Erschöpft fiel ich in mein Bett. Nach einem langen Tag hatten wir es endlich geschafft - meine Mutter und ich. Heute sind wir offiziell in das neue Haus umgezogen. Im Bundesland Niedersachsen, ungefähr eine Stunde Autofahrt von der Nordsee entfernt, wohnten wir jetzt in ländlicher Gegend. Noch vor einem Monat wohnten wir in Stuttgart, und haben um das Leben meines Vaters gebangt. Als die Ärzte Lungenkrebs bei ihm diagnostizierten, war es schon zu spät, um irgenetwas zu unternehmen. Sie konnten ihm noch nicht einmal die Qual nehmen, die ihn Tag für Tag begleitete, und immer schlimmer wurde. Als die Ärzte meiner Mutter und mir sagten, dass es nicht mehr wird, gab ich die Hoffnung trotzdem noch nicht auf. Ich betete jeden Tag, zu jeder Gelegenheit, bat um Gnade, nachdem ich aufstand und bevor ich schlief - denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und das tat sie auch. Mit meinem Vater. Und einem Teil von mir. Als die Ärzte uns nachts anriefen, wollte ich es nicht wahrhaben. Ich hab es schlicht nicht realisiert! Nur ein böser Traum, das ist nicht wahr, morgen wache ich auf, und alles ist gut. Von wegen Traum. Von wegen alles gut. Krebs ist n Arsch. Lungenkrebs ist n Arsch. Krankheiten sind n - genug! Das könnte noch ewig so weitergehn, und das musste nicht sein. Als ich einigermaßen damit klarkam, meinen Vater nie wieder zu sehen, sah ich es als Erlösung, um mir die Sache etwas zu erleichtern. Mein Vater hatte sich geqäult, wäre mehrere Male fast erstickt. Die Ärzte haben gute Arbeit geleistet - sie hielten ihn am Leben, so lange es ging. Und irgendwann ging es nunmal nicht mehr. Wie erniedrigend es wohl sein musste, jedes mal knapp am Tod vorbeizurauschen, zu denken, man habe es endlich geschafft, man könne endlich loslassen, sich von den Qualen erlösen - und doch erblickt man das Licht des Krankenhauses statt des berüchtigten Lichts am Emde des Tunnels. Doch genug davon - sonst fang ich noch an zu weinen.
Die Gegend hier ist sehr schön, viele Felder, Wiesen, ein kleines Dorf am Rande der Stadt. Einfach perfekt. Eigentlich. Würde nicht jemand - Okay, das reicht!
Es ist schön hier. Die Umgebung kommt mir zugute, nicht weit entfernt Feldwege, von Weizen- und Maisfeldern umgebeben, asphaltierte, kaum befahrene Straßen, auf denen man wunderbar boarden konnte. Ich liebte Skaten! Ob Inliner, Ripstick, Waveboard, Longboard - einfach alles fühlte sich für mich so erfrischend an. Gut zum Kopf frei kriegen. Doch am Liebsten fuhr ich Longboard. Nichts konnte das Klackern und Rauschen übertreffen, wenn ich wie der Wind fuhr, schneller und schneller.
Ich hatte mich am Nachmittag schon umgesehen - die Qualität unserer Straße von super bis totaler Mist? Erbsensuppe! Grottig schlecht! Kopfsteinpflaster, große Lücken zwischen den Steinen, wie dafür gemacht, drin stecken zu bleiben und sich ordentlich hinzulegen! Soviel dazu. Doch ich war zufrieden - der perfekte Ort für einen Neuanfang.
Überarbeitet am: 06.08.2017
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I'm in love [Abgeschlossen]
Teen FictionKälte war das einzige was sie spürte. Oder waren es die heißen Flammen, die ihr im verrauchten Raum entgegen schlugen? Ihr Verstand war genauso vernebelt wie der Ort, an dem sie ihr Leben verabschieden wird. Oder doch nicht? Trotz dieses Dämmerzust...
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