„Sam, kommst du jetzt endlich?”, schrie Lukas durch das Haus. Es war noch das Haus unserer Eltern gewesen, bevor sie in einem Autounfall vor drei Jahren starben. Dass meine Eltern tot waren, störte mich nicht, ich war nicht traurig. Jetzt war es das Haus von Lukas, der schon drei Jahre volljährig war.
Schnell zog ich mir Socken an; eine dunkelblaue und eine schwarze. Schuhe musste ich mir am Eingang holen. Auf dem Weg dorthin traf ich auf meinen Bruder, der komischerweise ein weinrotes Shirt anhatte.
„Was ist das?”, fragte ich, gleichzeitig hob ich meinen Zeigefinger und zeigte ihn auf das Shirt.
„Alle meine schwarzen Shirts sind in der Wäsche.”, er war traurig.
Hatte er mal wieder nicht die Wäsche rechtzeitig gemacht? Natürlich, ordentlich war er nicht. Ich war ebenfalls nicht ordentlich, aber meine Unordnung war geordnet. Und wenn ich mit der Wäsche dran war, machte ich es gleich diesen Tag.
Ich schlüpfte in meine Schuhe und Lukas schloss das Haus zu. Das Piepen des Autos ertönte und ich stieg ins Auto. Lukas setzte sich vor dem Lenkrad und wir fuhren zu unserem Ziel: das Sushirestaurant.
Wir gingen oft dorthin, genauso oft wie Lukas nicht kochte oder der Kühlschrank leer war. Das nervte mich nicht, da Sushi mein Lieblingsessen war.
Seine CD von The Neighbourhood hörten wir laut im Auto, und wir beide waren still.
Die Fahrt dauerte knappe zehn Minuten, da unser Haus nicht weit entfernt war. Das war positiv.
Als wir in das Restaurant marschierten, saß der Besitzer auf der Theke. Sein Anzug war diesmal dunkelblau und seine Haare hochgegeelt. Sein Blick war auf sein Handy gerichtet und es war mal wieder gesplittert. An der Rückseite konnte man die Splitter viel besser erkennen, da die Ritzen rot waren. Das Handy war weiß, deshalb konnte man es so gut sehen. Es wunderte mich, ich denke nicht das ein Mann wie er gerne seine Handys anmalt wenn sie Risse haben.
Als Lukas ihn begrüßte, schoss sein Kopf nach oben, und er sah uns freudig ins Gesicht. Es war nicht so, dass er uns anlächelte weil er eine glückliche und positive Person ist, sondern weil er uns gerne hat und weil er uns zum Teil jede Woche sehen. Deshalb.
„Hallo~, war Lukas mal wieder faul?”, fragte er mich.
Ich nickte und Lukas sah mich ein bisschen beleidigt an.
„Kommt, setzt euch hier hin!”, wies er uns an. Es war unserer Stammplatz.
Er schob mir den Stuhl zurecht, damit ich mich hinsetzen konnte und als ich mich hinsetzte, schob er mich an den Tisch. Ein bisschen zu viel, der Tisch drückte meinen Bauch. Ich rückte ein wenig nach hinten. Anscheinend stand er noch hinter mir, da er vor Schmerz aufschrie. Schnell guckte ich nach hinten, um ein schmerzerfülltes Gesicht zu sehen und einen auf einem Bein hüpfenden Restaurantbesitzer. Ich entschuldigte mich sofort bei ihm, aber er wedelte mit seiner Hand, um zu sagen es sei okay.
Nach einer Minute ging es dann wieder. Gott sei Dank waren wir die einzigsten Kunden im Lokal, sonst wär das ziemlich peinlich gewesen. Der Koch hatte sein Kopf zwischen Tür und Türrahmen gesteckt und geguckt, ob alles okay war. Der Besitzer gab uns die Karte und er verschwand von meinem Blickfeld.
„Wie heißt er noch mal?”, fragte ich Lukas.
„Seunghyun.”, antwortete er. Natürlich wusste mein Bruder um wen es sich handelte, da ich oft seinen Namen vergaß und Lukas fragen musste.
Ich öffnete das Menü und schaute rein, obwohl ich genau wusste was ich bestellen wollte. Auf der ersten Seite des Büchlein war Seunghyun abgebildet. Ich habe immernoch nicht verstanden wieso er Photos von sich selber in das Menü klebte, es war nichts was ich machen würde. Niemals. Ich würde auch nicht ein Restaurant besitzen.
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death n roses
RandomZuerst die Eltern, dann Lukas. Sam weiß nicht was sie machen kann, aber sie weiß dass sie nicht ihre einzigsten Verluste sein werden.
