1969 : September

1.8K 38 5
                                        

Hallo mein Name ist Hanna Fuchs , vor Kurzen bin ich 11 Jahre alt geworden und bin mit meinem Vater von Deutschland nach Amerika gezogen, genauer gesagt nach Kalifornien. Mein Vater hat große Pläne hier in Amerika ,er möchte ein berühmter Sänger werden in Deutschland hatte er seine eigene Band und War relativ bekannt gewesen. Ihm liegt sehr viel daran , er übt Jeden Tag und jede Nacht und hat in Deutschland alles zurück gelassen. Meine Mutter und meine beiden Schwestern leben noch immer dort. Meine Mutter kümmert sich um meine Großmutter die nach einem schlaganfall kaum noch für sich selbst sorgen kann und meine beiden Schwestern haben ihre eigenen Familien. Sie sind beide 10 und 11 Jahre älter als ich und haben schon beide Kinder.
Nach der scheidung meiner Eltern hat mein Vater das sorgerecht für mich bekommen da der Richter meinte, meine Mutter hätte nicht genügend Zeit sich um meine Erziehung zu kümmern, deshalb kam oder besser gesagt musste ich mit nach Amerika. Seitdem sind nun ca 2 Wochen vergangen und seid einer Woche gehe ich schon hier zur Schule. Mit der Sprache habe ich keine Großen Probleme da ich mich Zuhause in Deutschland viel darauf vorbereitet hatte, jedoch habe ich noch keine neuen Freunde gefunden auf der Schule , dort bin ich bis jetzt ein Außenseiter.
Die Gegend in der wir wohnen ist eine sehr Glamouröse Gegend ,eine Gegend in der die reichen und schönen wohnen könnte man denken. Große weiße Häuser, große Palmen ,Luxus Karosserien und dazu fast täglich strahlender Sonnenschein alles wo von man nur träumen kann. Mein Vater hat lange und viel gespart um sich hier ein Haus leisten zu können.

