Das kleine "Mädchen"

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Enge Freunde. Tolle Erlebnisse. Freiheit. Wie sehr hatte ich es geliebt, diese Dinge zu haben. Naja, um ehrlich zu sein, hatte ich sie immer noch. Aber die Zeiten hatten sich geändert, leider. Sehr sogar. Es war alles nicht mehr wie früher, wo man sich vielleicht nur darum gekümmert hat, eine beste Freundin zu haben. Es ging mittlerweile darum, dass man im ganzen Jahrgang beliebt war und praktisch angehimmelt wurde, was auch vielen gelang. Ich war mal wieder eine der einzigsten Ausnahmen - ich, Ashlyn Jermays, war eigentlich krass unbeliebt. Tja, das war wohl der Nachteil, wenn man nicht in weit ausgeschnittenen Klamotten zur Schule kam und nicht die halbe Schule zur Begrüßung abknutschen wollte, sondern einfach man selbst war, was man ja mit 13 wohl sein durfte. Denn dieses Verhalten gehörte eindeutig nicht zu mir und würde auch nie zu mir gehören.

Nur wenige Personen akzeptierten mich, wie ich bin. Ich war ungefähr 160 cm groß, hatte aschblonde Haare, die mir bis unters Kinn reichten, und relativ große, aber nicht hervorquillende, grünbraune Augen. Außerdem waren meine Augenbrauen relativ dick und dunkel, was echt nicht so oft in unserer Schule vorzufinden war. All diese Mädels an meiner Schule, inklusive die in meinem Jahrgang (,welcher der Siebte war), knallten sich ihre Gesichter mit hässlichem Make-up zu, trugen Push-up-BHs, hatten zur Seite gekämmte Haare, die ihnen meist bis zur Brust reichten, und trugen modische Klamotten, die ich allerdings total hässlich fande. Außerdem liebten sie komplizierte Frisuren wie Französische Zöpfe und zupften sich regelmäßig die Augenbrauen. Ich persönlich mochte diesen Stil überhaupt nicht und trug meine Haare lieber offen und in einer Art wildem Pony. Meine Klamotten waren übrigens meist Jungsklamotten, da ich Mädchenkleidung übertrieben süß und kitschig fand und es irgendwie nie akzeptable Unisexkleidung in den Läden in unserer Nähe gab.
Des Öfteren musste ich mir Kommentare wegen meinem Aussehen anhören und das ging schon immer so. “Schneide dir deinen Pony weg; du siehst ohne bestimmt viel besser aus!“, hatte Jessica gesagt. “Benimm dich mal wie ein Mädchen!“, meinte Chrissie mit einem Augenrollen. “Kleiner Tipp: sorge mal dafür, dass deine Augenbrauen wieder besser aussehen“, war Samanthas Kommentar. Die Einzigste, die noch nie etwas derartiges zu mir gesagt hatte, war Jennie. Jennie war meine beste Freundin.

In der fünften Klasse freundete ich mich direkt am ersten Tag mit Jennie an, was mir half, meine durch die Grundschule verursachten Depressionen zu bekämpfen. Jennie hatte seitdem immer an mich geglaubt und half mir bei jedem Problem. Ihre Haare waren schulterlang, brünett, leicht zerzaust und meist zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Außerdem trug sie auch nicht gerne Mädchenkleidung und mochte generell Mädchensachen nicht besonders - so wie ich. Ich habe mich immer schon mehr für Rockmusik und Technik interessiert als für Puppen und Prinzessinnengeschichten. So fühlte ich mich bei Jennie immer sehr wohl und konnte ihr alles erzählen. Außerdem war sie echt witzig. Zusammen mit ihr habe ich immer über die Lehrer hergezogen und verrückte Theorien über Klassenkameraden aufgestellt.
Jennie war außerdem sehr eng mit Luna befreundet. Luna war mehr oder weniger wie Jennie, jedoch ein bisschen komischer. Außerdem gab sie manchmal extrem peinliche oder unüberdachte Bemerkungen von sich, die teilweise auch verletzend sein konnten. Luna hatte übrigens hüftlange, rotorangene Haare und eisblaue, kleine Augen.
Eine weitere Freundin war Liz. Naja, um ehrlich zu sein, lief sie Luna am Anfang immer nur hinterher, aber mittlerweile verstanden wir uns auch mit ihr relativ gut. Nur war Liz etwas... speziell. Sie kam ständig mit neuen, fragwürdigen Interessen um die Ecke und erzählte der erstbesten Person irgendeinen Tratsch, den sie wohl für wichtig hielt. Außerdem änderte sich ihre Meinung über Dinge ständig und ihre Bemerkungen waren teilweise noch schlimmer als die von Luna. Sie schien es außerdem zu lieben, Dinge zu zerschneiden. Teilweise konnte man sich echt über sie aufregen, aber egal. Es gibt immer noch viele Mädchen, die schlimmer waren.

Am Anfang habe ich nie gemerkt, dass die Anderen auch mich komisch fanden, aber irgendwie kann ich das nur zu gut nachvollziehen. Früher war es nämlich echt anders. Erst am Anfang des siebten Schuljahres hatte ich gemerkt, wie seltsam mich die Anderen eigentlich fanden, und aus irgendeinem Grund habe ich mich dann auch verändert und wurde so, wie ich zuvor beschrieben hatte. Leider dachten aber die Anderen immer noch, ich sei ein naives kleines Mädchen, und konnten ihre Meinung nach zwei gemeinsamen Jahren irgendwie nicht mehr ändern.

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Ooof erstes Kapitel fertig! Tja... ich hoffe, es hat euch gefallen. Schreibt Fragen einfach in die Kommentare.

Danke fürs Lesen! 💚

111 - ein Traum, ein Leidensweg, ein ErfolgWhere stories live. Discover now