A man's chaos

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„Was passiert jetzt?“, frage ich vorsichtig die Anderen, nachdem wir eine gemeinsame Essensschlacht verursacht haben und nun alle ruhig in diesem komischen Raum sitzen. Immerhin sind wir, nachdem ich jetzt zwei Jahre auf der Lichtung war, endlich geflohen. Doch dass wir dann in einem zerstörten Labor stehen, danach von diesen Sicherheitstypen mitgenommen und an diesen Ort gebracht werden, gibt selbst für mich einfach keinen Sinn. „Vielleicht haben sie etwas mit WCKD zu tun. Oder sie haben selbst das Labor zerstört und rebellieren gegen sie. Was auch immer ihre Beweggründe sind, ihnen haben wir das Essen zu verdanken - und um ehrlich zu sein habe ich lange nicht mehr so was Gutes gegessen“, antwortet Minho. Das stimmt wohl. Auch wenn Pfanne „gut“ kochen kann, aber das hat das Essen auf der Lichtung allemal übertroffen.
Nach einer Weile öffnet sich endlich die Türe wieder, durch die wir vorhin einfach hier rein geschoben worden sind und anschließend auch wieder gut verschlossen wurde. Ein Mann tritt durch sie hinein, der nicht wirklich den Anschein erweckt, dass er uns etwas antun wollen würde. Ganz im Gegenteil - er macht auf mich sogar einen ziemlich freundlichen Eindruck. Wobei das auch daran liegen kann, dass er mir vom Äußeren echt gefällt. Er ist um die 40 Jahre alt, vielleicht aber auch schon 50. Seine Haare sind teilweise schon ergraut. Außerdem trägt er eine schwarze Lederjacke mit grauem Pullover darunter. Er führt uns durch unterschiedlichste Räume, die mehr Hallen gleichen und klärt uns dabei auf. Dafür dreht er sich immer wieder um. Während er uns also informiert, merke ich, dass sein Blick immer wieder in meine Richtung huscht. Janson ist sein Name. Sein Lächeln ist unglaublich charmant und seine blauen Augen so verführerisch. Auch wenn mir ich mir Sorgen machen sollte, warum ich das denke. Bei seinem Monolog wendet er sich meistens zu mir und prahlt, wenn man das so nennen kann, ein bisschen mit seinem Stand in der Organisation. Er hat hier das Sagen und ist so etwas wie der Vizekanzler. Sehr süß, finde ich. Offenbar möchte er mir imponieren und mich beeindrucken. Aber so leicht lasse ich mich dann doch nicht um den Finger wickeln.
Als wir dann endlich am Haupttor zu unserem „neuen Zuhause“ angekommen sind, führen seine Wachen uns zu einem Duschraum und wir haben endlich die Möglichkeit uns seit langem richtig sauber zu machen. Ich persönlich genieße es zumindest richtig.
Auch wenn ich zugeben muss mir innerlich zu wünschen, dass diese Dusche mit Kameras überwacht wird und mich Janson beobachtet. Vielleicht macht er das ja sogar wirklich. Aber ich glaube, ich bilde mir auf sein Verhalten zu viel ein. Immerhin ist er ja schon ziemlich alt und will möglicher weise einfach nur nett zu mir sein. Als alle fertig sind, werden wir in einen großen Raum geführt, in dem wir auf viele weitere Jugendliche treffen, die ebenso aus einem Labyrinth kommen. Mit ein paar unterhalten wir uns über deren Labyrinth und nachdem Thomas dazu kommt dauert es auch nicht mehr lange, denn kurz darauf kommt Janson und erklärt irgendwas, dass er ein paar Leute aufruft und diese geordnet zu ihm kommen sollen. Doch wieder bemerke ich, wie er ständig zu mir schaut und er dabei leicht grinsen muss. Offensichtlich versucht er aber dieses zu unterdrücken und fortzufahren. Ich finde es schon ein bisschen auffällig wie er sich benimmt, aber auch total knuffig. Nur wünsche ich mir, ich hätte die Möglichkeit näher zu ihm zu kommen, um vielleicht auch mal mit ihm reden zu können. Vielleicht ist er ja auch vom Charakter her mein Typ. Und immerhin habe ich während dem Aufenthalt im Labyrinth definitiv anderes als Männer im Kopf. Wobei es dort ja auch nur Jungs in meinem Alter gegeben hat, die offensichtlich nicht meinen Geschmack treffen. Und bei längerem Nachdenken sind sie mir einfach zu jung. Nachdem er gegangen ist und wir alle auf ein Zimmer gebracht werden, unterhalten wir uns noch ziemlich lange, größtenteils darüber was wir von diesem Ort hier halten. Die Räume und Gänge sind hier alle so kühl und auch die Wachen kommen mir nicht geheuer vor. Aber das Essen ist gut und auch dass sie uns ein Zimmer mit Bett und Duschen zu bieten haben, ist ein großer Grund der dafür spricht, dass wir hier blieben sollten. Nur Thomas kommt mir noch mehr als misstrauisch vor - genau wie im Labyrinth. Einerseits verstehe ich ihn ja, immerhin haben wir ihm zu verdanken, dass wir aus dem Labyrinth gekommen sind. Anderseits soll er es mal genießen, was uns hier alles geboten wird. Doch schon bald, noch während dem Gespräch, fallen mir die Augen langsam zu.
