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Kapitel 1: Bruchstücke aus Eis und Kirschblüten

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Der Wald brannte nicht mit Feuer, sondern mit Gift.Du konntest die ätzenden Dämpfe der Dämonenkunst in deiner Kehle spüren. Jeder Atemzug fühlte sich an wie flüssiges Glas. Deine Uniform war an der Schulter aufgeschlitzt, und das Gift lähmte langsam deine linke Seite. Du hattest dein Nichirin-Schwert fest in der rechten Hand, doch deine Knie zitterten.Vor dir ragte der Dämon auf – eine groteske Kreatur mit mehreren Armen, die aus den Schatten der Bäume nach dir griffen.„Ein kleiner Jäger, ganz allein", zischte das Monster. „Niemand wird dich hier finden. Niemand wird dich vermissen."Du weigertest dich, die Augen zu schließen. Du zogst die Luft tief in deine Lungen, obwohl es schmerzte. Atmung des Lichts: Dritte Form... Weiter kamst du nicht. Deine Beine gaben nach. Du fielst in den kalten Schlamm, unfähig, dich zu bewegen. Das Gift hatte dein Nervensystem erreicht. Die Klauen des Dämonen raste auf dein Gesicht zu.BAMM!Der Boden unter dir erzitterte. Der brutale Schlag, der dich hätte töten sollen, wurde von einer peitschenartigen, biegsamen rosa Klinge abgefangen. Die Luft war plötzlich erfüllt vom süßen Duft nach Kirschblüten und Honig, der das ekelhafte Giftgas im Nu vertrieb.„Fass Y/N nicht an!", rief eine Stimme, die gleichzeitig zuckersüß und absolut furchterregend war.Mitsuri Kanroji, die Liebes-Säule, stand schützend vor dir. Ihre langen, grün-rosa Zöpfe wirbelten durch die Luft, während sie ihre Klinge mit einer Geschwindigkeit schwang, der das Auge kaum folgen konnte.„Atmung der Liebe: Fünfte Form – Schwankende Liebe, wilder Krallenwind!"Mit einer atemberaubenden Eleganz tanzte sie durch die Angriffe des Dämons. Ihre Klinge bog und wand sich wie eine lebendige Schlange, trennte die Arme der Kreatur ab und schnitt schließlich mit einem sauberen, kraftvollen Hieb den Kopf ab. Der Dämon stürzte zu Boden und begann sofort, zu feiner, grauer Asche zu zerfallen.Kaum war die Gefahr vorbei, wirbelte Mitsuri herum. Das tödliche Funkeln in ihren Augen verschwand augenblicklich und machte tiefer, panischer Sorge Platz. Sie steckte ihr Schwert weg und stürzte zu dir in den Schlamm. Es war ihr völlig egal, dass ihre wunderschöne Uniform schmutzig wurde.„Y/N! Oh Gott, Y/N, geht es dir gut?! Bitte sag was!", rief sie, während ihre Augen tränenüberströmt waren.Sie nahm deinen Kopf vorsichtig in ihren Schoß. Ihre Hände waren unglaublich stark – stark genug, um Dämonen zu zerfetzen –, aber als sie deine Wange berührte, war sie so sanft wie eine Feder. Du konntest die Hitze ihres Körpers spüren, die die eisige Kälte des Giftes vertrieb.„G-Gift...", brachtest du mühsam hervor. Deine Lippen waren taub.„Gegengift! Ja, Shinobu hat mir extra welches mitgegeben! Wait, wo ist es... Ah!" Mitsuri kramte hektisch in ihrer Tasche und zog eine kleine Phiole mit einer violetten Flüssigkeit heraus. Mit zitternden, aber bestimmten Fingern öffnete sie das Fläschchen. „Trink das. Bitte, Y/N. Es wird brennen, aber es rettet dich."Sie half dir, den Kopf leicht anzuheben, und flößte dir die Medizin ein. Sie hatte recht – es brannte wie Feuer in deiner Speiseröhre, aber fast augenblicklich spürtest du, wie das Taubheitsgefühl in deinen Gliedmaßen nachließ.Du hustetest heftig und klammertest dich instinktiv an Mitsuris Haori. Sie hielt dich fest, zog dich eng an ihre Brust und wiegte dich leicht hin und her. Ihr Herz schlug im Gleichklang mit deinem, schnell und wild.„Ich hatte solche Angst", flüsterte sie, und eine heiße Träne von ihr fiel auf deine Stirn. „Als die Krähe mir sagte, dass du allein hier draußen bist... Ich bin so schnell gelaufen, wie ich konnte. Ich darf dich nicht verlieren, Y/N. Du bedeutest mir zu viel."In ihren Worten lag eine Intensität, die weit über die Sorge einer Kameradin hinausging. Es war ein tiefes, brennendes Gefühl, das sie schon lange in sich trug. Du sahst zu ihr auf, trafst ihren Blick aus den großen, ehrlichen Augen, und das erste Mal an diesem Abend spürtest du keine Angst mehr – sondern nur noch eine wohlige Wärme.Du drücktest ganz leicht ihre Hand. „Danke, Mitsuri."Ein wunderschönes, wenn auch verweintes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sie half dir auf, weigerte sich aber, dich loszulassen, und legte deinen gesunden Arm stützend um ihre Schulter.Gemeinsam gingt ihr den Weg zurück, weg von der Dunkelheit des Waldes, während die Sonne langsam am Horizont aufging.

Das Band, das uns hältGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt