Ich kann mich nicht bewegen. Das Gefühl vollkommener Ohmacht nimmt meinen gesamten Körper und meine Seele ein. Ein Tropfen schwarzer Farbe, der sich im Wasser meiner Existenz langsam ausbreitet und in dunklen Schwaden mein Sein befällt, bis kein Stück Klarheit mehr bleibt.
Ich hatte immer einen Plan. Wenn ich keine Aussicht auf Besserung mehr habe, wenn ich eben keinen Plan mehr für meine Zukunft vorweisen kann, dann nehme ich mir das Leben.
Und dann beschloss ich, nie Suizid zu begehen.
Und auf einmal war meine Notlösung, mein Sicherheitsnetz weg.
Und ich stehe hier, habe keinen Einfluss auf meine Zukunft, keine Möglichkeit, etwas zu verändern oder einen Schritt vorwärts zu machen.
Und ich muss diese Momente nun aushalten. Ohne das Wissen, dass es einen finalen Plan gibt.
Ich bin gefangen in einem Schwebezustand, sitze in einer Seifenblase, die sich nicht bewegt und kann nichts tun, außer warten, dass ein Luftzug mich bewegt.
Und das Wissen, dass man gar nichts tun kann, dass das Leben eventuell unerträglich wird und man darin gefangen bleiben muss, ist noch viel unangenehmer, als das Wissen, dass man sterben wird.
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Gefühlsexzess
Ficción GeneralFortsetzung von 'Gedankenrausch' Wie lebt man, wenn man nur das Sterben kennt?