Am nächsten Morgen wache ich früher auf als die anderen, zumindest rührt sich noch keiner. Ich habe einen komischen und äußerst verwirrenden Traum gehabt, aber das ich ja normal bei mir. Dafür habe ich aber auch nicht allzu gut geschlafen. „Mara? Bist du wach?“, höre ich Thomas sagen. „Ich dachte, ihr schlaft noch alle“, sage ich, während ich mich langsam aufsetzte und mich umschaue, wer noch alles so wach ist. Mit der Zeit werden auch die anderen wach und wir unterhalten uns. Vor allem Thomas erzählt uns von seinem Erlebnis letzte Nacht. Von den Körpern die in diesen Raum gefahren wurden und von Aris. Komisch, dass wirklich keiner mitbekommen hat, wie er gegangen ist oder zurückgekommen ist. Beim Essen, während Janson wieder seine Leute aufruft, zeigt uns Thomas auch wer Aris ist. Aber um ehrlich zu sein, höre ich seinem Gespräch nicht wirklich zu, denn meine komplette Aufmerksamkeit gehört dem Vizekanzler. Man merkt, wie er immer wieder raus kommt, während er mühevoll versucht seine Liste ab zu arbeiten. Als er alle Namen durch hat, wünscht er uns einen schönen Abend und will gehen. Dabei fällt mir erst auf, dass er auch total rot im Gesicht ist und es ihm entweder nicht gut geht oder ihm irgendwas unangenehm ist. Weiterhin schaue ich ihm hinterher bis er und die Anderen den Raum verlassen haben, doch plötzlich springt Thomas von unserem Tisch auf, läuft ihnen hinter her und tut so, als wäre es völlig normal das er da jetzt mit muss. Laut Pfanne macht er genau das, was sie nicht machen wollen - Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Doch so einfach lassen ihn die Wachen nicht durch und nachdem sie auch noch anfangen sich fast zu kloppen und sich anbrüllen, springen wir auch auf und laufen zu ihm. Doch nicht nur wir wollen sie auseinander bringen, auch Janson kommt und drückt sie auseinander und fragt was los ist. Als er dann jedoch merkt, dass ich auch da bin, kommt seine Nervosität wieder zurück und als er anfängt mit Thomas zu reden, stottert er dabei, während sein Blick immer wieder zu mir wandert. Letztendlich lässt er uns in das Zimmer bringen und erst dort erfahren wir, wieso Thomas diese Aktion gebracht hat. Er hat von den Wachleuten die Schlüsselkarte geklaut, damit er mit Aris jetzt schauen kann was in diesem Raum ist. Kurz darauf kommt auch schon Aris und sie machen sich auf den Weg. Während die anderen warten, nutze ich die Zeit sinnvoll und gehe nochmal duschen. Ich bin schon ein bisschen gespannt was sie in diesem Raum finden und ob da wirklich Körper drinnen sind, wobei ich mir das irgendwie nicht vorstellen kann. Schon bald höre ich Stimmen aus unserem Zimmer. Aris und Thomas sind wohl wieder zurück. Doch wie es da draußen vor sich geht, hört sich das nicht gut an. „Mara! Komm schnell!“, ruft Thomas mich. Da ich schon dabei bin, mir ein Handtuch um zu wickeln, kann ich auch ziemlich schnell zu ihnen. Nur bin ich im Handtuch und habe nicht bedacht, dass ich das Zimmer nur mit Jungs teile. Der Blick von den anderen ist unglaublich, denn ihnen stehen die Münder offen. „Was ist denn so wichtig? Ich muss mich noch fertig machen!“, fauche ich, da mir die Situation so unangenehm ist. Doch als Thomas dann erzählt, dass wir los müssen und das sie uns holen wollen und auch noch zu WCKD gehören, bleibt mir fast mein Herz stehen. Thomas hat dazu noch das ganze Zimmer auf den Kopf gestellt, die Tür zugebunden, eine Matratze davor gestellt und die Betten verwüstet. „Los, schnell, kommt mit!