Kapitel 1 - Raus hier!

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Hallöchen, jetzt geht es los mit der überarbeiteten Geschichte. Eigentlich sollten die ersten Kapitel schon vor zwei Tagen online kommen, aber ich hatte leider Probleme mit dem Internet. Wir ihr schon lesen konntet, war ich nicht ganz zufrieden und hatte keine richtigen Ideen mehr für den weiteren Verlauf. Wie gesagt, in den ersten vier Kapiteln ändert sich nicht viel, bis auf ein paar Worte. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

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„Hör zu. Es tut mir leid. Aber das mit uns funktioniert einfach nicht mehr. Auch wenn es am Anfang so aussah, als könnte es passen, aber das tut es nicht. Als wir zusammen gezogen sind, war noch alles in Ordnung, aber seit ein paar Monaten funktioniert es einfach nicht mehr. Du hast dich total verändert. Wir sind zu verschieden. Du teilst meine Interessen einfach nicht. Ich will doch nur, dass du mal aus der Wohnung raus kommst und was mit mir und meinen Leuten machst. Aber du sitzt lieber zu Hause und liest deine Bücher, hängst am Laptop, oder bist in dieser komischen App. Du bist zu zurückgezogen und kommst einfach nicht aus deinem Schneckenhaus heraus. Du willst nie neue Leute kennen lernen, die meine Interessen teilen. Immer wieder unternehmen wir nur was mit deinen Freunden und es ist immer nur das Gleiche. Du willst immer nur deine Ruhe haben. Irgendwann muss man Sachen mal hinter sich lassen und einfach weiter machen. Und dafür will ich dir nicht immer in den Hintern treten müssen. Das habe ich lange genug getan und es hat nicht funktioniert. Und dafür habe ich keine Nerven mehr. Du warst bei mir immer an erster Stelle. Aber du denkst immer nur an dich selbst."

Genau diese Worte wirft mir mein, jetzt wahrscheinlich Ex-Freund, gerade an den Kopf. Und während er sich in Rage redet und durchs Wohnzimmer läuft, sitze ich weinend auf der Couch.

„Ich will, dass du bis zum Ende der Woche deine Sachen packst und weg bist."

Zu meinem Nachteil, hat er damals den Mietvertrag alleine unterschrieben, weil ich noch nicht genau wusste, ob ich wirklich mit ihm zusammen ziehen will. Ich war mir nicht sicher, dass Richtige zutun. Und anscheinend war es wirklich ein Fehler. Denn nach nicht mal einem Jahr, in dem wir jetzt zusammen wohnen, ist alles den Bach runter gegangen. Nicht nur, dass ich durch den Tod meines Vaters, schon am Boden war. Es kamen dann noch Depressionen dazu. Aus denen ich auch heute noch sehr schwer raus komme. Aus diesem Grund bin ich auch immer nur zu Hause und lese. Weil es mich ablenkt. Weil es mich in eine andere Welt eintauchen und die grausame, traurige Realität vergessen lässt. Wenn auch nur für eine kurze Zeit. Aber es hilft. Und genauso hilft es mir, meine Gedanken aufzuschreiben. Dabei ist es mir egal, ob es Kurzgeschichten oder sonst was ist. Damit bekomme ich einfach meinen Kopf frei. Aber genau das versteht er nicht. Er sagt, ich würde seine Interessen nicht teilen. Das stimmt aber nicht, zumindest nicht ganz. Mich interessiert natürlich was er macht. Aber ich mag die Leute nicht, mit denen er es macht. Alle denken sie wären was Besseres. Sie schauen von oben auf dich herab, weil sie das bessere Auto haben. Das sie überhaupt ein Auto haben. Und machen sich darüber lustig, das man Geschichten schreibt. Sie tun alle so, als würde ich mich als Autorin bezeichnen, obwohl ich das Ganze nur für mich mache. Damit ich abgelenkt bin, meinen Kopf frei bekomme. Klar, es wäre schön, wenn ich mit meinen Geschichten Geld verdienen würde, aber bis dahin wäre es ein weiter Weg. Ein weiter Weg, für den ich meine Heimat verlassen müsste. Und mit den Leuten, die er seine Freunde nennt, komme ich genau deswegen, wegen ihrer Art nicht klar. Bin ich noch nie und werde ich auch nie. Und teilt er meine Interessen? Nein. Er hat nie gefragt, wie das Buch ist, das ich lese. Und hat er auch nur eine meiner Geschichten oder Texte gelesen, obwohl ich es ihm sogar angeboten habe? Auch nein. Und ja, natürlich denke ich an mich selbst. Und er war fast immer an erster Stelle. Aber dann kamen meine Depressionen und ich habe mehr an mich gedacht. Was mich glücklich macht, damit ich auch wieder glücklich werde. Aber das hat er nicht verstanden. Hat er nie und wird er auch nie. Weil er dieses Frauenbild hat, dass es in den 1950er Jahren gab. Aber in dieser Zeit leben wir nicht mehr. Aber das hat er von seinen Eltern. Da ist es genau so. Aber ich will nicht nur die Hausfrau sein. 

„Und ich will, dass du, bis all deine Sachen weg sind, auch nicht hier bist. Du hast ja so tolle Freunde. Frag die doch, ob du bei ihnen schlafen kannst. Mir ist egal wo du bist. Solange es nicht hier ist."

Ich glaube das alles immer noch nicht. Wie konnte ich mich so in einem Menschen täuschen? Ich dachte immer, ich habe eine gute Menschenkenntnis, aber diesmal hat sie total versagt. Ich war immer der Meinung, dass es zu früh ist, wenn wir nach 1 ½ Jahren Beziehung, mit gerade mal 17 Jahren zusammen ziehen. Aber er hat immer auf mich eingeredet. Versucht mich zu überzeugen, dass es richtig ist. Bis ich irgendwann einfach nachgegeben habe. Ich konnte es einfach nicht mehr hören. Und jetzt sitze ich hier und werde raus geworfen. Nach 2½ Jahren Beziehung schmeißt er mir diese ganzen Dinge an den Kopf. Dabei ist er es, der sich immer nur für sich interessiert hat. Der immer nur für sich das beste wollte. Nie für die anderen.

„Am besten nimmst du heute schon ein paar Klamotten mit, dann geht das alles schneller. Ich bin jetzt noch mit meinen Leute unterwegs. Und wenn ich wieder komme, will ich das du und der erste Teil deiner Klamotten weg sind. Wie du das machst, ist mir egal. Hauptsache bis zum Ende der Woche ist alles weg."

Ich stehe auf, schnappe mir meine Zigaretten vom Esstisch und gehe erstmal auf den Balkon. Ich inhaliere den ersten Zug und puste den Rauch ganz entspannt in, den recht frischen Frühlingswind. Kurz danach höre ich wie sich die Wohnungstür schließt. Er ist weg. Okay, und wie komme ich hier jetzt weg? Und wohin überhaupt? Und welche Klamotten packe ich auf die Schnelle ein? Ich setze mich auf die Hollywoodschaukel und ziehe wieder an meiner Zigarette. Okay, ich packe gleich erst mal einen Koffer mit Kleidung. Und allem was ich sonst noch brauche, um gepflegt auszusehen. Danach gucke ich, wie ich weg komme und wohin. Ich drücke meine halb gerauchte Zigarette aus und lege sie in den Aschenbecher. Ich gehe in den Flur und öffne den Wandschrank um meinen Koffer raus zu holen. Aber er ist nicht da. Na toll, er ist sicher im Keller und ich habe keinen Schlüssel. Dann muss halt erst mal der Rucksack reichen. Ich packe die nötigsten Dinge ein, die ich für die nächsten 2 Tage brauchen werde. Denn morgen werde ich auf keinen Fall hier hin kommen.

Und wohin geht es jetzt? Ich nehme mein Handy zur Hand und überlege, wen ich anrufen könnte. Und ja, ich habe tolle Freunde. Auch wenn es nur eine handvoll sind. Aber auf sie kann ich mich zu 100% verlassen. Ich überlege kurz, wen ich jetzt am wenigsten nerven könnte. Und entscheide mich für meinen besten Freund, auch wenn er den weitesten Weg zu mir hat.

„Hey, Harvey. Ich habe ein Problem. Kannst du mich bei mir abholen? Ich erkläre dir dann später alles."

„Kein Problem, Mila. Ich bin schon auf dem Weg zu dir, Kleine."

Dafür liebe ich ihn. Er muss nur das Wort Problem hören, stelle keine Gegenfragen und lässt alles stehen und liegen. Es sei denn er hat Training, aber da gab es einmal eine Ausnahme.

I'm With You - Kai Havertz Fanfiction (Deutsch)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt