringt an sein Ohr, nur sein Name, nicht mehr und nicht weniger. Doch diese Art und Weise, mit der zu ihm gesprochen wird, diese sanfte Stimme und diese Augen, die nur so vor Zuneigung strahlen, sagen ihm alles, was er wissen muss. Er ist gut gewesen. Victor sieht ihm an, dass es so ist und das macht auch ihn unendlich glücklich. Er hebt die beringte Hand, zeigt dem Publikum und der Welt den goldenen Beweis seiner Zugehörigkeit und lächelt ihn einfach nur an, als Zeichen, dass dieser Ring der schönste und beste Preis ist, den er je er für seine Kür gewinnen könnte. ›Bring mich nachhause, Yūri~.‹
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Gute zwei Stunden, ein Interview und einen Autogramm-Marathon später betreten die beiden endlich ihr Doppelzimmer, das sie sich für die Dauer des Turniers angemietet haben. Der Raum liegt in vollkommener Dunkelheit dar, erst Yūris schlanke, grazile Finger, die nach dem Lichtschalter tasten, hüllen ihn schließlich in strahlende Helligkeit.
Der Weltstar und sein Schüler treten ein, entledigen sich der schweren Pelzmäntel, die bei den eisigen Temperaturen in Victors Heimatland dringend von Nöten sind und ziehen ihre Stiefel aus. Makkachin schlurft direkt zum bereitgestellten Körbchen in der Ecke und lässt sich dort nieder. Der schwarzhaarige gebrillte Knabe läuft ohne Umschweife in Richtung Heizung, um den Raum mit etwas mehr Wärme zu fluten und krabbelt dabei halb über das eine der Einzelbetten, um an den Thermostat heranzukommen. »Es ist verflucht kalt hier drin!«, ruft er aus und dreht sich halb zu seinem Coach um, der noch immer und wie angewurzelt im Raum steht. Seine Augen haben sich nahezu an ihn geheftet und lassen ihn nicht los, als wäre er der Beutegreifer und sein Gebenüber die Maus, die er erlegen will. »Victor? Ist alles okay bei dir? Du wirkst so abwesend..?«, fragt er ihn, etwas besorgt und tappst ein, zwei Schritte in seine Richtung, nur um dann von seinem Freund am Shirt gepackt und in seine Arme gezogen zu werden. »Victor... was..?« Seine Stimme ist nur ein überraschtes Flüstern, während er sich der Umarmung sehnsüchtig, wenn auch noch etwas scheu, hingibt. Victors warmer Körper schmiegt sich an den seinen und selbst durch den Stoff hindurch kann er seine Hitze wahrnehmen, die sofort auf ihn übergeht und seine Haut in Flammen setzt.
»Yūri.« Für einige Sekunden ist dies das einzige, das über seine Lippen kommt, bevor er sich schließlich hinreißen lässt, weiterzusprechen. »Ich will es tun«, haucht der Grauhaarige es ihm in sein Ohr, während seine Hände an seinem Körper entlangwandern und seine Seiten langsam nach oben und wieder hinabfahren, nur um auf seinem verlängerten Rücken zum Erliegen zu kommen. »Lass es uns heute endlich tun... Ich warte schon so lange darauf..« Noch bevor seine Worte geendet haben, beginnt er, zärtliche Küsse am Hals des Japaners zu verteilen, gefolgt von zarten Bissen, die seine Haut liebkosen und ein Feuer in ihnen beiden entfachen. Ein Kribbeln fährt, einem Blitz gleich, durch ihre Körper undYūris Atem geht immer gehetzter, während er den Kopf in den Nacken legt, um seinem Trainer mehr Platz zu verschaffen. »nnn...aargh~ Victor«, haucht er fiebrig aus, schon gänzlich im Sog dieser unendlichen Hitze in ihm gefangen, noch bevor der andere überhaupt richtig begonnen hat.
»Also ist es okay, Yūri?«, fragt der Russe, stolpert mit ihm einen Schritt nach hinten und lässt sich mit ihm gemeinsam auf eines der Betten fallen. Er stützt sich mit einer Hand neben seinem Kopf ab, während sein Knie wie automatisch seinen Weg zwischen seine Beine findet, wo er sich lasziv an dem Jungen reibt. Er hebt seine Hand, um dem Knaben eine verirrte Strähne aus der Stirn zu wischen und sieht ihm tief in seine wunderschönen, unergründlichen Augen. Dem anderen jedoch scheint diese Nähe zu viel zu werden, denn er wendet sich beschämt ab, dreht seinen Kopf zur Seite, um seinem Coach seine brennenden Wangen nicht zeigen zu müssen.
»Ist es okay?«, fragt dieser erneut und umgreift Yūris Kinn sanft, zwingt ihn, zu ihm aufzuschauen und seinem Blick nicht länger auszuweichen. Er streichelt mit seinem Daumensanft über die Lippen des kleineren, zieht ihm die Unterlippe vorsichtig ein Stück hervor und haucht ihm einen sanften, federleichten Kuss auf ebenjene. Ein scheues Keuchen entkommt dem unerfahrenen Tänzer und ein Nicken, so leicht und vorsichtig, als würde er es sich nur einbilden, folgt auf ein leises Flüstern. »Solange du es bist, ist es okay.«
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His true desire #Victuri Oneshots
FanfictionEine kleine Smutsammlung von Victuri♡ Du hasst BL? Dann lies es nicht. ^-^ ⚠️Ich besitze keine Rechte an dem Bild, das ich als Cover verwendet habe! Credits to: Daniimon (Gefunden auf DeviantArt) #1 VictorNikiforov #2 Victuuri 🤗 (22.08.18)