“, meint er und will mich mit sich ziehen, was ich natürlich nicht zulasse, immerhin habe ich nur ein Handtuch und so werde ich sicher nicht durch diesen Schacht klettern. „Geht vor, ich mach mich fertig und komme dann hinterher!“, meine ich. „Das schaffst du nicht, sie sind schon auf dem Weg!“, brüllt Thomas schon fast, während die ersten in den Schacht klettern. „Dann geht! Ich halte Janson auf und verschaffe euch Zeit.“ „Du weißt schon, dass er total auf dich steht, und wenn du so vor ihn gehst… Nein ich lass dich nicht zurück!“, mischt Minho sich ein. Doch schon hören wir leise Schritte von draußen. „Los geht!!!“, brülle ich und schiebe sie in Richtung des Schachts. Nachdem Minho sich noch wehrt, drücke ich ihm einen Kuss auf die Wange und drücke ihn runter damit er verschwindet. Anschließend husche ich schnell ins Bad und trockne meine Haare noch ein bisschen ab, während ich mir überlege, was ich zu Janson sagen könnte. Doch mir fällt nichts ein, wenigstens tropfen meine Haare jetzt nicht mehr so sehr. Und schon kurz darauf, höre ich die Türe auf klacken und die Matratze umfallen. Mein ganzer Körper zittert und ich linse leicht am Türrahmen ins Zimmer. Und schon reist die Türe auf und einer der Wachen fällt rein, gefolgt von Janson der wütend gegen die Matratze tritt und sich umschaut. Offenbar haben sie mich nicht bemerkt und ich wünsche ich wäre den anderen gefolgt, wie soll ich sie auch wieder finden, das habe ich vorhin gar nicht bedacht. Aber bevor Janson die Möglichkeit bekommt sie zu suchen und zu finden, muss ich ihn ablenken, das war ja der Plan. Gerade als er Richtung Tür geht, rufe ich: „Janson!“, und laufe wenige Schritte vorsichtig aus dem Bad. Gleich dreht er sich um und obwohl er meine Stimme vielleicht nicht kennt, ist sein suchender Blick nach mir so, dass er sich logisch erschlossen hat, dass ich das einzige Mädchen in diesem Zimmer bin. Doch dass ich nur im Handtuch vor ihm stehe, raubt ihm auch erst einmal den Atem, der auf einmal ganz schwer geht. „Ma-ra…“, mehr sagt er nicht und kommt mir mit misstrauischem Blick immer näher, dennoch weiß er nicht, wo er hinschauen soll, denn sein Blick wandert über meinen Körper immer wieder zu meinen Augen. „W… Wo sind die anderen?“, fragt er, wobei seine Stimme beim letzten Wort langsam wieder versagt. Aber ich weiß nicht was ich antworten soll und ich möchte auch gar nicht antworten. Er muss schlucken und wiederholt daraufhin seine Frage und kommt mir weiterhin näher. Er kommt mir näher, bis er letztendlich direkt vor mir steht und immer noch seinen Blick auf mir hat. Schon die ganze Zeit versuche ich seinem Blicken auszuweichen und irgendwo anders hin zu schauen und als er dann direkt vor mir steht, wandert mein Blick seinen Körper runter. Doch erst an seiner Hose angekommen, fällt mir etwas auf, was ich am liebsten nicht gesehen hätte. Janson hat eindeutig einen Ständer und dieser Gedanke macht mir Angst, dass es an mir liegt. Schnell schaue ich wieder hoch zu seinem Gesicht und werde dabei vermutlich hochrot. Das die WCKD-Mitarbeiter hinten dran stehen und alles mitbekommen scheint ihn nicht zu interessieren. Und ein drittes Mal wiederholt er seine Frage: „Wo sind die anderen, Mara?