Die Luft war dicht, fast erstickend, als sich der Mond wie eine schmale Sichel über das Land zog. In der Ferne heulte ein Wolf, und die Wälder ringsum wirkten wie ein Labyrinth aus Schatten und Gefahren. Du wusstest, dass du nicht allein warst – die Dunkelheit war nie wirklich leer. Sie atmete, lebte, und manchmal lauerte in ihr etwas... oder jemand.
Dein Herz schlug schneller, als du dich dem kleinen Lager näherst, das du seit Tagen als Rastplatz benutzt hast. Das Feuer, das Astarion zuvor entzündet hatte, war auf ein Flackern reduziert, die Glut glühte wie die letzten Funken einer sterbenden Erinnerung. Du hast ihn schon lange nicht mehr gesehen, aber du spürst, dass er in der Nähe ist. Wie immer.
Ein leises Rascheln hinter dir lässt dich erstarren. Bevor du reagieren kannst, ist er da. Wie ein Schatten, der sich aus der Dunkelheit löst, tritt Astarion vor, seine Augen leuchtend wie blutrote Edelsteine im fahlen Licht des Mondes. Seine Präsenz ist überwältigend – ein Tanz zwischen Gefahr und Verlangen, die perfekte Verkörperung des Widerspruchs, der ihn umgibt. Die kühle Nachtluft trägt seinen vertrauten Duft zu dir, gemischt mit der subtilen, kaum wahrnehmbaren Süße von Blut.
"Du solltest nicht so sorglos sein", sagt er leise, seine Stimme seidenweich, doch mit einer Spur von Amüsement. "Die Nächte sind gefährlich, selbst für dich."
Du spürst das Knistern zwischen euch, dieses unausgesprochene Band, das sich in den letzten Wochen gesponnen hat – ein Netz aus Geheimnissen, unausgesprochenen Gefühlen und unauslöschlicher Sehnsucht. Du hast versucht, die Anziehung zu ignorieren, die dich immer wieder zu ihm zieht. Doch wie lange noch?
"Ich bin nicht sorglos", antwortest du und blickst ihm direkt in die Augen. Ein leichtes Lächeln spielt um seine Lippen, und für einen kurzen Moment siehst du den Mann hinter der Maske. Einen Hauch von etwas Echtem, Verletzlichem.
Astarion neigt den Kopf leicht zur Seite, als würde er deine Gedanken lesen – oder vielleicht die Spur deiner Emotionen schmecken. "Ach wirklich? Und warum spüre ich dann die Angst, die unter deinem Mut pulsiert?" Er tritt näher, fast unmerklich, doch die Distanz zwischen euch scheint plötzlich nicht mehr zu existieren. Dein Atem stockt, als seine Fingerspitzen sanft über deinen Handrücken gleiten.
Die Berührung ist leicht, kaum spürbar, und doch hinterlässt sie eine Spur aus glühender Hitze auf deiner Haut. Du weißt, was er ist. Du kennst die Gefahr, die in jeder seiner Bewegungen lauert. Aber da ist noch etwas anderes – ein Hunger, der über Blut hinausgeht. Ein Verlangen, das er selbst vielleicht nicht vollständig versteht.
"Du hast mich nicht gerufen, aber ich bin hier." Seine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern, so nahe, dass du die Kühle seines Atems auf deiner Haut spürst. "Früher oder später, mein Liebling... wirst du dich entscheiden müssen. Was willst du wirklich von mir?"
Die Frage bleibt in der Luft hängen, dringt tief in deine Gedanken ein, während du Astarion in die Augen siehst. Die Antwort liegt irgendwo in dir, verborgen unter Schichten von Furcht und Begehren. Doch bevor du sie finden kannst, zieht er sich zurück, so schnell, wie er gekommen ist.
"Wir haben noch eine lange Nacht vor uns," sagt er mit einem verschmitzten Lächeln, während er sich zum Lagerfeuer dreht. "Und die Jagd... sie beginnt erst."
Die Nacht hatte sich über das Lager gelegt, schwer und still. Nur das gelegentliche Knistern der Glut durchbrach die Stille. Du saßt am Rand des Feuers, deine Gedanken ein Wirrwarr aus Fragen und Emotionen. Astarion war in der Dunkelheit verschwunden, doch du wusstest, dass er noch immer da war – unsichtbar, doch präsent, wie eine dunkle Macht, die auf den richtigen Moment wartete.
Die Erinnerung an seine Berührung ließ dich nicht los. Seine Finger, die über deine Haut gestrichen waren, hatten eine Spur aus Hitze hinterlassen, die du nicht abschütteln konntest. Es war mehr als bloße Neugier, mehr als das Wissen um seine vampirische Natur. Etwas in dir wollte, dass er zurückkam.
