Wincents Sicht
Kaum hatte sich die Haustür hinter uns geschlossen, fiel die Anspannung der letzten Wochen langsam von mir ab.
Endlich waren wir allein.
Wochenlang hatte ich die Tage gezählt. Jeder Auftritt hatte mich diesem Moment ein Stück näher gebracht.
Und jetzt war ich hier.
Bei ihr.
Noch immer konnte ich kaum glauben, dass ich sie endlich wieder in den Arm nehmen durfte.
Für einen Moment blieb ich einfach stehen und sah sie an.
Sie war echt.
Nicht mehr nur eine Erinnerung auf meinem Handybildschirm.
Nicht mehr nur eine Stimme am Telefon.
Sondern endlich wieder direkt vor mir.
Ellas Sicht
Ich blieb wie angewurzelt stehen.
Mein Blick traf seinen, und für einen Moment setzte mein Herz aus.
Ich konnte nichts sagen.
Nichts denken.
„Du bist wirklich hier ...", flüsterte ich leise.
Als hätte ich Angst, dass er verschwand, wenn ich es zu laut aussprach.
Wincent lächelte.
Dieses eine Lächeln.
Das, das mich schon immer völlig aus der Bahn geworfen hatte.
Langsam kam er auf mich zu.
Ein Schritt.
Noch einer.
Mit jedem Zentimeter, der zwischen uns verschwand, wurde mein Atem flacher. Mein Herz schlug schneller - viel zu laut für den kleinen Raum.
Ich spürte die kühle Wand hinter mir durch den dünnen Stoff meines Shirts.
Er blieb direkt vor mir stehen.
Zu nah.
Und doch nicht nah genug.
Langsam hob er seine Hand. Für einen kurzen Moment zögerte er, als wäre er sich selbst nicht ganz sicher, bevor er sie neben meinem Kopf am Türrahmen abstützte.
Er sah mich an.
Nicht flüchtig.
Nicht nebenbei.
Sondern so, als würde er mich wirklich sehen.
Und verdammt ...
Diesem Blick konnte ich kaum standhalten.
„Ich habe dich vermisst", murmelte er leise.
Mein Atem stockte.
„Dann hör auf zu warten", flüsterte ich zurück.
Mehr brauchte es nicht.
Seine Lippen trafen meine. Zuerst vorsichtig, beinahe zögerlich. Als müsste er sich vergewissern, dass ich wirklich da war.
Doch dieser eine Moment reichte.
Der Kuss wurde tiefer.
Intensiver.
All die Wochen.
All das Vermissen.
All das Ungesagte.
Mit einem Mal schien alles zwischen uns zu verschwinden.
Ich zog ihn näher zu mir und schlang meine Arme um seinen Nacken.
Ich wollte ihn spüren.
Wirklich spüren.
Und er verstand.
Immer.
Seine Hände glitten an meine Hüften und zogen mich so nah an sich heran, bis kein Zentimeter Abstand mehr zwischen uns blieb.
Mein Herz raste.
Dann hob er mich hoch.
Ich keuchte leise auf und schlang automatisch meine Beine um ihn.
Oh Gott.
Wie sehr ich ihn vermisst hatte.
Jeden Moment.
Jede Berührung.
Ohne den Kuss zu lösen, trug er mich zum Bett, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.
Und vielleicht gab es das gerade wirklich nicht.
Behutsam legte er mich auf dem Bett ab.
Ganz langsam.
Als wäre ich etwas, das man um keinen Preis verlieren durfte.
Seine Stirn lehnte sich gegen meine.
„Ich habe dich so vermisst ...", flüsterte er heiser.
Ich strich ihm sanft durch die Haare und lächelte.
„Ich dich mehr."
Ein kleines Lächeln erschien auf seinen Lippen.
Dann küsste er mich wieder.
Und diesmal ließ ich wirklich alles los.
Die Zweifel.
Die Angst.
Die Welt da draußen.
In diesem Moment gab es nur uns.
Und genau deshalb ahnte ich nicht, wie sehr sich unser Leben schon bald wieder verändern würde.
CZYTASZ
Zwischen zwei Welten
FanfictionEigentlich könnte alles perfekt sein. Wincent ist endlich von seiner Tour zurück, und zum ersten Mal fühlt sich ihre gemeinsame Zukunft zum Greifen nah an. Doch während alle glauben, dass die größte Herausforderung hinter ihnen liegt, beginnt sie fü...
