Kapitel 1

288 1 1
                                        

Langsam räkelte ich mich im Takt der Musik, während ich meine Finger durch meine langen dunkelblonden Haare gleiten ließ.

Ein Blick auf die Zuschauerzahl bestätigte mir, was ich schon lange wusste.

Ich war gut. Gut in dem, was ich tat. Ich wusste was von mir gefordert wurde.

Mir war bewusst, dass es eine ungewöhnliche Art und Weise war, sich sein Taschengeld aufzubessern, doch ich tat es trotzdem. Weil ich gut darin war.

Die Musik beflügelte meine Sinne und ich blendete alles aus.

Eine kleine Drehung von mir, ein kokettes Lächeln in die Kamera, und schon stieg die Zuschauerzahl weiter.

Die Kommentare blendete ich aus und ging nicht darauf ein. Das war eins meiner Prinzipien. Einfach performen und abliefern war meine Devise.

Ich wusste was die Männer wollten, auch ohne es zu lesen.

Kling.

Das Geräusch des eintreffendes Geldes bescherte mir eine Euphorie, wie ich sie nur selten verspürte.

Ich war wie im Rausch. Die Musik drang in jeden Muskel, in jeden Knochen. Ich musste lächeln.

Meine Hände wanderten von meiner Hüfte runter zu meinen Schenkeln, wo sie mit kreisenden Bewegungen meine Haut umspielten. Dort verweilten sie einige Sekunden, bevor meine Fingerspitzen den Saum meines hellblauen Shirts umgriffen.

Mit einer geschmeidigen Bewegung zog ich mein Shirt ein Stück höher.

Kling.

Ich musste grinsen und biss mir auf die Lippe, während ich meinen Kopf schief legte, sodass meine Haare zur Seite wippten.

Kling.

Während meine linke Hand noch immer den Saum meines Shirts umfasste, glitt ich mit der Rechten ein Stück höher und striff meine Brust.

Kling. Kling. Kling.

Befriedigt beugte ich mich vor, um mich mit einem Lächeln und einem Luftkuss von meinen Zuschauern zu verabschieden.

Danach klappte ich den Laptop zu und legte ihn auf den Tisch neben meinem Bett. Mit einem Seufzen ließ ich mich rücklings auf mein Bett fallen und striff mir meine schwarze Maske vom Gesicht. Die Maske gehörte zu meiner Show und schützte gleichzeitig ein Stück weit meine Privatsphäre. Sie gab mir Geborgenheit, denn durch sie konnte ich eine andere Person sein. Durch sie war ich nicht mehr May mit dem langweiligen, normalen Leben. Es war riskant, gefährlich. Es versetzte mich in einen Rausch aus dem ich nicht mehr rauszukommen vermag, doch das war mir egal. Niemand außer mir wusste von meinem Job und das sollte auch so bleiben. Ich fand einfach, dass es nicht erwähnenswert war und außerdem würde es niemand verstehen. Warum also überhaupt davon anfangen?

Ich führte ein geheimes Doppelleben im Internet, und es sollte auch geheim bleiben.

Meine Eltern dachten, ich würde in einem kleinen Café in der Innenstadt arbeiten, denn sie verlangten eine Erklärung für das viele Geld, welches plötzlich auf meinem Konto auftauchte. Eigentlich wunderten sie sich warum ich überhaupt arbeitete. Meine Familie war sehr wohlhabend und meine Eltern erfüllten mir jeden Wunsch. Materiell gesehen.

Wir wohnten in einem großen Haus in einer ruhigen Gegend in London. Meine Eltern leiteten eine große und bekannte Anwaltskanzlei und mein großer Bruder Alex leistete momentan Wohltätigkeitsarbeit in Ghana. Währenddessen quälte ich mich durch mein letztes Schuljahr und verbrachte sonst neben meiner Arbeit viel Zeit mit meiner besten Freundin Lucy.

Has llegado al final de las partes publicadas.

⏰ Última actualización: Mar 18, 2018 ⏰

¡Añade esta historia a tu biblioteca para recibir notificaciones sobre nuevas partes!

Black MaskDonde viven las historias. Descúbrelo ahora