Selbstsicher betrachtet sich eine junge Dame selbst im großen, rechteckigen Spiegel, der sich an ihrer Schranktür befindet. Sonnenstrahlen brechen durch das mit Gardinen verschleierte Fenster und lassen ihre kurzen, roten Haare feuerrot glänzen. Heute ist es soweit. Heute bekommt sie ihr erstes Tattoo. Stolz trug sie ihren neuen Zeitumkehrer, den sie von ihrer Mutter geschenkt bekommen hat. Den letzten hatte sie verloren, als sie hastig in den überfüllten Schulbus einsteigen wollte. Als sie merkte, dass sie ihn verloren hat war sie völlig deprimiert gewesen. Nun hat sie endlich einen neuen, zwar war er etwas kleiner als der letzte, aber sie war trotzdem zufrieden. Sie war nunmal ein wahrhaftiger Harry Potter Fan. Desweiteren trägt sie eine schwarz-grün gestreifte Jacke mit Schlangensymbol: Slytherin, passend zu ihrem Lieblingshaus in Hogwarts, darunter ein simples, schwarzes Top. Ihre Jeans ist schwarz und durchlöchert, ander auch einige Kunststeine befestigt waren. Ihre leichten Sommerschuhe sind einfach und schwarz. Marianna lächelt ihr Spiegelbild an. Ihre kristallblauen Augen leuchten heller als je zuvor, sie kann sich kaum vor Spannung fassen. Mit einer Handbewegung greift sie nach ihrem Mobiltelefon in der linken Hosentasche, entsperrt es mit einem wischen des Daumens und wirft einen kurzen Blick auf die Digitaluhr, kurz vor sechzehn Uhr.
Ohne Google Maps auf ihren Samsung Gerät hätte sie diesen neueröffneten und einzigen Tätowierer der Stadt nicht gefunden. Es war ein gewöhnunsbedürftiger Weg bis dahin. Erst musste sie sich in der menschenvollen Stadt umhertreiben, um dann endlich in eine Seitengasse abbiegen zu können. Noch einmal links und die Augen genau offen halten. Hätte sie ihre App nicht zur Hand, hätte sie diesen kleinen Laden nicht finden können, so unaufällig befindet er sich in dieser kleinen Gasse. Was würde sie bloß ohne Technik tun?
Merkwürdig ist, dass sich niemand außer ihr in dieser Gasse befindet. Einerseits fühlt sie sich unsicher und sogar einbisschen ängstlich, schließlich wirkt eine lebhafte Straße sicherer, als eine leere, andererseits war sie froh, dass sie sich nicht an Menschenmassen durchkämpfen muss.
Ihr Google Maps Weg findet nun das Ende seiner Reise und sie steht vor einem schwach beleuchteten Schaufenster. Für eine Neueröffnung, sieht es ziemlich heruntergekommen aus. Ein junger Mann mit wilder Frisur und unnormal schönen Augen lugt aus dem Türspalt. Als er die scheuende Marianna erblickt, drückt er die Tür komplett auf und lädt sie herzlich ein "Kundschaft, wie schön! Hereinspaziert", mit einer Geste hält er ihr die Tür offen. Sie war sich immernoch unsicher. Als würde sie eine unsichtbare Kraft schieben, bringen sich ihre Beine in Bewegung und steigt eine Treppenstufe nach der anderen hoch. Abwesend schreitet sie an den jungen Herr vorbei und betretet das Geschäft, gefolgt vom Tätowierer, der die Tür in ihr Schloss fallen lässt. Innen ist es größer, als es von außen aussieht, wahrscheinlich weil es nur einen Sessel im Raum gab, sonst nichts. Nun ist Marianna völlig verwirrt, sie kommt sich sogar veräppelt vor.
Ein möbelloses Studio, mit Ausnahme eines Sessels.. völlig ohne Instrumente, keine Tische und auch kein Hocker auf dem sich der Tätowierer setzen müsste. Sie wendet sich an den jungen Mann hinter ihr, der sie nur grinsend empfängt. Seine Hände waren komplett nackt, womit möchte er sie bitte tätowieren?
"Bitte, nimm Platz", ergreift der mysteriöse Mann das Wort und weist sie mit einer Handgeste an den Sessel. Ahnungslos und doch neugierig befolgt sie seine Anweisung und durchquert den Kachelboden, um ihren Platz anschließend auf den einsamen Sessel zu finden. Sie setzt ihre Arme auf die Armlehnen, die wie der gesamte Sessel aus schwarzem Leder besteht. Sie schaut kurz auf ihre Schuhe und rückte sich zurecht, um auch gerade zu sitzen. Als sie aufsieht, kriegt sie fast einen halben Herzschlag, denn der Mann befindet sich nun kniend genau vor ihrer Nase. Seine goldenen Augen wirkten, als hätten sie etwas magisches an sich "Nun, ich weiß genau welches Tattoo zu dir passen wird", spricht er sanft und greift augenblicklich nach ihrem linken Unterarm und krempelt ihren Jackenärmel zurück "Du wirst nichts spüren", fährt er fort und konzentriert sich nur noch auf die eine Stelle, an ihrem Unteram.
Langsam bewegt er seine zweite Hand auf ihren Unteram zu, so als würde er gleich mit einen Zaubertrick ein Tattoo aus dem nichts erschaffen "Halt", unterbricht ihn Marianna. Der junge Mann sieht blinzelnd zu ihr auf "Woher willst du wissen, was für ein Tattoo ich will? Du hast mich noch gar nicht nach meiner Meinung gefragt! Und überhaupt..", Marianna reißt ihren Arm von den fremden los und drückt ihn fest gegen ihren Körper, als würde sie ihn schützen wollen "..wie willst du mir ein Tattoo stechen, ohne irgendwelche Werkzeuge?", fährt sie fort und schaut ihn steng an. Zu ihrer Überraschung lacht er auf "Ich wusste, dass du ein schwieriges Exemplar bist, deswegen..", er verstummt und wirkt seriöser. Marianna sah die Welt plötzlich ganz verschwommen und schwarze Punkte bilden sich in ihrem Sichtfeld.
Sie verliert ihr Bewusstsein?
Wie macht er das, ohne einen Finger zu rühren?
Auf die Sekunde erschlafft ihr ganzer Körper und fällt wie eine Puppe in den Sessel zurück, dann fährt der mysteriöse Mann mit seinem Vorhaben fort. Mit beiden Händen bedeckt er ihren linken Unterarm und lässt ein goldenfarbiges Licht erscheinen. Nach kurzer Zeit entfernt er seine Hände von ihrem Arm und an der Stelle, ander er sie vorher berührt hatte, ist nun ein Mal in Form eines Schlüssels zu sehen, welches so groß war, dass es ihren halben Unterarm bedeckt.
Er hält kurz inne und schiebt dann seine Hände unter ihren Körper. Mit einem Ruck hieft er sie in seine Arme und hält sie wie eine Prinzessin.
Ehe man sich versehen kann, ist er mit dem Mädchen schon verschwunden, als hätte er teleportation angewendet.
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Der namenlose Clan
FantasyMarianna ist ein junges Mädchen von sechzehn Jahren. Zu ihrem siebzehnten Geburtstag wünscht sie sich nun endlich ihr langersehntes Tattoo und so besucht sie den neueröffneten und einzigen Tätowierer der Stadt. Ohne Nachfrage meint der junge Herr ge...