“ Ich weiß nicht wieso, aber nach kürzerem Überlegen und nachdem mir keine plausible Ausrede eingefallen ist, will ich nur, dass er diese Frage nicht nochmal wiederholt und küsse ihn einfach auf den Mund. Selbst erschrocken von meiner Tat, merke ich doch gleich, wie er den Kuss sofort erwidert und kurz darauf schiebt er schon seine Zunge in meinen Hals. Seine Hand liegt in meinem Nacken und die andere tastet sich vorsichtig, ohne das die anderen groß was sehen, zum Eingang meines Handtuch. Anfangs legt er sie nur auf meine Hüfte, doch schon bald darauf fährt sie meinen Oberkörper hoch und er fängt an meine Brüste zu befummeln und sie zu massieren. Irgendwie ein schönes Gefühl und er hat total weiche, aber kalte Hände. Meine Hände haben in der Zeit ihre Plätze auf seiner Schulter und in seinem Nacken gefunden. Auch wenn ich dabei das Risiko eingehe, dass mein Handtuch fällt, aber ich bin total im Bann des Mannes. Während der Kuss immer fordernder wird und wir beide nur noch in das nächst beste Bett oder meinetwegen sogar auf dem Boden uns dem anderen voll und ganz hingeben wollen, unterbricht uns eine Wache: „Sir! Die Kids wurden gesehen! Sie sind auf dem Weg zur medizinischen Abteilung! Jetzt reisen sie sich zusammen und holen sie sie!“  Wir zucken zusammen und unsere Gesichter entfernen sich nur wenige Zentimeter. „Dann schnappt sie euch!“, gibt er dann nach kurzem Überlegen den Befehl. Während die anderen den Raum verlassen, drückt er mich noch einen Kuss auf die Lippen, flüstert: „Ich liebe dich“, und verlässt den Raum. Alleine zurückgelassen brauche ich erst einmal einige Sekunden um mich wieder zu fangen und zu realisieren was gerade passiert ist. Er liebt mich. Aber er kennt mich doch kaum? Und liebe ich ihn auch? Doch dann fällt mir wieder ein, dass ich ja zu den anderen muss und mache mich sofort im Bad fertig. Angezogen klettere ich ein paar der Luftschachte entlang und treffe auch schon kurz darauf Aris und Winston. Diese erklären mir, dass die anderen Teresa holen und wir und um das Haupttor kümmern müssen. Also folge ich ihnen, habe aber trotzdem noch ein schlechtes Gewissen wegen Janson. Wenn er mich wirklich liebt, kann ich ihn doch nicht einfach alleine lassen. Vielleicht hat er selber noch nie eine Freundin gehabt oder hat überhaupt keine Freunde hier? Ach quatsch, er ist der Vizekanzler, er wird bestimmt von allen hier gemocht und hat tausend Verehrerinnen. Doch das würde schon Grund genug sein hier zu bleiben. Immerhin will ich ihn nicht einer anderen überlassen, denn der Gedanke macht mich innerlich total eifersüchtig. Aber auch andersherum, wenn er alleine wäre würde ich ihn nicht gerne so zurück lassen. Lohnt es sich deswegen meine Freunde alleine zu lassen? So kämen bestimmt auch ohne mich klar und ich wäre ja nicht aus der Welt, wer weiß irgendwann sehen wir uns vielleicht wieder. Nach dem ganzen hin und her bin ich immer noch nicht zu einem Entschluss gekommen, obwohl wir schon an dem Tor angekommen sind. Ich weiß nicht mal genau wie, aber irgendwie hat Aris das Tor sogar auf bekommen, naja ich war wohl noch zu sehr in Gedanken. Und kaum dass das Tor auch schon offen
ist, sehen wir die anderen, Thomas weiter vorne mit einer Waffe die er auf Janson richtet. „Thomas!“, rufe ich, auch wenn er und die anderen keinen Sinn dahinter verstehen werden, aber ich will nicht, dass er ihm weh tut. Erst jetzt bemerkt Janson glaube ich, dass ich auch dabei bin mit meinen Freunden zu fliehen. „Mara!“, ruft er und will näher aber Thomas schießt einmal in seine Richtung. Trifft ihn zwar nicht, aber es reicht um ihn wieder zurück zu treiben. Man merkt wie enttäuscht er ist und traurig er ist. Seine Worte Ich liebe dich gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Wenn er sie so ehrlich gemeint hat, wie ich es mir wünsche, dann kann ich es ihm nicht antuen. Als Thomas auch die letzten Schüsse abgegeben hat und immer noch keinen getroffen hat, versucht er so schnell wie möglich zu uns zu gelangen. Janson gibt den Befehl an die Zentrale das Haupttor zu schließen, welches auch sofort anfängt langsam runter zufahren. Winston hat sich unauffällig eine Knarre geschnappt und zielt plötzlich auf Janson, welchen er auch trifft. Dieser fällt auch gleich nach hinten und ich traue meinen Augen nicht. „Janson!“, schreie ich und renne ohne weiter nach zu denken los in seine Richtung, Thomas war total verwirrt, hat es aber noch unter dem Tor durch geschafft. Zwei Arme greifen nach mir und die Wachen wollen mich festhalten, aber ich lasse mich nicht festhalten, zerre mich los und renne weiter zu Janson, der halb Bewusstlos auf dem Boden liegt. Neben ihm lasse ich mich auf den Boden fallen und versuche seinen Kopf zu stützen. Seinem Blick nach zu folge bekommt er kaum was noch mit den langsam gehen seine Augen zu und er sein Körper wird total schwer bis er letztendlich  völlig sein Bewusstsein verliert. Ich kann es kaum glauben und habe so Angst, dass er nicht mehr Aufwacht. Sein Atem geht ganz flach und sein Pullover färbt sich immer mehr zu rot. Mühevoll und mit Tränen in den Augen versuche ich irgendwas zu machen, aber wie? Alles verschwimmt immer mehr vor meinen Augen und ich falle zurück an die Wand. Ich sehe wie all die Wachen an mir vorbei laufen und viele zu ihm und versuchen zu helfen. Doch schon kurz darauf spüre ich einen leichten Schlag, oder ist es ein schwerer? Und schon kippe ich auf die Seite und kurz darauf wird alles vor mir schwarz…  
Mein Kopf tut total weh und das einziges was ich sehe, sind die grauen, kalten Wände dieses fast komplett leeren Raumes. Nur das Bett auf dem ich liege und ein Waschbecken füllen ihn. Einschließlich mir natürlich, bekleidet mit einem dünnen Hemd welches aussieht als wäre ich in einem Krankenhaus oder einer Psychiatrie gefangen und man habe nichts anderes mehr gefunden. Doch auf einmal kommen mir Bilder in den Kopf, denen ich nicht weiß ob ich glauben kann. Mir kommen Bilder von meiner Familie in den Kopf, ich erinnere mich an meine Eltern und sogar an meine beiden Brüder. Ich war die jüngste von uns, und meine Eltern waren beide befallen von dem Brand. Mein großer Bruder hat beide erschossen und kurz darauf wurden wir alle drei auch schon von WCKD geschnappt und in dieses Camp gesteckt. Und kurz darauf wurden wir getrennt, damals war ich 13 Jahre alt. Doch dann hab ich wieder einen Filmriss und das nächste was kommt war, wie ich in der Box aufgewacht bin. Das ist alle zu viel auf einmal und mir kommen die Tränen. Ich Kauer mich zusammen, ziehe meine Beine an mich und  lege meinen Kopf in meine Knie. Doch bei dem Versuch alles zu verdrängen und wieder ein zu schlafen öffnet sich die große Metalltüre, die aus diesem Raum führt. Ein Mitarbeiter von WCKD tritt ein und fordert mich sehr unsanft auf ihm zu folgen, wobei die Aufforderung mehr gezwungen ist. Da mir keine Wahl bleibt folge ich ihm also und zupfe dabei immer wieder an meinem leichten Überwurf aus Angst, es könnte zu weit nach oben verrutschen. Gott sei Dank ist es Blickdicht. Der Mann bringt mich durch die Gänge und weißt mich dann in ein neues Zimmer ein. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren schubst er mich in das Zimmer und schließt die Türe wieder. Verwirrt schaue ich mich in dem ganzen Raum um, es ist gefüllter als das andere. Ein Bett, ein Schrank der halb offen steht, ein Schreibtisch auf dem Zettel, Mappen und Stifte liegen, ein Fenster und eine weitere Türe die verschlossen ist. Es sieht aus, als würde hier schon jemand wohnen. Durch das Fenster ist es etwas kühler in dem Zimmer als in dem wo ich vorher war und mein erster Gedanke ist, dass in dem Schrank vielleicht etwas seien könnte, das gegen die Kälte hilft. Doch darin finde ich nur Klamotten, die mir viel zu groß sind. Pullover und Hosen, T-Shirt und Unterwäsche, aber alles Männergroßen. Ohne länger darüber nach zu denken wem es gehören könnte, schnappe ich mir einen Stoffmantel und ziehe ihn mir über die Schultern. Langsam fange ich an das Zimmer weiter zu durchforsten und schaue mir die Mappen auf dem Tisch an. Überall stehen Buchstaben und Zahlen drauf wie A-5 und A-7. Doch näher kann ich mir das alles nicht anschauen, da ich plötzlich einen Lichtstrahl bemerke der aus dem anderen Zimmer rausscheint. Vorher war mir das gar nicht aufgefallen doch plötzlich werden meine Beine total Zittrig trotz der Neugierde die in mir aufsteigt. Mit leisen Schritten nähere ich mich der Tür und meine Hand geht vorsichtig dem Türgriff näher. Doch gerade als ich ihn runter drücken möchte, öffnet sie sich von innen und zwingt mich ein paar Schritte zurück zu gehen. Mit großen Augen blicke ich den Mann an, der durch diese tritt. Offenbar ist das ein Bad, denn Janson kommt in Boxershorts und Unterhemd heraus, trocknet mit einer Hand in der er ein Handtuch hält noch seine Haare ab. Doch als er mich sieht hört er abrupt auf und kommt sofort auf mich zu und schließt mich in seine Arme. „Mara. Ist alles okay, geht’s dir gut?“, fragt er während er mich nicht mehr loslässt und immer fester an sich drückt. Doch ich kann ihm nicht antworten da mir bei seinem Anblick irgendwie die Stimme weggeblieben ist. Vorsichtig schiebt er mich ein Stückchen weg von sich um mich zu mustern. Ich kann in seinen Augen tränen erkennen und sein schönes Gesicht wird von einem Lächeln geschmückt. Behutsam fasse ich mit meiner Hand in Richtung seiner Brust wo ihn, bevor ich niedergeschlagen wurde, er angeschossen wurde. Ganz sanft ziehe ich sein Hemd runter und sehe schon kurz darauf das große Pflaster, welches die Wunde verdeckt. Leicht streiche ich darüber und hoffe, dass er keine Schmerzen dabei hat. „Es tut kaum noch weh“, meint er während er mich anstrahlt. Und schon drückt er mir einen Kuss auf die Lippen und ich spüre seine Nervosität. Als er sich dann erneut von mir löst lehnt er seine Stirn leicht an meine und kann er sich ein Grinsen erneut nicht verkneifen. „Mara, ich liebe dich. Ich verspreche dir, dir wird hier nichts passieren und ich werde auf dich aufpassen. Wirklich, dir wird es hier gut gehen. Von nun an, da kannst du auch mit hier in dem Zimmer wohnen und wir können uns mein Bett teilen, also vorausgesetzt du willst das auch.  Und ich werde mir so viel Zeit wie möglich für dich nehmen. Ich will dich einfach bei mir haben und dich auch nie wieder verlieren, so wie damals als Paige dich gegen meinen Willen ins Labyrinth gesteckt hat. Bitte, bleib bei mir“, sagt Janson ein bisschen stotternd und man merkt wie aufgeregt er dabei ist. Dabei hält er meine Hand und schaut mich hoffnungsvoll an. Mir wird bei seinen Worten total warm und mein emotionsloser Gesichtsausdruck scheint ihn sehr zu verunsichern. Denn erneut wiederholt er die Worte: „Ich liebe dich, Mara. Nur dich!“ Doch das letzte Wort ging schon fast unter, denn bei den ersten drei Worten bin ich ihm um den Hals gefallen und presse meine Lippe so fest es geht gegen seine. Mir gelingt darauf, ihn wieder in einen Zungenkuss zu verwickeln und bevor wir beide daran ersticken, löse ich mich von ihm und meine nur: „Ich liebe dich auch und natürlich will ich bei dir bleiben!“

A man's chaosWhere stories live. Discover now