Durch meine Zimmertür hörte ich, wie meine Mutter von unten aus der Küche meinen Namen rief. "Lyne!" Ich wartete einen Moment, bis ich in einem genau so lautem Ton zurück schrie "komme gleich".
Eigentlich war ich gerade mit meiner besten Freundin am Skypen. Sie lebt in Deutschland und ich lebte dort vor nicht ganz so langer Zeit auch. Allerdings hatte meine Mutter die unglaublich "tolle" Idee nach North Carolina (USA) zu ziehen und all meine Freunde zu verlassen.
Dazu muss ich sagen, es ist echt schön hier. Ich glaube würden wir hier für ein paar Wochen Urlaub machen, würde ich die Zeit hier echt genießen. Da es aber für immer ist, könnte ich einfach nur kotzen.
Ich vermisse einfach mein Berlin.
"Das Essen ist jetzt fertig, nicht gleich!"
Etwas genervt ging ich die Treppen runter und bewegte meinen Arsch in die Küche, wo meine Mam schon sahs und etwas müde auf mich wartete.
Ich finde meine Mam und ich passen irgendwie vom Charakter her so gar nicht zusammen. Sie ist eher der ordentlich, durchgeplante, pünktliche und perfektionistische Mensch, wobei ich hingegen einfach komplett das Gegenteil bin.
"Und? Hast du dich so langsam hier einwenig eingelebt?" Fragte sie lächelnd. Ich glaube meine Mutter weiß gar nicht, wie schwer das für mich ist alles und alle zuverlassen.
"Einwenig, ja" sagte ich und fing an mit dem Löffel gelangweilt in der Suppe rumzurühren.
Ich denke es gibt ein paar Sachen, die man vielleicht über mich wissen sollte; ich habe mittel bis schwere Depressionen und musste schon einiges durchmachen, weil meine Mutter mich zu zich Therapien geschickt hatte. Ich glaube sie denkt durch North Carolina würde alles wieder besser werden. Was natürlich kompletter Blödsinn ist.
"Lyne? Alles okay?" Meine Mutter wuchtelte mir mit ihrer Hand vor meinem Gesicht rum. "Ehm.. Ja, wieso?"
"Ich hatte dich was gefragt.." sie legte ihren Kopf schief und schaute mich skeptisch an.
"Was denn?"
"Mit wem du telefoniert hast.." Ich glaube Mama hat Angst, dass ich mit Papa telefoniere und ihm erzähle, dass es mir hier nicht gefällt und ich zurück möchte. Denn die beiden sind getrennt und die Vereinbarung war, dass ich hier von einer Probezeit von 7 Wochen bleibe und dann entscheiden darf, zu wem ich ziehen möchte.
Es sind jetzt mittlerweile 6 Wochen um von diesen 7 Probewochen, allerdings wusste ich schon ab dem ersten Tag an, dass ich bei meiner Mam bleiben wollte.
Eigentlich will ich ja wieder zurück nach Deutschland, jedoch will ich nicht bei Papa leben. Er hat jetzt eine neue Freundin. Seine Sekretärin, die 14 Jahre jünger als Mama und 17 Jahre jünger als Papa ist. Ich fand es so eklig, dass ich da nicht wieder hin will.
"Ich habe mit Nina geskypt" sagte ich und starrte dabei aber auf eine Nudel, die in meiner Suppe schwamm.
"Du wirst sicher neuen Anschluss hier finden. Mach dir da mal keine Sorgen. Und morgen ist sogar schon dein erster Schultag hier." Ja, da hatte sie wohl leider recht. Da wir Anfangs der Sommerferien hier her zogen, war ich tatsächlich noch nicht in der Schule hier.
"Kanns kaum erwarten" sagte ich sarkastisch. Man, das wird ein Spaß..
Nach dem Essen bewegte ich mich wieder in mein Zimmer.
Was ich noch so über mich sagen kann ist, dass ich faul bin. Ich bin vielleicht nicht dick, jedenfalls sagen mir das viele auch wenn ich das anders sehe, aber ich gehe vielleicht 1 mal in der Woche.. okay in 2-3 Wochen joggen.
Außerdem bin ich ein Mensch, der viel denkt aber dafür wenig redet.
Ich hasse Vorurteile, auch wenn ich selbst manchmal unabsichtlich welche habe.
Ich hasse Rassismus, Sexismus und Homophobie.
Ja, und ich hasse mehr oder weniger mich selbst. Obwohl vielleicht einige denken, dass ich eingebildet bin wenn sie mich auf den ersten Blick sehen bin ich das komplette Gegenteil. Schminken tue ich mich zwar aber nur, weil ich mich ungeschminkt überhaupt nicht schön finde. Und mein Style ist definitiv nicht bitchig vielleicht nicht normal aber das passt ja zu mir, nicht normal sein.
Da es schon ziemlich spät war, macht ich mich fertig fürs schlafen. Stellte meinen Wecker auf 6.00 Uhr und legte mich ins Bett.
Ich versuchte nicht an meinen ersten Schultag zu denken, da ich sonst Albträume bekommen würde. Okay vielleicht nicht wirklich, aber gut schlafen würde ich bei diesem Gedanke sicher auch nicht.
Ich schloss also meine Augen und es dauerte nicht lange, bis ich fest einschlief.
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"Happy"
Teen FictionIn dieser Geschichte geht es Hauptsächlich um Liebe, Depressionen, Eifersucht, Drogen, Hass, Furcht, Gewalt, Trauer, Stress, Familie, Schule, Freunde und Mobbing.
