Seine grauen Augen brannten sich in mein Gesicht, als würde er jede Linie auswendig lernen.
Ich hob eine Augenbraue. „Gibt's ein Problem?"
Er antwortete nicht direkt mir, sondern Erwin. „Wir nehmen sie mit."
Kein Vorschlag. Keine Diskussion.
„Moment." Ich trat einen Schritt zurück. „Ich gehe nirgendwohin."
Levis Blick verfinsterte sich. „Doch."
„Nein."
Die Luft wurde scharf.
Erwin hob beschwichtigend eine Hand. „Bitte. Niemand wird gezwungen. Aber deine Fähigkeiten—"
„Sind meine Sache."
„Du bist ausgebildet", fuhr Erwin ruhig fort. „Dein Kampfstil ist militärisch. Du trägst die Uniform des Aufklärungstrupps."
„Das beweist gar nichts."
Levi trat näher. Zu nah.
„Du kommst mit."
„Und wenn ich einfach hier bleibe?"
„Dann werde ich dich fesseln und mitnehmen."
Er sagte es so ruhig, dass es mir eiskalt den Rücken hinunterlief.
„Versuch's doch", knurrte ich.
Ein Fehler.
Im nächsten Augenblick war er vor mir.
Schnell. Lautlos.
Seine Hand packte mein Handgelenk, drehte es hinter meinen Rücken. Ein präziser Druckpunkt – ich keuchte.
„Du bist gut", murmelte er dicht an meinem Ohr. „Aber nicht gut genug."
Ich trat nach ihm, versuchte mich loszureißen. Er wich mühelos aus, verstärkte nur den Griff.
„Levi." Erwins Stimme war scharf. „Lass sie."
Ein Moment Spannung.
Dann ließ er mich los.
Ich stolperte einen Schritt nach vorn, fing mich ab und funkelte ihn an.
„Psychopath."
„Kindisch."
Erwin trat zwischen uns. „Genug." Sein Blick war fest. „Y/N. Du befindest dich in einem Gebiet, das unter militärischer Kontrolle steht. Nach dem letzten Vorfall mit Titanen können wir keine unregistrierten, bewaffneten Personen frei herumlaufen lassen."
„Also doch Zwang."
„Eine Sicherheitsmaßnahme", korrigierte er ruhig. „Du wirst im Hauptquartier untergebracht. Vorläufig."
„Vorläufig", wiederholte ich misstrauisch.
„Bis wir deine Situation geklärt haben."
Levi sagte nichts. Aber sein Blick sagte alles.
Er würde mich notfalls tragen.
Ich sah von einem zum anderen. Bewertete die Lage.
Zu viele Soldaten. Zu offenes Gelände. Keine Dächer in Reichweite.
„Fein", knurrte ich. „Aber ich laufe selbst."
Levi musterte mich, als traue er mir jeden Moment einen Fluchtversuch zu.
„Wenn du versuchst wegzulaufen—"
„Ja, ja. Fesseln, tragen, drohen. Hab's verstanden."
Erwin reichte mir die Zügel eines Pferdes. „Wir waren ohnehin auf dem Rückweg."
Ich zögerte.
Levi trat neben mich, nahm meine Hand – fester diesmal – und drückte mir die Zügel hinein.
„Steig auf."
„Du musst mich nicht anfassen."
„Doch."
Seine Finger lösten sich erst, als ich im Sattel saß.
Der Ritt verlief angespannt. Niemand sprach.
Neben mir schloss Levi schließlich auf.
„Wie hast du überlebt?" fragte er abrupt.
„Indem ich nicht gestorben bin."
Sein Blick wurde schärfer. „Deine Verletzungen."
„Prellungen. Schnittwunden. Kopfplatzwunde."
Seine Hände verkrampften sich um die Zügel.
„Du hättest nicht allein sein dürfen", murmelte er.
Ich sah ihn von der Seite an. „Woher willst du wissen, was ich hätte sollen?"
Er antwortete nicht.
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Levi x reader
AdventureWas geschieht, wenn du ohne jede Erinnerung in einer gefallenen Stadt erwachst? Zwischen Ruinen, Staub und dem Echo längst verstummter Schreie - ohne Namen, ohne Vergangenheit, ohne Ziel. Wirst du je wieder nach Hause finden? Oder ist „Zuhause" nur...