In diesem Augenblick bin ich auf meinem Nachhause weg von der Schule , es war ein anstrengender Tag. Es ist 16:30 Uhr als ich bei uns in die Straße einbiege, unser Haus ist das vorletzte der Straße. Während ich meinen Täglichen Schul und Heimweg gehe denke ich nach , heute in der schule hat wieder niemand mit mir geredet und langsam macht mich das wirklich Traurig .Während die anderen spielen sitze ich alleine auf dem Schulhof und esse mein Brot ,das sind Augenblicke wo ich meine alten Freunde besonders vermisse. Ich gucke mich auf meinem weg noch einmal um , hier ist es wirklich ganz anders als ich Deutschland und wirklich wohl fühle ich mich hier auch noch nicht. Nach einigen Schritten komme ich Zuhause an , der Gesang meines Vaters ist das erste was ich höre als ich die Haustür betrete und das bedeutete das ich nun mehrere Stunden für mich sein würde. Ich und mein Vater hatten nie ein sehr gutes Verhältnis zu einander , wahrscheinlich da wir uns so selten sehen oder gesehen habem wegen seiner Arbeit. Er Arbeitete in Deutschland als Manager und neben bei War er Eben Sänger , er War viel unterwegs. Noch dazu kommt das wir keine wirklichen Gemeinsamkeiten haben und uns daher viel streiten. Ich stelle meinen Ranzen ab und Laufe raus in unseren Garten. Es ist ein wunderschöner Garten , Ich liebe ihn alles ist friedlich und voller Blumen und Mitten drin ein gigantischer Kirschbaum , mein Lieblings Baum in der ganzen Straße. Ich setze mich gerne darunter um zu zeichnen und nachzudenken. Heute entscheide ich mich für zweiteres , ich setze mich also darunter und schließe kurz meine Augen. Ich kann vogelgezwitscher hören und spüre den Wind durch meine Roten Haare wehen. Nach einigen Augenblicken bin ich wieder in meinen Gedanken, ich muss an meine Freunde in Deutschland denken . Wie es ihnen wohl gerade geht? ob sie mich auch so sehr vermissen wie ich sie ? Ich denke an meine Mutter und meine Schwestern und frage mich ob ich hier jemals Glücklich werden kann. Durch meine Gedanken falle ich in ein immer Tieferes Loch , ich werde immer trauriger bis mir eine Träne über die Wange läuft und noch eine, ich fange an zu weinen. Ich habe das Gefühl als wäre ich allein und niemand könnte oder wollte mich verstehen als ich Plötzlich aus meinen Gedanken gerissen werde. Aus dem Nachbarhaus dröhnt eine brüllende Stimme , es scheint sich jemand zu streiten. Die Familie die dort Wohnt hab ich bis heute nicht kennen gelernt , andere Nachbarn meinten das die Familie viel unterwegs und im Tonstudio ist und wenn ,meistens erst sehr spät in der Nacht oder nur für ein paar tage immer daheim waren. Sie sagten die Kinder hätten sehr wenig Zeit zum spielen da sie an ihrer Karriere Arbeiten mussten , ich finde sowas sehr traurig. Ich horche dem Streit noch einige Minuten lang bis die Hintertür des anderen Hauses aufgeschlagen wird und ich sehe wie ein dunkelhäutiger Junge mit Afro aus dem Haus kommt. Er sieht sehr traurig aus und geht direkt auf den angrenzenden Garten Zaun zu und lässt sich dort auf den Boden fallen , ich kann hören wie er weint. Ich wische meine Tränen aus dem Gesicht, stehe auf und gehe auf ihn zu , er tut mir leid und obwohl ich ihn nicht kenne möchte ich nicht das er traurig ist. Er schien mich nicht zu bemerken also spreche ich ihn an. "Hey du ?" zuerst erschreckt er leicht dann wischt er sich die Tränen weg und steht auf um mich besser zu sehen. "Wer bist du ?" fragt er mich etwas verwundert. "Ich heiße Hanna und bin 11 Jahre alt , ich bin deine neue Nachbarin"  gebe ich ihm als Antwort während er immer noch etwas Traurig schaut und reiche ihm meine Hand.  "Und wer bist du ?" Erwiedere ich die frage letztlich und er antwortet mir mit einer sehr schüchtern klingenden Stimme "Ich heiße Michael ... Michael Jackson und bin auch 11 Jahre alt" er macht eine kurze Pause. "...und ehm woher kommst du ?" fragt Michael schließlich "Ich komme aus Deutschland und mein Vater..." versuche ich zu antworten doch er schneidet mir das Wort ab "Aus Deutschland ? aber das ist doch total weit weg ? warum seid ihr hier her gezogen ?" total begeistert und total interessiert stellt er mir diese Fragen, von seiner Traurigkeit ist fast nichts mehr zu sehen. " Naja mein Vater möchte hier Sänger werden" erzähle ich ihm etwas verlegen woraufhin mir Michael ganz stolz erzählt "Ich möchte auch Sänger werden , ich und meine Brüder haben sogar eine eigene Band . Wir heißen 'The Jackson 5' und haben sogar einen Vertrag bei Motown" "Bei Motown ? Von dort kommen doch die supremes!" Sage ich ganz begeistert. Seitdem ich denken kann bin ich (neben den Beatles) Supremes Fan und ganz besonders von Diana Ross. Eins meiner Lieblings Songs ist 'You can't hurry Love' . "Ja genau und ich hab sogar Diana Ross kennen gelernt" sagt er lachend und ich bin wirklich begeistert und eifersüchtig, trotzdem bemerke ich immer noch die Traurigkeit in seinen Augen die doch noch nicht ganz verflogen ist. Ich Frage ihn also "Michael ... kann ich dich fragen warum du eben geweint hast ?" Er guckt mich verdutzt an schaut leicht Traurig auf den Boden. "Ich ..." er zögert etwas "Ich hatte Streit mit meinem Vater" sagt er während er langsam wieder auf den Boden rutscht. "Weswegen ? wenn ich fragen darf " ich versuche ganz vorsichtig zu sein. "Naja wir hatten gerade Probe und ich hab 2 oder 3 mal hintereinander die selbe stelle verpatzt , dann hat er mir schon wütend gesagt ich solle mich zusammen reißen und als ich es dann noch einmal verhauen hab ist Joseph Komplett ausgeflippt und hat gemeint das ich mich aus seinem Blickfeld verziehen soll sonst würde er ...". Michael stoppt und ist wieder kurz vorm weinen , ohne das er etwas sagt kann ich mir schon denken was sein Vater mit ihm gemacht hätte. Er tut mir schrecklich leid "Also ich finde das nicht so schlimm , übe einfach immer weiter irgendwann kriegst du die stelle hin ... außer du singst wie mein Vater , ich muss mir jeden Tag Schiefe und falsch gesungene Lieder von ihm anhören ... aber ich glaube du hast das zeug zum Sänger" versuche ich ihn aufzumuntern und es scheint zu funktionieren , leicht lächelnd sagt er "Danke" und schaut mich für einen Augenblick an. Aufeinmal hören wir eine sehr wütende Stimme nach Michael rufen . Michael springt sofort auf "Das ist Joseph , ich muss gehen , entschuldige" "auf Wiedersehen" verabschiede ich mich von ihm während er zum Eingang seines Hauses läuft . Er dreht sich noch einmal um winkt und ruft "Es War wirklich schön mit dir zu reden Hanna"  und läuft in sein Haus. Ich setze mich für ein paar Minuten noch an den Zaun an dem wir die ganze zeit waren und War schon wieder in Gedanken. Könnte er vielleicht ein neuer Freund von mir werden? Er scheint wirklich sehr nett zu sein ,hoffentlich können wir irgendwann nochmal miteinander reden.

My neighbor Michael JacksonStories to obsess over. Discover now