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Warnung: Alkohol, Drogenkonsum, Gewalt und Selbstverletzung!! 


POV: Denki

"Hey, Denki! Schau was ich heute wieder mitgebracht habe...", mein 'Freund' oder besser gesagt Saufkumpan und Drogendealer Hanta wedelte mit einer Flasche Whiskey und einem Päckchen, gefüllt mit einem weißen Pulver, vor meiner Nase herum. Der bleiche, knochige Mann grinste mich an und in seinen Augen sah ich, dass er definitiv schon ziemlich zugedröhnt war. Ich grinste nur bei dem Gedanken wieder in meine fiktive Welt einzutauchen und griff nach dem Päckchen. "Gib schon her." Er setzte sich neben mich auf die Wiese, öffnete ohne etwas zu sagen die Flasche und nahm einen großen Schluck daraus.
Ich hingegen gab mir zuerst meinen täglichen Kick an Heroin. Ich inhalierte es und spürte schon nach Kurzem wie ich mich wieder entspannte und sich ein warmes Gefühl in meinem Körper ausbreitete. Ich seufzte und lies mich auf die Wiese fallen.
Während meine Gedanken umher schweiften nahm auch mein sogenannter 'Freund' das Pulver in die Hand. Ich weiß nicht ob ich ihn wohl wirklich als solchen bezeichnen kann, aber er ist immerhin der einzige, der mich nicht verlassen oder fallen gelassen hat. Nur wegen ihm bin ich überhaupt noch am Leben.

Ich lag also zugedröhnt auf dieser Wiese inmitten des Stadtparks, nicht wissend welche Uhrzeit oder überhaupt welcher Tag es war, und dachte an meine Vergangenheit zurück. Ich dachte an die Lügen, an die Schläge und natürlich an den Tag, als ich mein weniges Hab und Gut gepackt hatte und aus dem Fenster gesprungen war. Ich hatte mir bei der Landung mein linkes Handgelenk gebrochen, welches bis jetzt nicht richtig verheilt war, aber da ich zu diesem Zeitpunkt sowieso voller Wunden, teilweise von den Schlägen meiner Mitschüler und meines Vaters, teilweise Kratzer und Schnitte, welche ich mir selbst mit einer einfachen Schere zugefügt hatte, war, hatte mich ein gebrochener Knochen nur wenig gestört.
Ich war von zu Hause weg gerannt und hatte so gut wie gar nichts besessen. Ich wurde nie wieder gesehen, aber eine Art Vermisstenanzeige wurde ebenfalls nie aufgegeben. Ich wusste, dass mich niemand vermissen würde. 
Doch leider hatte ich weder Geld, noch eine Möglichkeit welches zu verdienen. Ungefähr zwei Monate lang hatte ich von Essensresten aus der Tonne gelebt und ich auf einer Parkbank geschlafen. Letzteres tat ich immer noch, aber wenigstens wärmte mich eine zerrissene Decke und natürlich der Alkohol und die Drogen.
Ja, nach genau diesen zwei Monaten der vollkommenen Leere war ich auf Hanta getroffen. Ich war ihm unter einem Baum schlafend begegnet, während neben ihm leere Bierflaschen gestanden hatten. Da ich mir irgendwie Sorgen um ihn gemacht und schon gedacht hatte, dass er tot gewesen sei, hatte ich versucht ihn zu wecken. Wie sich dann herausgestellt hatte, war er mit seinem Leben genauso scheiße dran wie ich. Wir fingen also an Zeit miteinander zu verbringen und irgendwie entstand so eine Art der Freundschaft.

Wir hatten dann angefangen zu stehlen um uns Lebensmittel und irgendwann auch Alkohol und Drogen leisten zu können und bemerkten gar nicht wie auch unsere Körper immer mehr verfielen.

Ich sah mich ab und zu in einen beschlagenen Schaufenster und erkannte mich kaum wieder. Meine gelben Haare welche früher glänzend,weich und schulterlang waren, lagen farb - und kraftlos auf meinen Schultern. Sie waren ausgefranst und ungekämmt. Die  schwarze Farbe des Blitzes, den ich mir früher immer eingefärbt hatte, war schon fast ausgewaschen und durch das Wachsen der Haare schon ganz verzogen. Mein Körper war genau wie meine Haare dünn und kraftlos, man konnte meine Rippen sehen und mein verletztes Handgelenk war immer noch angeschwollen und bewegen konnte ich es auch nicht. Die Schmerzen unterdrückte ich mit dem Alkohol und ich hoffte, dass es einfach von selbst zusammenheilt. Meine Haut war blass und ich hatte schrecklich tiefe Augenringe. In meinen Augen fehlte der Glanz und meine Lippen waren spröde und aufgewetzt. Mit anderen Worten, ich war nur noch ein Schatten meines Selbst. Aber zumindest waren keine neuen Wunden und Prellungen dazugekommen.

Ich wurde wieder in die Gegenwart gerissen, als ich hörte, wie sich jemand neben mir übergab. Ich grinste mal wieder in mich hinein und sagte: "Na, mal wieder zu viel gesoffen? Gib mir auch noch etwas ab." Ich setzte mich auf und griff nach der Flasche. Als ich sie an meine Lippen ansetzte, bemerkte ich, dass mindestens schon ein Drittel davon leer getrunken war. Ich schüttelte leicht meinen Kopf und nahm einen großen Schluck. Der hochprozentige Whiskey brannte meine Kehle hinunter, doch dieses Gefühl war ich schon gewöhnt. Ich trank jeden Tag mindestens eine halbe Flasche davon. Das berauschende Gefühl des Rausches war zu einem täglichen Muss geworden.
Ich stellte die Flasche wieder ab und blickte zu Hanta, welcher sich auf den Rücken gelegt hatte und aussah, als würde er schlafen. Ich roch die Kotze und nahm reflexartig ein paar Zentimeter Abstand. 'Wenn der Kerl unbedingt will, kann er ja in seiner eigenen Kotze schlafen, ich tu mir das nicht an.' Nach noch ein paar weiteren Schlucken stellte ich dich Flasche auch beiseite und legte mich, mit dem Rücken zu Hanta, auf den Boden und schloss meine Augen. Es war warm, diesmal könnte ich einfach hier liegen bleiben. Ich wäre wohl eh nicht in der Lage aufzustehen und irgendwohin zu gehen. Mit diesen letzten Gedanken fiel ich in einen unruhigen Schlaf und achtete nicht mehr auf die Tatsache, dass mein Kamerad keine Bewegungen mehr machte und keinen Laut von sich gab.

Message recieved!Where stories live. Discover now