Kapitel 4 - Gisela

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Nach dem Training, warte ich vor den Kabinen auf die Jungs. Julian meinte zwar, dass sie sich beeilen, aber dafür kenne ich die beiden zu gut. Eine halbe Stunde später kommen die beiden lachend raus. Ich sehe die beiden mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Sag nichts. Wir haben an anderen Tagen schon deutlich länger gebraucht.", lacht Julian und läuft wieder mit mir im Arm, diesmal zum Auto.

Julian kenne ich jetzt seit etwas über ein Jahr. Er und Kai haben sich sofort blendend verstanden, als Kai zur 1.Mannschaft dazu gestoßen ist. Und das hat mich sehr gefreut. Kai hatte anfangs Bedenken, dass er keinen Anschluss finden würde, aber dafür ist er einfach zu liebenswert. Manchmal könnte man sogar meinen er und Julian wären ein Paar, so nah stehen sie sich mittlerweile. Immer wenn ich bei Kai bin, ist Julian meistens auch dabei. Diesmal hatte ich Bedenken, dass ich meinen besten Freund teilen muss. Aber in relativ kurzer Zeit habe ich gemerkt, das Julian genauso verpeilt und liebenswert ist wie unser Harvey. Es waren immer nur wir drei. Jetzt sind wir quasi der 'Single-Club'. Was ich bei den beiden gar nicht verstehe. Neben ihrem super Charakter, sehen die beiden gar nicht mal so schlecht aus.

Wir beschließen zu unserer Stammpizzeria zu fahren. Dort sind wir eigentlich immer, wenn ich mal in Leverkusen bin. Der Besitzer weiß sogar immer was wir bestellen wollen. Er erkennt mittlerweile sogar an meinem Blick, ob ich einen Milchshake brauche oder nicht. Ich würde sagen, wir sind auf jeden Fall seine besten Kunden. Das hier ist unser kleiner, geheimer Treffpunkt. Deswegen haben wir hierher auch nie jemand anderen eingeladen. Keine Dates, keine Freunde. Abgesehen von Jannis, Julians Bruder. Aber er gehört ja auch zur Familie.


„Also, was ist passiert, Gisela?", lacht Julian und trinkt von seinem Milchshake.

"Erstmal hasse ich mich dafür, dass ich dir meinen zweiten Namen verraten habe. Und zweitens, hat mein, jetzt Ex-Freund, mich gestern raus geworfen. Ich habe bis zum Ende der Woche Zeit, meine Klamotten, aus der Wohnung zu holen. Er meinte, ich denke nur an mich und interessiere mich nicht für seine Sachen.Bla, bla. Du hast es ja ab und an selbst mitbekommen."

„Bevor du irgendwas sagst, Jule. Ich habe ihm schon die Meinung gesagt."

„Gut, aber meine hört er auch noch, wenn wir deine Sachen da raus holen.", sagt Julian und ballt seine Hand zur Faust. "Ich verstehe echt nicht, wie du es so lange mit ihm ausgehalten hast.", ergänzt er, aber scheint sofort ein schlechtes Gewissen zu haben.

"Alles okay. Du hast ja recht. Ihr beide habt recht. Jetzt muss ich erstmal all meine Sachen holen und dann fange ich nochmal neu an.", antworte ich, mit einem Lächeln auf den Lippen.


Nachdem wir unsere Pizzen gegessen haben, machen wir uns auf den Weg zu Kai. Wir wollen noch in Ruhe planen, wie wir das mit meinen Sachen machen. Kais Vater und seinen Bruder wollen wir anrufen, wenn alles soweit steht. Die beiden sind da relativ flexibel.

„Also, wir fahren morgen früh um 9 Uhr los. Dann packen wir erst mal die wichtigen Dinge ein und bringen sie zu meinen Eltern. Wenn das erledigt ist, fahren wir mit meinem Vater und meinem Bruder, mit dem Transporter und meinem Auto wieder zur Wohnung und packen alles andere ein, um es dann nach Leverkusen zu bringen. Wir müssen morgen nur noch schnell zum Baumarkt um ein paar Kartons zu holen.", fasst Kai nochmal alles zusammen.

„Du meinst, ein paar viele Kartons.", lache ich.

„Nachdem das jetzt steht, rufe ich eben meinen Vater an und erkläre ihm alles. Ihr beide könnt schon mal einen Film aussuchen.", sagt er und verlässt das Wohnzimmer.

"Bevor du gehst, Harvey. Danke. An euch beide. Es bedeutet mir echt sehr viel, dass ihr mir so beisteht."

"Nicht dafür.", geben sie gleichzeitig zurück.

Ich frage mich manchmal echt, wie ich die beiden verdient habe.


„Was willst du sehen, Mila?", fragt Julian und macht Kais Playstation an.

"Ich brauche jetzt irgendwas mit Action.", sage ich und Julian nickt sofort, als hätte er schon eine Idee.

Nachdem wir beide Teile von Pacific Rim gesehen haben, die letztendlich Julian ausgesucht hat, weil Kai und ich nur diskutiert haben, will sich Julian langsam auf den Weg nach Hause machen.

"Du kannst gerne hier pennen, Jule. Wir fahren ja recht früh los.", sagt Kai.

„Kein Problem, Harvey. Ich muss noch meine Wohnung aufräumen, weil Jannis am Wochenende kommt. Er kommt auch zum Spiel gegen Augsburg. Komm' du doch auch, Mila. Dann müsst ihr das Spiel nicht alleine gucken."

„Klar, ich komme gerne. Ich lasse mir doch kein Spiel von Harvey und Juliiii entgehen.", lache ich.

Julian hasst es, wenn ich ihn Juli nenne, besonders, wenn ich das i total lang ziehe.

„Alles klar, Gisela. Wir sehen uns morgen.", lacht er und drückt mich zum Abschied.


I'm With You - Kai Havertz Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt