Prolog

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Sie sagen, ich sehe noch immer aus wie damals.
Wie ein Mädchen mit Schleifen im Haar, zu großen Augen und einem Körper, der nie ganz erwachsen wurde.
Puppenhaft, nennen sie es.
Zart.
Zerbrechlich.

Was sie nicht sehen:
Was hinter der Haut liegt.
Was sich in meinem Innern verbogen, gerissen, neu zusammengesetzt hat.
Was übrig blieb, nachdem ich sie verlassen habe.

Meine Brüder.

Ivan, der mir immer sagte, ich solle keine Angst haben, solange er da ist.
Nikolai, der mich zum Lachen brachte, bis ich weinte.
Viktor, der nie viel sprach - aber jede Träne von mir auffing, als wäre sie heilig.
Und Yuri... mein Spiegel, mein Chaos, mein Herz.

Ich war zehn, als ich sie bekam.
Fünfzehn, als ich begann, sie anders zu sehen.
Und sie mich.
Keine Worte. Kein Plan. Nur Blicke. Berührungen. Nähe, die falsch sein sollte, aber richtiger war als alles, was ich kannte.

Und dann - war ich weg.

Ich bin weggelaufen wie ein Kind, das sich die Augen zuhält, in der Hoffnung, dass die Welt verschwindet.
Aber die Welt blieb.
Sie wurde nur dunkler.

Jetzt bin ich zurück.
Nicht, weil ich es will.
Sondern weil mein Vater es verlangt hat.

Ich trage einen weißen Kittel. Einen Titel. Eine Maske.
Ich bin eine Assistenzärztin mit sauberem Ruf und stillem Lächeln.
Aber darunter... bin ich noch immer ich.
Noch immer seine Kleine.
Noch immer die, die Dinge fühlt, die sie nie fühlen sollte.
Noch immer das Mädchen mit den bunten Socken und dem gebrochenen Herzen.

Und sie...
Sie sind keine Brüder mehr.
Sie sind Männer, Biker, Wölfe mit Zähnen aus Stahl.
Aber in ihren Blicken liegt noch immer das, was mich nie losgelassen hat.

Ich bin zurück.
Und dieses Mal weiß ich nicht, ob ich wieder gehen kann.

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