Das Knistern hinter dir ließ dich erschauern, doch bevor du dich umdrehen konntest, spürtest du ihn erneut. Seine Nähe war spürbar, noch bevor er sprach. „Du bist so angespannt, Liebes", flüsterte Astarion, seine Stimme dicht an deinem Ohr. „Hast du etwa Angst vor mir?"
Du zuckst kaum merklich zusammen, doch versuchst, die Ruhe zu bewahren. „Ich habe keine Angst vor dir", sagst du, doch die Worte klingen hohl. Du wusstest, dass er mehr sah – immer mehr fühlte, als du zugabst.
„Ach, wirklich?" Seine Stimme war ein gefährlicher Hauch, so nah, dass du das kühle Streifen seiner Lippen an deinem Hals spürtest. „Dein Herz schlägt schneller, dein Atem stockt... und doch weigerst du dich, mir die Wahrheit zu sagen." Er tritt vor dich, sein Blick intensiv, durchdringend, als wolle er dich in deiner eigenen Haut gefangen halten.
Du versuchst, den Blick nicht zu erwidern, doch deine Augen wandern unwillkürlich zu ihm. Da ist dieses gefährliche Spiel zwischen euch – ein Tanz aus Verlangen und Furcht, der immer dichter wird. Sein Lächeln, so weich und verführerisch, verbirgt die Schatten seiner Vergangenheit, doch du weißt, dass er etwas anderes in dir weckt.
„Was willst du von mir, Astarion?" Deine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern, doch du spürst, wie die Frage alles zwischen euch zum Stillstand bringt. Die Glut des Feuers wirft schwache Lichtflecken auf seine blasse Haut, seine Augen leuchten im Dunkeln wie ein Raubtier, das seine Beute beobachtet.
„Was ich will?" Seine Finger berühren wieder deine Haut, diesmal fester, und deine Atmung wird schwerer. „Ich könnte dir vieles sagen..." Er neigt sich zu dir, seine Lippen gefährlich nahe an deinem Hals, und du spürst das Knistern von Verlangen und Gefahr. „Aber die Wahrheit ist... ich weiß es selbst nicht. Noch nicht."
Die Anspannung zwischen euch ist unerträglich, die Hitze seines Atems jagt einen Schauer über deinen Nacken. Dein Kopf sagt dir, dass du dich zurückziehen solltest, dass dies zu weit geht, dass du dich auf gefährliches Terrain begibst. Aber dein Körper widerspricht. Du bleibst regungslos, während seine Hand langsam über deinen Arm gleitet, seine Finger die dünne Linie zwischen Verführung und Bedrohung nachzeichnen.
Dann, plötzlich, stoppt er. Das Glitzern in seinen Augen verändert sich, wird dunkler, ernster. „Du weißt, was ich bin", sagt er, die Leichtigkeit aus seiner Stimme verschwunden. „Ich könnte dich in einem Moment zerstören, dich brechen, ohne dass du es merkst. Und doch bleibst du hier... warum?"
Dein Herz schlägt in deiner Brust wie ein Sturm, und du suchst nach einer Antwort, einer Erklärung. Aber da ist keine. Nur die unausweichliche Anziehung, die dich immer wieder zu ihm zieht, wie ein Motte zum Feuer. „Vielleicht", flüsterst du, „weil du nicht der Einzige bist, der nach Antworten sucht."
Für einen langen Moment schweigt er, doch du kannst die Veränderung in ihm spüren. Seine Hand ruht noch immer auf deiner Haut, doch das Spiel hat sich geändert. Er sucht etwas Tieferes, etwas, das auch ihn überrascht.
„Vielleicht solltest du aufpassen", sagt er schließlich leise, seine Lippen dicht an deinem Ohr. „Denn wenn du weiter mit dem Feuer spielst... wirst du dich verbrennen."
Er tritt zurück, löst sich langsam von dir, und die Kälte der Nacht kehrt zurück, als wäre er nie da gewesen. Doch das Verlangen in dir ist nicht verschwunden. Es brennt, eine Flamme, die nur darauf wartet, genährt zu werden.
„Gute Nacht, Liebes", flüstert Astarion, bevor er im Schatten verschwindet, und du bleibst allein zurück – doch mit einem brennenden Verlangen, das du nicht mehr ignorieren kannst.
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Blutrotes Verlangen
Fantasy**Blutrotes Verlangen** ist eine düstere, romantische Geschichte, die die unheilvolle Verbindung zwischen einer jungen Abenteurerin und Astarion, einem charismatischen, aber gebrochenen Vampir-Elfen, erforscht. Gefangen zwischen seinen finsteren Ins...
